Die Konstruktion der Chianti 24 kommt von Michele Molino Yacht Design in La Rochelle. Molino arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren als Architekt und Ingenieur im Yachtbau und versteht den Entwurf als bewusst nachhaltiges Projekt: moderne Holzbauweise, einfache Struktur, lange Nutzungsdauer. Gebaut wird das Boot ebenfalls in La Rochelle, bei Menuiserie Ébénisterie de Marine von Louis Boyer, der unter anderem für seine sportlichen, neoklassischen Holzboote der Chacal-Reihe bekannt ist.
Konstruktiv bleibt die Chianti 24 bewusst bodenständig. Der Rumpf ist als Multiknickspant aus Sperrholz in Holz-Epoxy-Glasfaser-Bauweise ausgeführt. Das spart Gewicht, erleichtert die Fertigung und passt zur Option, das Boot auch als Bausatz für Selbstbauer anzubieten. Wasserdichte Schotten auf Höhe des Niedergangs und im Bugbereich sollen für Auftrieb und Sicherheit sorgen; der Hersteller bezeichnet das Boot entsprechend als unsinkbar.
Das aufholbare Ballastschwert ist 250 Kilogramm schwer und kann vollständig in den Rumpf eingeschwenkt werden. Zusammen mit den doppelten, ebenfalls aufholbaren Ruderblättern reduziert sich der Tiefgang auf nur 20 Zentimeter. Damit lässt sich die Chianti 24 nicht nur slippen, sondern auch trockenfallen oder sehr dicht an den Strand bringen. Mit einer Breite von 2,54 Metern und einem segelfertigen Gewicht von 800 Kilogramm kann die Chianti 24 überdies problemlos mit einem Mittelklassewagen getrailert werden.
Das Rigg ist einfach gehalten: Aluminium, eine Saling, Squaretop-Groß, gepfeilte Salinge und kein Achterstag. Die Selbstwendefock soll das Handling klein halten, optional kann am Bugspriet ein Gennaker oder Code Zero gefahren werden. Am Wind stehen 34,6 Quadratmeter Segelfläche zur Verfügung, hinzu kommt ein 50 Quadratmeter großer Gennaker. Bei einer Verdrängung von rund 800 Kilogramm lässt das auf sehr lebendige, sportliche Segeleigenschaften schließen – also eher Pocket-Rocket als gemütlicher Kleinkreuzer.
Die Chianti 24 verzichtet auf den Versuch, unter Deck eine vollwertige Mini-Kajüte mit Pantry, Nasszelle und Salon zu imitieren. Stattdessen wandert ein großer Teil des Lebens an Bord nach draußen. Unter den Duchten lassen sich standardisierte Stauboxen verstauen. Je nach Bedarf werden daraus Pantrymodul, Spüle, Kühlbox, Stauraum oder ein Cockpittisch. Auch der elektrische Außenbordmotor wird unter den Duchten gelagert und nur zum Manövrieren an den Spiegel gehängt.
Unter Deck bleibt es einfach, aber zweckmäßig. Vorgesehen sind vier Kojen, dazu ein kleines Chemie-WC, das unter den Liegeflächen integriert ist. Die maximale Höhe beträgt 1,45 Meter. Das erste Boot vom Typ Chianti 24 ist offenbar bereits im Bau. Eine konkrete Preisansage ist über die Werft in La Rochelle noch nicht verfügbar. Dort arbeitet man noch an den Preisstrukturen.

Redakteur Test & Technik