​Hanse Sail 2026Diese Schiffe lohnen den Besuch

Lars Bolle

 · 06.08.2026

138 Schiffe, teils mit weiter Anreise, füllten die Anleger 2024.
Foto: Hanse Sail 2024/TZRW/Taslair
Bilder der Hanse Sail 2024.
Vom 6. bis 9. August 2026 wird Rostock wieder zum Treffpunkt für Traditionssegler, Großsegler und maritime Klassiker. Wer dieses Schiffe in Fahrt statt fest vertäut sehen möchte, sollte die Hanse Sail 2026 vor allem morgens und abends einplanen.

Themen in diesem Artikel

Die Hanse Sail 2026 ist für Liebhaber aktiver Segeltradition ein Highlight im Jahreskalender. Zwischen Rostocker Stadthafen und Warnemünde legen Traditionsschiffe ab, Crews setzen Segel, Dampfschiffe laufen unter Rauch aus, und an vielen Stellen lässt sich Segelhistorie in Bewegung erleben.

Nach Angaben des Veranstalters werden zur 35. Ausgabe mehr als 100 Traditions- und Museumsschiffe, Segelschulschiffe sowie motorisierte maritime Klassiker erwartet. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. Wer mitsegeln möchte, muss ein Ticket buchen. Das aktuelle Programm, die Schiffsliste und die Mitsegelangebote stehen auf der offiziellen Website der Hanse Sail.

Wann Segler die Schiffe am besten sehen

Seit 2018 gibt es keine klassische offizielle Parade mehr, weil die Fahrrinne dafür nicht ausreicht. Die besten Ansichten vom Ufer aus bieten sich deshalb zu anderen Zeiten an.

Morgens laufen viele Schiffe zwischen 9 und 10 Uhr aus dem Rostocker Stadthafen aus. Etwa eine Stunde später passieren sie Warnemünde. Abends gegen 19 Uhr starten zahlreiche Schiffe zu Abendfahrten. Gute Plätze sind die Ufer entlang der Warnow, der Alte Strom, die Warnemünder Mole und der Bereich am Passagierkai. Außerdem die Ostmole auf dem Ufer Hohe Düne, per Fähre zu erreichen.

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Für Segler lohnt sich diese Zeit besonders. Unter Segeln lassen sich Rahsegler, Gaffelschoner, Kutter und Barkentinen viel besser unterscheiden als im Hafen. Wer vorher einen Blick auf die wichtigsten Merkmale werfen will, findet bei YACHT eine praktische Einführung, wie man die häufigsten Segelschiffstypen erkennt.

„Gorch Fock“, „Pascual Flores“ und „Gulden Leeuw“ ziehen die Blicke auf sich

Zu den bekanntesten angekündigten Schiffen zählt die „Gorch Fock“. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine liegt laut offizieller Schiffsliste am Passagierkai Warnemünde. Die Bark wurde 1958 gebaut, ist 89,32 Meter lang und trägt 2097 Quadratmeter Segelfläche.

Auch die spanische „Pascual Flores“ dürfte viele Besucher anziehen. Der Gaffelschoner wurde 1917 gebaut und war früher im küstennahen Handel im Mittelmeerraum sowie an afrikanischen Küsten unterwegs. 2026 kehrt das 43 Meter lange Schiff nach Rostock zurück.

Ein weiterer Blickfang ist die niederländische „Gulden Leeuw“. Der Toppsegelschoner ist 70,1 Meter lang, geht auf ein 1937 gebautes Schiff zurück und wurde später als Großsegler mit historischem Erscheinungsbild neu in Dienst gestellt. Hohe Masten, klassische Linien und viel Decksfläche machen das Schiff für Besucher leicht erkennbar.

Ebenfalls angekündigt ist die niederländische Bark „Artemis“. Das 1926 gebaute Schiff war ursprünglich ein Arbeitsfahrzeug und wurde später zum Traditionssegler für Gäste umgebaut. Solche Lebensläufe gehören zum Reiz der Hanse Sail. Viele Schiffe zeigen nicht nur Segelgeschichte, sondern auch Handels-, Fischerei- und Werftgeschichte.

Die kleineren Traditionsschiffe sind oft die spannendsten

Die großen Namen fallen zuerst auf, doch der genauere Blick lohnt sich auch bei den kleineren Einheiten. Der deutsche See-Ewer „Amazone“ wurde 1909 gebaut und steht für einen Schiffstyp, der früher in Küstengewässern, im Wattenmeer und auf flachen Binnenrevieren gebraucht wurde.

Auch die „Hansine“, ein 1898 gebauter Haikutter, hat eine Arbeitsvergangenheit. Solche Fahrzeuge zeigen, wie eng Fischerei, Seemannschaft und regionale Bootsbauformen miteinander verbunden waren. Wer sich für Gaffelriggs, Holzbau und historische Arbeitssegler interessiert, findet hier oft mehr Details als bei den großen Publikumsmagneten.

Zur deutschen Traditionsschiffszene gehört auch die Brigg „Roald Amundsen“, über die wir bereits ausführlich berichtet haben. Der Beitrag zeigt, warum auf Großseglern bis heute traditionelle Seemannschaft gelehrt wird und weshalb ein Törn auf einem solchen Schiff deutlich mehr ist als eine Hafenrunde mit schöner Aussicht.

Mitsegeln macht den Unterschied

Der stärkste Grund für Segler, zur Hanse Sail 2026 zu fahren, ist jedoch nicht das Betrachten von außen. Viele Traditionsschiffe bieten Ausfahrten an. Ein erheblicher Teil der rund 12.000 Mitsegeltickets ist allerdings laut Veranstalter bereits vergeben. Wer noch eine Mitsegelgelegenheit ergattern kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas Besonderes erleben.

Wie fordernd traditionelle Segler sein können, zeigt der Bericht über den Rennkutter „Nobile“. Das Schiff kam zur Hanse Sail nach Rostock, wir waren an Bord. Das erlebnis wurde als echte Knochenarbeit auf dem Rennkutter „Nobile“ beschrieben.

Stadthafen, Warnemünde und Hohe Düne bieten drei Blickwinkel

Der Rostocker Stadthafen ist das Zentrum der Veranstaltung. Dort liegen viele Schiffe dicht an dicht. Dazu kommen Bühnen, Gastronomie, Märkte und Mitmachangebote. Wer Details an Rigg und Deck sehen oder mit Crews ins Gespräch kommen möchte, startet am besten dort.

Warnemünde ist der bessere Ort für Schiffe in Bewegung. Am Passagierkai, an der Hafenausfahrt und entlang der Mole lassen sich die Schiffe beim Aus- und Einlaufen beobachten. Für Fotos mit gesetzten Segeln, Hafenkulisse und Ostseehorizont ist Warnemünde meist die stärkere Bühne.

An der Hohen Düne kommt moderne maritime Technik dazu. Der Veranstalter kündigt dort unter anderem Marineeinheiten und Technikpräsentationen an. Damit ergänzt das Areal die historischen Schiffe im Stadthafen und in Warnemünde um einen Blick auf heutige Seefahrt.

Riesiges Volksfest an Land

An Land ist ebenfalls viel geplant. 20 Bühnen und mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler sind angekündigt. Dazu kommen Strandformate in Warnemünde, Märkte, Musik und das Feuerwerk im Stadthafen.


Welche Schiffe würden Sie bei der Hanse Sail 2026 zuerst ansteuern: Großsegler wie die „Gorch Fock“ oder kleinere Arbeitssegler mit Geschichte? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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