Airborn FoilerInnovatives Fluggerät mit Gehirn

Michael Good

 · 24.02.2026

Innovatives Fluggerät. Der Airborn Foiler übernimmt die Foil-Technologie  aus der Moth-Klasse, steuert die Foils aber elektronisch an.
Foto: Thomas Tison Design
​Der neue Airborn Foiler von Konstrukteur Thomas Tison in Frankreich verfügt über eine elektronisch gesteuerte Flugkontrolle. Damit soll das schnelle Segeln auf Tragflächen so einfach sein wie nie zuvor. Schon nur sechs Knoten Wind sollen zum Abheben mit dem nur knapp vier Meter langen Spaßgerät genügen.

​Kern des Konzepts von Thomas Tison ist ein elektrisches Foil-Control-System. Sensoren erfassen permanent Bootsbewegungen und Wellenbild. Servomotoren justieren die Anstellwinkel der Foils in Echtzeit. Zwei Lithium-Ionen-Batterien liefern dafür den nötigen Strom mit bis zu vier Stunden Autonomie. Das Ziel ist ein stabiler Take-off, ein kontrollierter Flug und damit weniger körperlicher Aufwand. Während die Segler von klassischen Foilern ihre Flughöhe meist mechanisch regeln müssen, übernimmt beim Airborn Foiler ein von einem Mikroprozessor gesteuertes System das Finetuning während der Flugphase. Der Anspruch des Konzepts lautet: Der Segler soll sich auf Speed, Gefühl und Taktik konzentrieren – nicht auf permanente Trimmkorrekturen.

Bis zu 30 Knoten Speed

​Konstruktiv setzt Tison auf ein tiefes zentrales T-Foil. Profilklappen an der Achterkante regeln die Flughöhe. Die Balance regeln die Elevatoren am schlanken Ruderblatt, welche ebenfalls mit angehängten Klappen ausgerüstet sind. Der Airborn Foiler soll prozessorgesteuert bereits bei sechs Knoten Wind abheben können und entwickelt sein optimales Einsatzfenster zwischen acht und 20 Knoten Wind. Bei optimalen Bedingungen soll das nur 41 Kilogramm schwere Fluggerät bis zu 30 Knoten Speed erreichen können.

​Um das Gewicht des Steuermanns zu kompensieren, sind Segel in vier verschiedenen Größen erhältlich. Dieses Angebot deckt einen Bereich von 45 bis 95 Kilogramm Körpergewicht ab. Auch das Rigg ist bewusst einfach gehalten: zweiteiliger Mast und Großbaum aus Kohlefaser und lediglich vier Kontrollleinen an Deck. Maststellen und Aufriggen sollen in wenigen Minuten möglich sein. Ein speziell entwickelter Slipwagen sowie ein einfaches Leinen-System zum Hoch- und Runterholen der Foils erleichtern Handling und Ein- und Auswassern. Kurz: weniger Setup, mehr Wasserzeit.

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Segelfertig für 17.700 Euro netto

​Der Airborn Foiler ist als One-Design-Klasse konzipiert und wird als komplett ausgestattetes Paket angeboten. Die Bauweise aus Glas- und Carbon-Verbundwerkstoffen setzt auf hochwertige Materialien. Dabei kommt auch nachhaltige Bio-Komposite-Technologie zum Einsatz, um den ökologischen Fußabdruck in der Produktion zu reduzieren. Die ersten Boote vom Typ Airborn Foiler sind offenbar bereits im Bau. Auch nennt Konstrukteur und Hersteller Thomas Tison schon eine erste Preiseinordnung. Der segelfertige Foiler kostet 17.700 Euro netto. Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer liegt der Kaufpreis bei 21.060 Euro.

Technische Daten Airborn Foiler

  • Konstrukteur: Thomas Tison Design
  • Rumpflänge: 3,97 m
  • Breite Rumpf: 1,54 m
  • Gewicht segelfertig: 41,0 kg
  • Segelfläche: wahlweise vier Größen je nach Körpergewicht
  • Konstruktion: GFK-/Kohlesfaser-Komposite

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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