Luffe 45+Luxuriöser Segelspaß in Vollcarbon, erste Bilder vom Test

Hauke Schmidt

 · 06.10.2026

Der Code Zero macht der Luffe 45+ auch bei wenig Wind Dampf und zieht sie mit 10 Knoten über den Kleinen Belt.
Foto: YACHT/ Nils Günter
Neuer Bug, neues Heck und neue Bauweise: Wir waren mit der Luffe 45+ auf dem Kleinen Belt unterwegs. Die stark überarbeitete Rumpfform und das deutlich geringere Gewicht haben das Geschwindigkeitspotenzial der 45-Fuß-Yacht weiter gesteigert.

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In den letzten Jahren hat Luffe Yachts ihre Modelle sukzessive aktualisiert und, wie bei der Luffe 40.20 zu sehen ist, die Cockpitlayouts angepasst und eine feste Bugnase für Code Zero und Gennaker integriert. Mit dem 45-Fuß-Topmodell sind die Dänen nun gleich mehrere Schritte weiter gegangen. Für die 45+ genannte Version wurden die Linienführung am Bug und am Heck so stark modifiziert, dass eine neue Rumpfform nötig war. Ziel der Operation: mehr Segelleistung, ohne das Boot komplizierter zu machen.

Bug und Heck sind komplett neu

Der nun senkrechte Steven sorgt nicht nur für eine zeitgemäße Optik und mehr Auftrieb, sondern verlängert auch die Wasserlinie. Das umgestaltete Heck bietet zudem flachere Linien und einen besseren Wasserablauf. Ganz nebenbei ist das Cockpit um rund 70 Zentimeter gewachsen und ermöglicht einen sehr bequemen Zugang zur Badeplattform. Rigg, Kiel und Ruder sind unverändert; lediglich die Position des Ballasts wurde an die neue Auftriebsverteilung und Verdrängung angepasst.

Rumpf und Deck aus Kohlefaser

Die Optimierungen sind aber wesentlich weitreichender, denn die Werft hat die komplette Bauweise der 45er umgestellt. Anstelle von Glasfaserlaminaten werden Rumpf und Deck der Luffe 45+ vollständig aus Kohlefaser-Sandwich gebaut. Damit einher geht auch der Umstieg vom Stahlrahmen auf eine Kohlefaser-Bodengruppe sowie der Einsatz von Kohlefaser-Schotten. Alles zusammen verringert das Gewicht des Bootes enorm: Während das alte Modell leer rund 9,5 Tonnen wog, kommt die 45+ gerade einmal auf 8,2 Tonnen – und das bei voller Ausstattung mit Bug- und Heckstrahlruder, E-Winschen und Elektrofurlern.

Individuelles Interieur

Unter Deck bleibt sich Luffe treu: Gebaut wird, was der Eigner wünscht. Die von uns gesegelte Baunummer 1 gehört dem Werftchef Oluf Jörgensen und kombiniert helles Eichenfurnier im Salon mit sehr dunklem Holz an den Schotten. Die Fronten aus Räuchereiche mit ihrer markanten Maserung sorgen für zusätzliche Kontraste. So individuell die Holzauswahl ist, die Verarbeitung entspricht höchstem skandinavischem Niveau. Alle Kanten sind weich gerundet, die Furniere dick und die Holzoberflächen fühlen sich seidig an. Alles wirkt sehr solide, und von der leichten Kohlefaser-Sandwich-Bauweise ist nichts zu sehen oder zu spüren. Der flache Rumpf und die vergleichsweise geringe Breite beschränken das Raumangebot. Der vorhandene Platz ist aber sehr gut genutzt, und der angestrebten Zielgruppe sind Segelleistung und einfaches Handling wichtiger als ein kathedralenartiger Salon oder riesige Gästekammern. Mehr zu den Segeleigenschaften demnächst im vollständigen Test.

​Technische Daten Luffe 45+

Maße
Länge über alles (ohne Bugspriet)13,70 m
Länge über alles (mit Bugspriet)14,55 m
Wasserlinienlänge13,00 m
Breite3,85 m
Tiefgang2,30 m
Verdrängung8,20 t
Ballast3,20 t
Masthöhe20,6 m
Großsegel61 m²
Genua52 m²
Selbstwendefock30 m²
Code Zero108 m²
Asymmetrischer Spinnaker181 m²
MotorYanmar Commonrail, 80 PS, 3-Flügel-Faltpropeller
Dieseltank180 l
Frischwasser300 l
Fäkalientank2 x 65 l
Verbrauchsbatterie200 Ah, Victron Lithium-Ionen
Motorbatterie50 Ah AGM
Basispreis mit Carbon-Rigg, Groß+Fock940.460 €

Was meint ihr: Ist die Luffe 45+ noch eine echte Luffe, oder passt die überarbeitete Rumpfform nicht zur DNA der Werft? Schreibt es in die Kommentare.

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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