Das Design von Martin Menzner (Berckemeyer Yacht Design) erinnert in Größe und Anmutung an die BM 31, die der Drehbuchautor und Bootsbauer Jan von der Bank daheim in seiner Garage im ostholsteinischen Eutin fertigte (YACHT Online berichtete). Es handelt sich jedoch um eine komplette Neukonstruktion. Verschwunden sind die soften Chines, die teils der Selbstbau-Fertigungsmethode geschuldet waren. Jetzt handelt es sich um einen konsequenten Rundspant. Obendrein soll die BM31 classicK, so die offizielle Typenbezeichnung, laut Knierim-Geschäftsführer Steffen Müller noch Performance-orientierter und ausgefeilter werden.
Das bei Knierim entstehende Boot wurde in einem neuartigen Bauverfahren hergestellt. Die Form entstand über einem Kern aus senkrecht stehenden Pappscheiben in der jeweiligen Spantkontur. Die wurde bepastet, die ausgehärtete Paste auf Innenmaß des späteren Boots gefräst. Über diese Positivform wurden die einzelnen Lagen Kohlefaser und Schaum laminiert, der Rumpf danach gespachtelt und geschliffen und lackiert.
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Das Boot wird in verschiedenen Gestaltungen von Außenhaut und Aufbau zu haben sein. Mit einem senkrechten Steven und einem positiven Yachtheck, das zudem eingeschnürt ist sowie einer maßvollen Breite und geringem Freibord kommt das Boot von Knierim zeitlos daher und trägt klassische Züge. Dazu Konstrukteur Martin Menzner kurz und trocken: “Das Boot soll schön aussehen und schnell segeln.” Das Boot ordnet Menzner als Gentlemen-Daysailer und als Retroklassik-Sportboot ein.
Ersteres mag im Auge des Betrachters liegen. Für den zweiten Wunsch stehen schon nackte Zahlen: Das Boot soll nur zwei Tonnen wiegen, der Tiefgang des Festkielers mit Nirofinne und T-förmiger Bleibombe ist mit 2,40 Meter üppig bemessen und die Segeltragezahl liegt bei 5,86, was für reine Regattayachten steht. Zum Vergleich: Fahrtenyachten kommen auf rund 4,5. Der Wert beziffert dimensionslos das Verhältnis von Verdrängung zu Segelfläche (am Wind), hat aber mit der Stabilität (anders als der Name vermuten lässt) nichts zu tun.
Das auf dem Kiel stehende Carbonrigg kommt von Pauger und ist mit Salingen ausgestattet, die 25 Grad Pfeilung aufweisen. Doppelte Achterstagen setzen am Masttopp an und sind nur als Trimmhilfe im Einsatz. Es gibt ein Fallenschloss von Antal, zwei Reffs und ein Kutterstag für ein einrollbares Stagsegel. Das Ruder (Ruder und Schaft aus Carbon) arbeitet in Lagern von JP3, vier Andersen-Winschen der Größe 40 aus Niro stehen an Deck. Der Bugspriet ist seitlich ausziehbar, die Vorsegelrollanlage arbeitet unter Deck. Dort befinden sich drei Kojen und eine Spüle mit Wasser- und Grauwassertank sowie Staumöglichkeiten in seitlich angebrachten Taschen. Als Motor ist ein 8 Kilowatt leistender E-Antrieb oder alternativ ein 10 PS starker Nanni-Diesel vorgesehen.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT