Knierim YachtbauNeue Kleinserie mit Classic-Touch

Fridtjof Gunkel

 · 10.02.2026

Knierim Yachtbau: Neue Kleinserie mit Classic-Touch
Am Nord-Ostsee-Kanal entsteht derzeit der Prototyp einer BM 31, die den Start für eine Reihe von individuellen Küstenkreuzern darstellt.

Das Design von Martin Menzner (Berckemeyer Yacht Design) erinnert in Größe und Anmutung an die BM 31, die der Drehbuchautor und Bootsbauer Jan von der Bank daheim in seiner Garage im ostholsteinischen Eutin fertigte (YACHT Online berichtete). Es handelt sich jedoch um eine komplette Neukonstruktion. Verschwunden sind die soften Chines, die teils der Selbstbau-Fertigungsmethode geschuldet waren. Jetzt handelt es sich um einen konsequenten Rundspant. Obendrein soll die BM31 classicK, so die offizielle Typenbezeichnung, laut Knierim-Geschäftsführer Steffen Müller noch Performance-orientierter und ausgefeilter werden.

BM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht DesignBM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht Design

Neue Bauweise: Knierim baut mit Kern aus Pappe

Das bei Kierim entstehende Boot wurde in einem neuartigen Bauverfahren hergestellt. Die Form entstand über einem Kern aus senkrecht stehenden Pappscheiben in der jeweiligen Spantkontur. Die wurde bepastet, die ausgehärtete Paste auf Innenmaß des späteren Boots gefräst. Über diese Positivform wurden die einzelnen Lagen Kohlefaser und Schaum laminiert, der Rumpf danach gespachtelt und geschliffen und lackiert.

Das Boot wird in verschiedenen Gestaltungen von Außenhaut und Aufbau zu haben sein. Mit einem senkrechten Steven und einem positiven Yachtheck, das zudem eingeschnürt ist sowie einer maßvollen Breite und geringem Freibord kommt das Boot von Knierim zeitlos daher und trägt klassische Züge. Dazu Konstrukteur Martin Menzner kurz und trocken: “Das Boot soll schön aussehen und schnell segeln.” Das Boot ordnet Menzner als Gentlemen-Daysailer und als Retroklassik-Sportboot ein.

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BM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht DesignBM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht Design

Performante Ausstattung

Ersteres mag im Auge des Betrachters liegen. Für den zweiten Wunsch stehen schon nackte Zahlen: Das Boot soll nur zwei Tonnen wiegen, der Tiefgang des Festkielers mit Nirofinne und T-förmiger Bleibombe ist mit 2,40 Meter üppig bemessen und die Segeltragezahl liegt bei 5,86, was für reine Regattayachten steht. Zum Vergleich: Fahrtenyachten kommen auf rund 4,5. Der Wert beziffert dimensionslos das Verhältnis von Verdrängung zu Segelfläche (am Wind), hat aber mit der Stabilität (anders als der Name vermuten lässt) nichts zu tun.

Das auf dem Kiel stehende Carbonrigg kommt von Pauger und ist mit Salingen ausgestattet, die 25 Grad Pfeilung aufweisen. Doppelte Achterstagen setzen am Masttopp an und sind nur als Trimmhilfe im Einsatz. Es gibt ein Fallenschloss von Antal, zwei Reffs und ein Kutterstag für ein einrollbares Stagsegel. Das Ruder (Ruder und Schaft aus Carbon) arbeitet in Lagern von JP3, vier Andersen-Winschen der Größe 40 aus Niro stehen an Deck. Der Bugspriet ist seitlich ausziehbar, die Vorsegelrollanlage arbeitet unter Deck. ​Dort befinden sich drei Kojen und eine Spüle mit Wasser- und Grauwassertank sowie Staumöglichkeiten in seitlich angebrachten Taschen. Als Motor ist ein 8 Kilowatt leistender E-Motor oder alternativ ein 10 PS starker Nanni-Diesel vorgesehen.

Technische Daten

  • Rumpflänge 9,50 m
  • Wasserinienlänge 8,20 m,#
  • Breite 2,75 m
  • Tiefgang 2,40 m
  • Gewicht 2,0 t
  • Segelfläche 54,5 m²

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Fridtjof Gunkel

Fridtjof Gunkel

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Fridtjof Gunkel, geboren auf Helgoland, startete dort seine Segelkarriere im Opti und stieg schnell auf Kielboote um. Admiral’s Cup, Weltmeisterschaften und weitere internationale Regatten sowie eine Teilnahme im Whitbread Round the World Race Race waren seine prägenden seglerischen Stationen, ebenso wie ausgedehnte Fahrtentörns in Europa und Übersee. Bei der YACHT ist er bereits seit 1985 Er segelt privat einen Performance/Cruiser mit Liegeplatz an der Ostseeküste, seine Lieblingsreviere sind die schwedischen Schären und die Bretagne.

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