Knierim YachtbauCarbon trifft Classic - Performance-Retroklassiker schwimmt und segelt

Fridtjof Gunkel

 · 10.09.2026

Knierim hat die beiden ersten BM 31 classicK gewassert.
Fotos: Martin Menzner
Knierim hat die beiden ersten BM 31 classicK fertiggestellt. Mit den Sportboot-Retroklassikern startet die Werft vom Nord-Ostsee-Kanal eine neue ambitionierte Kleinserie.

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Illustration: Berckemeyer Yacht DesignIllustration: Berckemeyer Yacht Design

Das Design erinnert in Größe und Anmutung an die BM 31, die der Drehbuchautor und Bootsbauer Jan von der Bank daheim in seiner Garage im ostholsteinischen Eutin fertigte (YACHT Online berichtete). Es handelt sich jedoch um eine komplette Neukonstruktion. Verschwunden sind die soften Chines, die teils der Selbstbau-Fertigungsmethode geschuldet waren. Jetzt handelt es sich um einen konsequenten Rundspant. Obendrein soll die BM31 classicK, so die offizielle Typenbezeichnung, laut Knierim-Geschäftsführer Steffen Müller noch Performance-orientierter und ausgefeilter werden.

Der Steven ist gerade, zu erkennen ist das Rohr für den Gennakerbaum.
Foto: Knierim Yachtbau
BM 31 ClassicK im Bau.

Neue Bauweise: Knierim baut mit Kern aus Pappe

Das bei Knierim entstehende Boot wurde in einem neuartigen Bauverfahren hergestellt. Die Form entstand über einem Kern aus senkrecht stehenden Pappscheiben in der jeweiligen Spantkontur. Die wurde bepastet, die ausgehärtete Paste auf Innenmaß des späteren Boots gefräst. Über diese Positivform wurden die einzelnen Lagen Kohlefaser und Schaum laminiert, der Rumpf danach gespachtelt und geschliffen und lackiert.

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BM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht DesignBM 31 classicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht Design

Performante Ausstattung

Das Boot soll nur zwei Tonnen wiegen, der Tiefgang des Festkielers mit Nirofinne und T-förmiger Bleibombe ist mit 2,40 Meter üppig bemessen und die Segeltragezahl liegt bei 5,86, was für reine Regattayachten steht. Zum Vergleich: Fahrtenyachten kommen auf rund 4,5. Der Wert beziffert dimensionslos das Verhältnis von Verdrängung zu Segelfläche (am Wind), hat aber mit der Stabilität (anders als der Name vermuten lässt) nichts zu tun.

BM 31 ClassicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht DesignBM 31 ClassicK | Illustrationen: Berckemeyer Yacht Design

Rumpf, Ruder und Mast aus Carbon

Das auf dem Kiel stehende Carbonrigg kommt von Pauger und ist mit Salingen ausgestattet, die 25 Grad Pfeilung aufweisen. Doppelte Achterstagen setzen am Masttopp an und sind nur als Trimmhilfe im Einsatz. Es gibt ein Fallenschloss von Antal, zwei Reffs und ein Kutterstag für ein einrollbares Stagsegel. Das Ruder (Ruder und Schaft aus Carbon) arbeitet in Lagern von JP3, vier Andersen-Winschen der Größe 40 aus Niro stehen an Deck. Der Bugspriet ist seitlich ausziehbar, die Vorsegelrollanlage arbeitet unter Deck. ​Dort befinden sich drei Kojen und eine Spüle mit Wasser- und Grauwassertank sowie Staumöglichkeiten in seitlich angebrachten Taschen. Als Motor ist ein 8 Kilowatt leistender E-Antrieb oder alternativ ein 10 PS starker Nanni-Diesel vorgesehen.

Das Berckemeyer-Design ist mit einem ausziehbaren Gennnakerbaum ausgestattet.
Foto: Knierim Yachtbau
BM 31 ClassicK

Technische Daten

  • Rumpflänge 9,50 m
  • Wasserinienlänge 8,20 m
  • Breite 2,75 m
  • Tiefgang 2,40 m
  • Gewicht 2,0 t
  • Segelfläche am Wind 55,0 m²

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Fridtjof Gunkel

Fridtjof Gunkel

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Fridtjof Gunkel, geboren auf Helgoland, startete dort seine Segelkarriere im Opti und stieg schnell auf Kielboote um. Admiral’s Cup, Weltmeisterschaften und weitere internationale Regatten sowie eine Teilnahme im Whitbread Round the World Race Race waren seine prägenden seglerischen Stationen, ebenso wie ausgedehnte Fahrtentörns in Europa und Übersee. Bei der YACHT ist er bereits seit 1985. Er segelt privat einen Performance/Cruiser mit Liegeplatz an der Ostseeküste, seine Lieblingsreviere sind die schwedischen Schären und die Bretagne.

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