Grand Soleil 52 PerformanceNur schnell oder sogar noch schneller?

Michael Good

 · 18.09.2023

Lange und gestrecke Linien, relativ wenig Freibord, flacher Kajütaufbau. Die Linien der Grand Soleil 52 Performance sind aufregend schön
Foto: Cantiere del Pardo
Cantiere del Pardo baut sein Sport-Programm weiter aus und arbeitet an einem neuen 52-Fußer. Wie alle aktuellen Yachten aus der Reihe ist auch das frische Schiff in zwei Versionen als Performance-Cruiser oder als leistungsstarker Racer zu bekommen. Die Konstruktion kommt natürlich wieder von Matteo Polli

Standard ist die Version Performance mit Selbstwendefock, Aluminium-Mast und dem fahrtenorientierten Cockpitlayout “Easy Sailing” mit konsequent nach achtern geführten Schoten, Fallen und Trimmleinen. Damit bleibt das Cockpit für die mitsegelnden Gäste weitgehend unverbaut und komplett frei von jeder Funktion zum Setzen und Trimmen der Segel.

Für anspruchsvolle Regattasegler wird das Schiff auch in der Version Race angeboten. Diese sehr sportliche Ausführung kann wahlweise mit Fock oder einer überlappenden Genua (106 Prozent) sowie auf Wunsch mit einem höheren und noch leistungsstärkeren Rigg aus Kohlefaser ausgestattet werden. Dazu ist das Layout im Cockpit ganz unterschiedlich gestaltet. Die Fallen und Trimmleinen werden auf zusätzliche Winschen seitlich am Niedergang geführt und dort über kräftige Winschen bedient. Und für das Trimmen der Genua- und der Großschot stehen seitlich auf und hinter dem Süll jeweils primäre und sekundäre Winschen zur Verfügung. Das Layout ist sehr konsequent auf das Handling mit einer erfahrenen und ambitionierten Regattacrew ausgelegt. In der Race-Ausführung ist zudem der Kohlefaser-Bugspriet 90 Zentimeter länger als beim Standardboot. Die Großschot wird über einen langen und damit auch sehr effizienten Traveller auf dem Cockpitboden bedient. Die genauen Segelflächen sind noch Gegenstand weiterer Kalkulationen.

yacht/gs52-layout-int_acf642d571b265ac9dd39d8de385369eFoto: Cantiere del Pardo

Unabhängig von den Varianten muss sich der Käufer zudem für die Art und Größe des Kiels entscheiden. Der Standard-T-Kiel mit seiner auffällig langen, schlanken und gehärteten Bleibombe geht 2,90 Meter in die Tiefe. Varianten dazu sehen reduzierte Tiefgänge von 2,30 Meter oder 2,70 Meter vor. Der Kielschaft besteht aus Stahl und wird mit GFK-Profilen ummantelt. Rumpf und Deck der Grand Soleil 52 werden als GFK-Sandwich-Konstruktionen mit Schaumkern und Vinylesterharz im Vakuum-Infusionsverfahren gebaut.

Der Innenausbau bleibt bei gleichen Varianten im Wesentlichen gleich: Vorgesehen ist ein Layout mit drei Doppelkabinen: Die Eignerkabine im Bug ist mit einem komfortablen Inselbett ausgestattet, dazu mit einer eigenen Nasszelle mit abgetrenntem Duschbreich. Die VIP-Kabine im Heck kann wahlweise mit Doppelbett oder zwei Einzelbetten ausgestattet werden und hat einen direkten Zugang zum großen Toilettenraum mit Duschkabine. Eine dritte Doppelkabine baut die Werft auf der Backbordseite ein, ebenfalls mit einer eigenen und direkt aus der Kabine zugänglichen Nasszelle. Besonders großzügig ist die Pantry seitlich vom Niedergang eingeplant, als nahezu geschlossene Funktionseinheit mit großen Arbeitsflächen und vielen Stauräumen.

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Die Grand Soleil 52 Performance soll in einem Jahr im September 2024 auf dem Yachting Festival in Cannes ihre Weltpremiere feiern. Die Preise wurden von der Werft noch nicht bekannt gegeben.

Technische Daten Grand Soleil 52 Performance

  • Konstrukteur: Matteo Polli Yacht Design
  • Styling innen und außen: Nauta Design
  • Rumpflänge: 16,20 m
  • Gesamtlänge Performance (mit Bugspriet): 17,05 m
  • Gesamtlänge Race (mit Bugpspriet): 17,95 m
  • Breite: 5,15 m
  • Tiefgang Standard: 2,90 m
  • Tiefgang Varianten: 2,30 m/2,70 m
  • Gewicht: 16,5 t
  • Motorisierung: Einbaudiesel Volvo Penta 75 PS/Saildrive
  • Kapazität Treibstoff: 400 l
  • Kapazität Frischwasser: 600 l

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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