Die First 36 bekommt eine dritte Variante. Mit der neuen Spirit reduziert Beneteau Ausstattung und Ausbau auf das Wesentliche und senkt den Einstiegspreis deutlich. Das schnelle Fahrtenboot soll damit für mehr Segler erschwinglich werden. Seine Weltpremiere feiert es auf der boot Düsseldorf im Januar 2027.
Die First 36 hat sich in kurzer Zeit eine eigene Nische geschaffen: viel Platz und Tourentauglichkeit unter Deck, gepaart mit dem Potenzial, schon bei mäßigem Wind ins Gleiten zu kommen. Im YACHT-Test überzeugte das Basismodell mit seinen Segeleigenschaften und gewann anschließend den Titel „Europas Performance-Cruiser des Jahres 2023“. Die First 36 SE (Seascape Edition) geht noch einen Schritt weiter. Mit Carbonmast, Pinne, reduziertem Ausbau und einer auf Regatten zugeschnittenen Decksausstattung richtet sie sich an ambitionierte Sportsegler. Auch diese Version haben wir bereits getestet.
Mit der First 36 Spirit erweitert Branchenleader Beneteau die Baureihe nun in die andere Richtung. Die neue Variante übernimmt das bewährte Konzept der 36er, verzichtet aber auf einen Teil der aufwendigen Ausstattung. Ihr Name erinnert an die First 300 Spirit aus den Neunzigerjahren. Dahinter steht die Idee, sich auf das unmittelbare Segelerlebnis zu konzentrieren: ein leichtes, schnelles Boot, das auch mit kleiner Crew einfach zu handhaben sein soll.
An der Grundausrichtung ändert sich wenig. Der im Vakuuminfusionsverfahren gebaute Rumpf soll in der leichten Ausführung nur 4,62 Tonnen verdrängen. Der Entwurf stammt wie bei der First 36 von Samuel Manuard, das Außendesign von Lorenzo Argento. Zwei Ruderblätter sollen auch bei höheren Geschwindigkeiten für Kontrolle sorgen. Beneteau nennt 80 Quadratmeter Segelfläche am Wind und bis zu 183 Quadratmeter auf raumen Kursen. Nach Angaben der Werft kommt die Spirit bei etwa 15 Knoten Wind ins Gleiten. Ob sie dieses Versprechen ebenso mühelos einlöst wie das Basismodell und wie die Version SE muss ein Test zeigen.
Im Cockpit bleiben die wichtigen Bedienelemente in Reichweite der Steuerleute. Großschot, Traveller und Winsch sind so angeordnet, dass sich die Yacht auch mit kleiner Mannschaft segeln lassen soll. Abnehmbare Sitzbankverlängerungen und ein Cockpittisch verwandeln das offene Arbeitscockpit für den Törn in einen Aufenthaltsbereich. Beneteau nennt außerdem eine leichte Badeplattform und einen großen Stauraum im Heck.
Unter Deck zeigt sich der Sparansatz deutlicher. Der Ausbau ist einfacher und offener gehalten als beim Basismodell, ohne auf eine tourentaugliche Aufteilung zu verzichten. Drei Kabinen, ein Salon und eine Nasszelle stehen zur Verfügung. Anstelle geschlossener Schränke gibt es offene Ablagen, Kleiderstangen und Haltenetze. Die Türen lassen sich dank Magnetbefestigung leicht herausnehmen. Selbst im kleinen Toilettenraum soll ein klappbares Waschbecken Platz sparen. Für die Innengestaltung zeichnen Lorenzo Argento und das Studio SITO verantwortlich.
Der Preis ist die eigentliche Ansage: Beneteau nennt für die First 36 Spirit 200.000 Euro ohne Mehrwertsteuer als Einstieg. Bis dato sind aber weder die konkreten Preislisten noch die Standard-Spezifikationen erhältlich. Zum Vergleich: Das Basismodell First 36 kostet aktuell rund 250.000 Euro ohne Mehrwersteuer und ist damit rund 50.000 Euro teurer als die neue Version Spirit. Die sportlichere Ausführung First 36 SE steht mir ihrer guten und regattaklaren Ausstattung für rund 300.000 Euro im Angebot.
Das erste Boot vom Typ First 36 Spirit ist jetzt im Bau. Die Weltpremiere wird im Januar 2027 auf der Messe boot in Düsseldorf stattfinden.

Redakteur Test & Technik
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