Dufour 44Volumen ist Trumpf – das neue Raumwunder aus Frankreich

Michael Good

 · 16.04.2024

Breites Heck, getreckter Kajütaufbau und eine stark eingezogene Deckskante. Das sind die charakteristischen Erkennungsmerkmale der neuen Dufour 44
Foto: YACHT / P. Contin
Noch breiter, noch mehr Freibord, noch mehr Volumen. Mit der Dufour 44 lotet Dufour Yachts die neuen Grenzen der Machbarkeiten aus. Die YACHT-Testredaktion war für einen ersten Testschlag in der Bretagne schon an Bord der ungewöhnlich geräumigen Fahrtenyacht

Mit dem neuen Schiff schicken die Yachtbauer in La Rochelle das Vorgängermodell Dufour 430 Grand Large nach einer Marktpräsenz von nur knapp fünf Jahren bereits wieder in den Ruhestand. Gleichzeitig wird in enger Taktung die neue Modellgeneration aktualisiert und weiter ergänzt, dies nach der Dufour 37 und der neuen Dufour 41. Und natürlich sind die langjährigen Designpartner von Felci Yacht Design auch wieder mit der Konstruktion für die neue Dufour 44 beauftragt worden. Die Weltpremiere fand im Januar auf der Messe boot in Düsseldorf statt – viel beachtet.

Die Gestaltung und das Layout an Deck wurden großzügig von der kleineren Dufour 41 übernommen. Allerdings haben die Planer zwischen den Steuerständen und dem Süllrand mehr Platz vorgesehen und zudem einen Tritt eingebaut, um leichter aus dem Cockpit auf das Laufdeck zu kommen. Auch dienen die Stufen gleichzeitig als Schapp für die Leinen. Beim neuen Schiff baut Dufour jetzt optional insgesamt sechs Winschen ins Cockpit. Damit können die Schoten für das Großsegel und für die Genua auf beiden Seiten individuell bedient und müssen in den Manövern nicht zwingend umgelegt werden. Beim Test in der Bretagne funktioniert diese Anordnung bestens und ermöglicht zudem weitgehende Einhandtauglichkeit. Auch hat der Käufer die Wahl, ob er das Boot mit einer überlappenden Genua mit Holepunkten auf dem Kajütdach oder mit einer kleineren Selbstwendefock ausgestattet haben möchte.

Nur für die Charter: vier Kabinen, vier Nasszellen

Interessant ist auch das Arrangement unter Deck. Auffälligstes Detail ist der sechseckige Salontisch. Mit zusätzlichen Hockern können so bis zu acht Personen im Salon zusammensitzen. Flexibilität zeigt das Konzept zudem für den Ausbau im Salon, wo die Pantry wahlweise entweder vorn ans Hauptschott gebaut wird oder alternativ seitlich in den Salon.

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Für Eigner wird das Boot mit drei sehr großzügig eingerichteten Doppelkabinen gebaut, jeweils mit eigenem Bad sowie mit der Option, eine der beiden hinteren Nasszellen als separate Duschzelle nutzen zu können. Auch im Vorschiff liegen der Toilettenraum und die Dusche getrennt. Für den Einsatz in der Yachtcharter sind im Vorschiff zwei Kammern und zwei WC-Räume möglich. So kann Dufour das Schiff mit maximal vier Doppelkabinen und jeweils eigenem Bad anbieten, was in der Klasse der Fahrtenyachten um 13 Meter Rumpflänge noch ein Novum und ein Alleinstellungsmerkmal ist.

Im Test bei zwischen 12 und maximal 15 Knoten und etwas Schwell zeigt sich die Dufour 44 von einer durchaus sportlichen Seite, überrascht mit lebhaften Segeleigenschaften und einem ordentlichen Leistungspotenzial. Der Grundpreis ab Werft (inkl. Segel und Motor) beträgt 353.430 Euro brutto, einschließlich 19 % Mehrwertsteuer. Der vollständige Testbericht erscheint in der YACHT, Ausgabe 11/2024, erhältlich ab Mitte Mai 2024.

Technische Daten Dufour 44

  • Konstrukteur: Felci Yacht Design
  • Interieur-Design: Ardizio Design
  • Rumpflänge: 13,10 m
  • Gesamtlänge: 13,91 m
  • Länge Wasserlinie: 12,23 m
  • Breite: 4,45 m
  • Gewicht: 10,2 t
  • Tiefgang: 2,20 m
  • Ballast/-anteil: 2,85 t/28 %
  • Motorisierung: Einbaudiesel 36,7 kW (50 PS)/Saildrive
  • Kapazität Treibstoff: 250 l
  • Kapazität Frischwasser: 250 l
  • Preis: 353.430 Euro, brutto inkl. Segel und Motor

Die Konkurrenz im YACHT-Test:

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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