Dufour 39Lückenschluss für die beliebte 11-Meter-Kasse

Michael Good

 · 13.05.2026

Kompaktes Format, maximal viel Volumen. Mit einer Breite von 4,10 Meter bei nur elf Meter Rumpflänge liegt die Streckung bei einem Wert von weniger als 2,7.
Foto: Dufour Yachts
Mit der neuen Dufour 39 erweitert Dufour Yachts sein Programm im unteren Segment. Der Elf-Meter-Cruiser übernimmt Konzept, Look und Bauweise der größeren Schwestermodelle – und bringt ungewöhnlich viel Ausbauvarianz in die Klasse um 39 Fuß. Die Dufour 39 schiebt sich zwischen die Dufour 37 und die Dufour 41 und reaktiviert damit ein Format um elf Meter Rumpflänge, das im Programm der Franzosen zuletzt unbesetzt war. Das Vorgängermodell Dufour 390 Grand Large war 2018 vorgestellt worden, wurde aber zwischenzeitlich aus dem aktuellen Programm gestrichen. Das neue Modell passt konstruktiv und optisch in die Linie der größeren Modelle Dufour 41, 44, 48 und 54. Darunter bleibt die Dufour 37 ebenfalls im Programm. Damit präsentiert sich Dufour Yachts aktuell mit einem fein abgestuften Angebot in annähernd meterweisen Schritten – vom kompakten Cruiser bis zur großen Fahrtenyacht.

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Füllige Formen und Einzelruder - typisch Felci

Gezeichnet wurde die Dufour 39 von Umberto Felci Yacht Design, seit vielen Jahren Hauskonstrukteur der Werft. Für die Gestaltung und das Styling war Luca Ardizio in die Planung eingebunden. Die neuen Rumpfformen sollen möglichst viel Volumen mit guter Balance unter Segeln verbinden. Auffällig sind die große Breite der Konstruktion mit einem Streckungsfaktor von unter 2,7 sowie das füllige Vorschiff.

Wie bei Dufour mittlerweile üblich wird auch das neue Schiff mit nur einem Ruderblatt auskommen, trotz seiner enormen Breite auch am Heck. Das ist ein Konstruktionsmerkmal, welches die Konstruktionen von Umberto Felci seit Jahren kennzeichnet und ein direkteres Gefühl an der Pinne beziehungsweise am Rad vermitteln soll. Konstruktiv setzt Dufour weiter auf eine aufwändige Fertigung. Der Rumpf der Dufour 39 entsteht komplett im Vakuum-Infusionsverfahren, das Deck im Injektionsverfahren, also per RTM-Moulding.


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​Drei Varianten zur Auswahl


Dufour bietet die neue 39 in drei Ausstattungsvarianten an. Die Basisversion Easy ist auf einfache Bedienung und reduzierte Manöver ausgelegt. Sie kommt mit Selbstwendefock und zwei Winschen auf dem Kajütdach seitlich des Niedergangs. Die Version Ocean richtet sich an Eigner, die klassischer und etwas sportlicher segeln wollen. Sie erhält eine überlappende Genua mit Holepunkten auf dem Kajütaufbau. Zusätzlich kommen Winschen auf den Süllrändern hinzu; damit lässt sich die Großschot doppelt führen, als sogenanntes German-Cupper-System. Die Variante Performance übernimmt die Ausstattung der Ocean-Version, erhält darüber hinaus aber bessere Laminatsegel mit deutlich mehr Segelfläche, einen Achterstagspanner, Fallen und Schoten aus Dyneema sowie einen leichteren Cockpittisch anstelle des Standardtischs.

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Wandelbarer Innenausbau

Für den Innenausbau zeigt sich das Konzept der Dufour 39 ungewöhnlich wandelbar, auch dank eines innovativen, modularen Ausbausystems. Das Standardlayout ist der Zweikabiner mit großer Eignerkabine im Vorschiff und Inselbett sowie einer weiteren Doppelkabine achtern und einer Nasszelle. Im Vorschiff lässt sich das Layout erweitern: Möglich sind hier Ergänzungen mit einer zweiten Nasszelle, einem kleinen Büro oder einem Utility-Raum, der als begehbarer Stauraum oder Kleiderschrank genutzt werden kann.

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Auch achtern bleibt Dufour flexibel. Standardmäßig liegt an Backbord eine große, aus dem Cockpit zugängliche Backskiste; davor kann ein Nassschrank oder eine zusätzliche Dusche vorgesehen werden. Alternativ dazu lässt sich an Backbord auch eine dritte Doppelkabine einbauen, in gleicher Größe wie die Kabine auf der Steuerbordseite. Der Salon ist auf eine große Runde ausgelegt. Laut Konzept bietet die Sitzgruppe Platz für mindestens sechs Personen. Die Pantry ist seitlich als lange Zeile angeordnet – eine Lösung, die im Salon Raum spart und zugleich die Ausbaumöglichkeiten im Achterschiff erweitert.

Drei Versionen, drei Basispreise

Die Einstiegsversion Easy kostet nach vorliegenden Preisangaben 160.000 Euro netto; das entspricht einem Brutto-Verkaufspreis von 190.400 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Ocean-Version liegt bei 164.900 Euro netto beziehungsweise 196.230 Euro brutto. Für die Performance-Version nennt Dufour 169.000 Euro netto oder 201.110 Euro brutto.

Die Preise verstehen sich jeweils mit Segeln und mit Einbaumaschine. Noch nicht bekannt ist, wann das erste Boot des neuen Typs fertiggestellt wird und wann die neue Dufour 39 ihre Premiere feiern soll.

Technische Daten Dufour 39

  • Konstrukteur: Felci Yacht Design
  • Gestaltung Design: Luca Ardizio
  • Rumpflänge: 11,0 m
  • Gesamtlänge: 12,0 m
  • Länge Wasserlinie: 11,0 m
  • Breite: 4,10 m
  • Tiefgang: 2,0 m
  • Gewicht: 8,6 t
  • Ballast/-anteil: 2,3 t / 27%
  • Masthöhe über Wasserlinie: 14,80 m
  • Großsegel: 40,0 m2
  • Selbstwendefock: 34,0 m2
  • Motorisierung: Einbaudiesel 29 PS mit Saildrive
  • Motorisierung optional: Einbaudiesel 45 PS
  • Kapazität Treibstoff: 160 lt
  • Kapazität Frischwasser: 160 lt

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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