YACHT
· 28.04.2026
Wer durch das norditalienische Forlì fährt, ahnt zunächst wenig vom Meer. Und doch entstehen hier, im Herzen der Emilia-Romagna, Yachten, die später in den Häfen von Saint-Tropez, Miami oder Mallorca liegen. Cantiere del Pardo, kurz CDP, hat sich aus dem Binnenland heraus zu einem der profiliertesten Namen des italienischen Yachtbaus entwickelt.
Die Geschichte der Werft begann 1973 in Bologna. Heute steht Cantiere del Pardo für mehr als fünf Jahrzehnte Bootsbau, über 5.000 ausgelieferte Yachten und ein Portfolio, das Segel- und Motoryachten zwischen 30 und 80 Fuß umfasst.
1988 zog das Unternehmen von Bologna nach Forlì. Der Standort liegt in einem historischen Distrikt des "Made in Italy" und gilt bis heute als Umfeld, in dem handwerkliche Qualität, Designkompetenz und spezialisierte Zulieferer eng miteinander verbunden sind.
Für Cantiere del Pardo ist dieser Standort mehr als eine Produktionsadresse. Die Werft verweist auf qualifizierte Fachkräfte, regionale Zulieferstrukturen und ein handwerkliches Niveau, das wesentlich zum Charakter der Boote beiträgt.
Heute entwirft, baut und vermarktet CDP Sport- und Freizeityachten in unterschiedlichen Segmenten. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Marken: Grand Soleil Yachts, Pardo Yachts und VanDutch Yachts.
Im Segelyachtbereich ist Grand Soleil die traditionsreichste Marke von Cantiere del Pardo. Mit ihr wurde die Werft seit den siebziger Jahren bekannt. Die Modellpalette gliedert sich heute in mehrere Bereiche.
Die Performance-Range richtet sich an Eigner, die sportliches Segeln mit hochwertigem Ausbau verbinden wollen. Die Range reicht von der GS 40 über die GS 44, GS 52, GS 65, GS 72 bis zur GS 80. Für Regatta-orientierte Segler gibt es eigene Race-Konfigurationen .
Die Long-Cruise-Modelle, gekennzeichnet mit dem Zusatz LC, sind stärker auf komfortables Langstreckensegeln ausgelegt. Mit neuen Modellen wie der GS 42 LC, der GS 52 LC, der GS 60 LC, der GS 65 LC, der 72 LC und einem 80-Fuß-Projekt im Performance-Segment positioniert sich Cantiere del Pardo deutlich im Bereich der "Luxury Blue Water"-Yachten.
Mit dem Projekt Grand Soleil BLUE verfolgt die Werft zudem ein Konzept, das Nachhaltigkeit mit dem modernen Weekender-Segment verbinden soll.
Ein zentrales Merkmal bleibt der Ausbau. Mehr als 100 Handwerker arbeiten laut Werft an Holzarbeiten, Oberflächen und Finishs. CDP verweist dabei auf die regionale Tradition italienischer Möbelhandwerkskunst, die den Innenausbau der Yachten prägt.
Mit Pardo Yachts wagte Cantiere del Pardo 2017 den Schritt in den Motorbootmarkt. Die Marke sollte die Erfahrung aus dem Segelyachtbau in ein neues Segment übertragen: moderne Motoryachten mit klarer Linienführung, offenen Deckslayouts und hohem Designanspruch.
Inzwischen umfasst Pardo drei Reihen. Die Walkaround-Modelle P38, P43 und P50 bilden den Kern der Marke. Die Endurance-Linie mit den 60- und 72-Fuß-Modellen ist stärker auf längere Aufenthalte an Bord ausgelegt. Dazwischen positioniert sich die GT-Reihe, die Elemente aus Dayboat, Cruiser und Motoryacht verbindet.
Damit hat sich Pardo innerhalb weniger Jahre zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Portfolio von Cantiere del Pardo entwickelt.
Die jüngste Ergänzung im Markenportfolio ist VanDutch Yachts. Die niederländische Marke kam 2020 zu Cantiere del Pardo und gilt im Luxus-Motoryachtsegment unter 80 Fuß als eigenständige Designmarke.
VanDutch wird bewusst exklusiv positioniert. Die Vermarktung läuft über sogenannte VanDutch Centers an ausgewählten Standorten, darunter der Gardasee, Saint-Tropez, Miami, die Balearen und Amsterdam. Mit der VanDutch 75 wurde zudem ein neues Flaggschiff angekündigt.
Durch die Übernahme ergänzt CDP sein Portfolio um eine Marke, die stärker auf Lifestyle, Design und urbane Luxusreviere zugeschnitten ist.
Neben Design, Handwerk und Markenführung rückt Cantiere del Pardo den Begriff Nachhaltigkeit zunehmend in den Mittelpunkt. Die Werft verweist auf eine Strategie zur Reduktion negativ wirkender Materialien, auf Lieferkettenkontrolle und auf die besondere Verantwortung eines Unternehmens, dessen Produkte unmittelbar mit dem marinen Ökosystem verbunden sind.
Mit Grand Soleil BLUE versucht CDP, diesen Anspruch in ein konkretes Produktversprechen zu übertragen. Das Konzept soll zeigen, wie sich der Bau moderner Yachten mit einem stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Entwicklungsansatz verbinden lässt.
Ein weiterer Baustein der Strategie ist die Community rund um die Marken. Exklusive Regatten, Events und Präsentationen sollen Eigner auch nach dem Kauf an die Werft binden. Besonders bei Grand Soleil spielt dieser Gedanke eine wichtige Rolle.
Damit folgt Cantiere del Pardo einem Trend, der im Premium-Yachtbau immer wichtiger wird: Der Kauf einer Yacht endet nicht mit der Übergabe. Markenbindung entsteht zunehmend über Veranstaltungen, persönliche Kontakte, Serviceangebote und das Gefühl, Teil eines exklusiven Netzwerks zu sein.