Astus 26.5Flinkes Dreibein mit Tourenambitionen

Michael Good

 · 25.07.2026

Die Konstrukteure bei VPLP haben die Schwimmer nun noch deutlich voluminöser gestaltet. Damit segelt der Astus ausgewogen und schnell.
Foto: Astus Boats
​Die Trimaran-Experten von Astus Boats in der französischen Bretagne haben ein neues Flaggschiff. Das universelle und wandelbare Konzept des Astus 26.5 richtet sich an eine junge, sportliche Kundschaft und ist auf ein möglichst breites Einsatzspektrum ausgelegt. Die YACHT-Redaktion hat das Boot getestet und bringt erste Fotos mit.

Themen in diesem Artikel

Markentypisch ist auch beim neuen Astus 26.5 das bewährte System zum Zusammenschieben der Rümpfe, um die Breite im Hafen zu reduzieren oder den Transport auf der Straße zu ermöglichen. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Die Beams bestehen aus soliden Aluminium-Rundrohren, die versetzt angeordnet sind und in entsprechend größer dimensionierten Passrohren laufen, die in die Rümpfe integriert sind. An Land werden die Schwimmer parallel dicht an den Mittelrumpf geschoben, auf dem Wasser lassen sie sich über einen Schotzug mithilfe der Winsch einziehen. Im Test funktioniert das gut.

Mehr Volumen, mehr Auftrieb

Die Konstruktion des neuen Astus 26.5 stammt aus dem renommierten Büro VPLP Design. Die auffällig schlanken Seitenschwimmer zeigen ein markantes Wavepiercer-Design und sind vor allem im Vorschiffsbereich höher ausgeführt, um auch im Seegang ausreichend Auftrieb zu bieten. Auch hinten sind die Rümpfe seitlich deutlich voluminöser, höher und kantiger im Spant. Die spezielle Form soll verhindern, dass die Schwimmer hinten zu stark einsinken und damit bremsen.


Weitere Artikel zum Thema


Ebenfalls charakteristisch sind die ausgeprägten Kimmkanten des Mittelrumpfs über die gesamte Länge. Der tulpenförmige Spant („Tulip Shape“) sorgt für eine schlanke Wasserlinie, stellt zugleich aber genügend Volumen für einen tourentauglichen Innenausbau bereit.

Simples Handling, viele Möglichkeiten

Ein tiefes Schwenkschwert im zentralen Rumpf lässt sich vollständig aufholen. Zusammen mit dem angehängten, ebenfalls aufholbaren Ruder kann der Trimaran auf Touren und beim Wandersegeln bis direkt an den Strand herangesegelt werden. Auch das Ein- und Auswassern über eine Sliprampe gestaltet sich damit unkompliziert. Dank der reduzierbaren Breite von minimal 2,52 Metern und eines Gewichts von nur 1,1 Tonnen lässt sich der Astus 26.5 zudem problemlos auf einem Trailer über die Straße transportieren.

Der Astus 26.5 wird in verschiedenen Ausbauvarianten angeboten und kann bereits ab Werft gezielt an die Bedürfnisse der Eigner angepasst werden. Entsprechende Ausstattungspakete, etwa mit Gennaker oder Code Zero, sind gegen Aufpreis erhältlich. Unter Deck bietet der Trimaran bis zu vier Personen einen soliden Wohn- und Fahrtenkomfort. Zwei seitlich angeordnete Pantrymodule unterstützen die Ansprüche an das Tourensegeln, ein Chemie-WC ist unter der Koje im Vorschiff untergebracht.

Überzeugende Segelleistungen

Beim YACHT-Test vor La Trinité-sur-Mer in der Bretagne stellt der sportliche Astus 26.5 bei idealen Windbedingungen sein gesamtes Leistungsspektrum eindrucksvoll unter Beweis. Der vollständige Testbericht mit allen Eindrücken unter Segeln und beim Manövrieren sowie den Einschätzungen zum Wohn- und Tourenkomfort an und unter Deck folgt in einer der nächsten Ausgaben der YACHT.

Technische Daten Astus 26.5

  • Konstrukteur: VPLP
  • Konzept: Jean-Hubert Pommois
  • CE-Entwurfskategorie: C (5)/D (7)
  • Rumpflänge (Mittelrumpf): 7,90 m
  • Gesamtlänge mit Bugspriet und Ruderanlage: 8,90 m
  • Breite segelklar: 5,80 m
  • Breite reduziert: 3,10 m (Hafen) / 2,54 m (auf dem Trailer)
  • Gewicht: 1,2 t
  • Tiefgang mit Schwenkschwert: 0,35 - 1,80 m
  • Segelfläche am Wind: 36 m² (Version Leisure + Cruising) / 41,0 m² (Sport)
  • Masthöhe über Wasserlinie: 11,30 m
  • Code Zero: 35,0 m2
  • Gennaker: 52,0 m2
  • Motorisierung: bis max. 10 PS / Außenborder
  • Preis: 98.075 Euro brutto, inkl. 19% MMSt. / inkl. Segel
Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten