Hallberg-Rassy sinkt vor der BretagneSkipper von Felsen gerettet

Rettung aus der Luft: Nach einer Grundberührung mit Wassereinbruch flüchtete sich ein Segler vor der auf einen Felsen. Gegen 2 Uhr morgens wurde er gerettet, seine Hallberg-Rassy sank.
Foto: Préfecture maritime de l’Atlantique
Eine Hallberg-Rassy ist in der Nacht auf den 23. Juli vor dem bretonischen Cap de la Chèvre auf Grund gelaufen und gesunken. Der allein segelnde Skipper rettete sich auf einen Felsen und wurde von einem Hubschrauber der französischen Marine geborgen.

​Vor der bretonischen Atlantikküste ist eine Hallberg-Rassy nach einer Grundberührung gesunken. Der Unfall ereignete sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli vor dem Cap de la Chèvre bei Crozon. Der allein an Bord befindliche Skipper konnte die Yacht rechtzeitig verlassen und sich auf einen Felsen retten. Dort wurde er von den per Mayday-Relay alarmierten Einsatzkräften des Seenotrettungszentrum CROSS entdeckt und gegen 2 Uhr morgens von einem Hubschrauber der französischen Marine mittels Winde geborgen. Anschließend brachte ihn die Besatzung zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus nach Brest.

​Über den Zustand des Skippers sowie die genaue Ursache der Grundberührung liegen bislang keine weiteren Angaben vor.

Zum Einsatz kamen ein H160-Hubschrauber der französischen Marine sowie zwei Seenotrettungseinheiten der SNSM-Station Camaret-sur-Mer: die SNS 097 „Notre-Dame de Rocamadour“ und die SNS 723 „Tai Bihan“.

Ursache der Grundberührung noch ungeklärt

​Wie es zu der Grundberührung kam, ist bislang nicht bekannt. Die französischen Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, ob ein Navigationsfehler, ein technisches Problem oder andere Umstände zu dem Unfall führten.

Nach den bisher vorliegenden Informationen waren die Wetterbedingungen in dieser Nacht moderat. Gemeldet wurden westliche bis nordwestliche Winde mit Böen von rund 15 bis 25 km/h, Temperaturen zwischen 16 und 17 Grad und ein überwiegend bewölkter Himmel mit einzelnen Schauern.

Felsige Küste am Cap de la Chèvre

Das Cap de la Chèvre bildet die Südspitze der Halbinsel Crozon. Der Küstenabschnitt ist von steilen Felsen, vorgelagerten Gefahrenstellen und den Gezeiten des Atlantiks geprägt. Vor allem bei Nacht verlangt die Navigation in Küstennähe eine fortlaufende Positionskontrolle und ausreichenden Abstand zu bekannten Untiefen.

Die Bretagne gilt allgemein als gezeitengeprägtes und navigatorisch anspruchsvolles Segelrevier. Im Revierbericht zur Bretagne werden insbesondere felsige Küstenabschnitte, Untiefen und starke Tidenströme als zentrale Anforderungen an die Törnplanung beschrieben.

Für Fahrtensegler zählt eine sorgfältige Navigation in solchen Gebieten zu den wichtigsten Sicherheitsfaktoren. Vor allem bei Nacht lassen sich Entfernungen, Landmarken und Gefahrenzonen oft nur schwer richtig einschätzen. Umso wichtiger ist es, Tidenstand und Strom vorab genau zu planen, kritische Wegpunkte festzulegen, genügend Abstand zur Küste zu halten und die eigene Position fortlaufend zu kontrollieren.

Kommt es in Küstennähe zu einer Grundberührung mit anschließendem Wassereinbruch, bleibt meist nur wenig Zeit, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Dann gilt: frühzeitig Notruf absetzen, Crew und persönliche Sicherheit priorisieren, Leckabwehr sofort einleiten und sich rechtzeitig auf das mögliche Verlassen des Schiffes vorbereiten.


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