UnwetterOrkan "Nadia": Segler kommen mit blauem Auge davon

Pascal Schürmann

 · 31.01.2022

Unwetter: Orkan "Nadia": Segler kommen mit blauem Auge davonFoto: NDR
Nur Mast und Vorsegel schauen noch aus dem Wasser: In Rostock ging im Sturm ein Segelboot auf Tiefe, wie der NDR berichtet
Sturmfluten an Nord- und Ostsee sowie Windgeschwindigkeiten von weit über 100 Stundenkilometern: Wie Häfen und Schiffe den Orkan "Nadia" überstanden haben

Umgestürzte Bäume, Überschwemmungen, Ausfälle im Bahnverkehr und mindestens zwei Todesfälle – während am Wochenende das Orkantief "Nadia" teilweise schwere Schäden in Norddeutschland verursachte, sind Häfen und Bootseigner offenbar weitestgehend glimpflich davongekommen. Berichte über Verwüstungen oder Zerstörungen in Marinas oder Winterlagern liegen nach YACHT-Informationen bislang nur vereinzelt vor.

In Laboe hatte sich eine Yacht vom Liegeplatz losgerissen, sie konnte aber rasch wieder gesichert werden. Schwerer erwischte es ein Segelboot in Rostock, wie der NDR in einem Beitrag über die Folgen des Sturms berichtet hat. Das Boot war offenbar vom Sturm gegen die Kaimauer gedrückt worden, leckgeschlagen und gesunken. In einigen Winterfreilagern rissen sich Planen von abgedeckten Schiffen los. In Kappeln musste die DGzRS einem abgetriebenen Kite-Surfer zu Hilfe eilen. Über weitere Schäden oder Einsätze in Zusammenhang mit Wassersportlern ist indes – noch – nichts bekannt.

Der Sturm hatte Nord- und Ostsee getroffen. Am Leuchtturm Hiddensee waren mit 157 Stundenkilometern die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen worden. Im westlichen Teil der deutschen Ostseeküste waren zudem die Pegel erst stark gefallen, bevor Stunden später dann das Hochwasser einsetzte. Im Flensburger Hafen lagen einige Schiffe zeitweise auf Grund, bevor das Wasser dann mit Macht zurückkehrte. Die Pegel erreichten gut eineinhalb Meter über dem mittleren Wasserstand.

Einige Fährverbindungen waren zudem unterbrochen, die Uferbereiche einiger Städte wie auch zahlreiche Steganlagen von Yachthäfen überspült. Etwa 16 Seemeilen vor der Küste Ostfrieslands trieb ferner mehrere Stunden lang ein Frachter nach Maschinenausfall in der schweren See. Er konnte von Schleppern gesichert werden.

In Wilhelmshaven riss sich eine Fregatte der Marine von der Pier. Auch sie konnte rasch von der Besatzung wieder fest vertäut werden. In Hamburg fuhr sich ein Binnenschiff unter einer Elbbrücke fest; die Bergungsarbeiten dauern an. Die deutschen Nordseeinseln haben teils starke Sandverluste zu beklagen; die Sturmflut hat Teile der Strände abgetragen. Und auf der Fehrmarnsundbrücke kippte ein kleinerer Lastwagen um, sodass die Brücke zeitweise gesperrt werden musste.

Ganz überstanden ist "Nadia" noch nicht. Für die deutsche Nordseeküste sind in den nächsten Tagen drei weitere Sturmfluten angekündigt.

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Pascal Schürmann

Textchef YACHT

Pascal Schürmann hat 2001 bei der YACHT in Hamburg als Textchef angeheuert. Den Umgang mit Pinne und Schot lernte er als Jugendlicher in der Wanderjolle auf dem Sneeker Meer sowie auf dem Dickschiff auf dem IJsselmeer. Während und nach dem Studium folgten Törns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Als gelernter Wirtschaftsjournalist kümmert er sich zudem um Bootsfinanzierungs- und Yachtversicherungsberichte, hegt aber auch ein Faible für Blauwasserthemen.

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