Für das Schiff aber kommt jede Hilfe zu spät – die 19-Meter-Rennyacht wird zum Totalschaden. Sie gehört der Nordic-Hotelkette aus Kiel, die sie für Incentives nutzte. Zu den Umständen des Unglücks erklärt Maarten Nood, Leiter der KNRM-Rettungsstation in Den Helder, gegenüber YACHT online: „Wir erhielten am Samstagabend die Alarmierung von der Küstenwache über eine Yacht auf Grund mit unbekannter Position, da die Besatzung keine genauen Angaben über den Schiffsort machen konnte. Auf Anweisung der Küstenwache wurde dann von Bord der Yacht eine Seenotrakete abgeschossen. Daraufhin konnte das Schiff im Molengat lokalisiert werden."
Dieses Fahrwasser führt von Norden her in die Marsdiep, also den Anlauf nach Texel. Dabei geht es wenige hundert Meter am Strand der westlichsten Watteninsel vorbei. Da die KNRM bei Niedrigwasser beim Havaristen ankam, lief zuvor das Wasser im Molengat gegen die vorherrschende Windrichtung. „Bei solchen Bedingungen bleibt man da besser weg. Der Umweg durch das südlich gelegene Schulpengat sind zwar 15 Meilen, aber es ist viel sicherer. Zumal, da im Frühjahr diesen Jahres die Betonnung im Molengat ausgedünnt wurde", so Nood weiter. Die jetzt noch vorhandene Restbetonnung ist unbeleuchtet.
Bei Ankunft der Retter lag die Yacht bereits so weit auf dem Stand, dass selbst die flachgehenden Jet-Ribs der KNRM nicht mehr herankamen, Schleppversuche wurden erst gar nicht unternommen. Die vier Besatzungsmitglieder des Havaristen wurden mit einem kleinen Schlauchboot vom Strand aus gerettet, sie sind wohlauf. Facebook-Kommentare auf der Seite der KNRM Den Helder von Yachtbesatzungen, die die Aktion am Funk verfolgten, lassen auf Panik an Bord der „Nordic Blue" schließen. Man habe sehr seltsame Positionsmeldungen abgegeben und nicht beim Einpeilen des Funksignals geholfen.
Wieso sich die "Nordic Blue" nachts im Molengat aufhielt, ist derweil noch unklar. Der Eigner, die Nordic-Blue-Hotelgruppe, will in Kürze eine Pressemitteilung zu dem Vorfall verfassen.