UnglückBritische Segler auf Atlantik vermisst

Michael Rinck

 · 19.05.2014

Unglück: Britische Segler auf Atlantik vermisstFoto: Tim Wright/photoaction.com
DIe "Cheeki Rafiki" auf der Antigua Sailing Week 2014
Die Besatzung der "Cheeki Rafiki" wird seit Freitag vermisst. Trotz eindringlicher Appelle der Familien wurde die Suche eingestellt
  Die "Cheeki Rafiki" bei der Antigua Sailing Week 2014Foto: Tim Wright/photoaction.com Die "Cheeki Rafiki" bei der Antigua Sailing Week 2014

Seit Freitag werden vier britische Segler auf dem Atlantik vermisst, Andrew Bridge, 21, Profiskipper und drei Crew-Mitglieder. Sie waren mit der Beneteau First 40.7 "Cheeki Rafiki" auf dem Weg aus der Karibik zurück nach England. Die Charteryacht von Stormforce Coaching hatte an der Antigua Sailing Week teilgenommen und befand sich auf dem Rückweg.

  Die letzte bekannte Position der "Cheeki Rafiki"Foto: Google Maps Die letzte bekannte Position der "Cheeki Rafiki"

Der Skipper Andrew Bridge hatte einem Kollegen bei der Charterfirma bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass Wasser ins Schiff eindringe. Doch die Situation schien unter Kontrolle. Die Crew änderte den Kurs Richtung Azoren. Als am Freitag der Kontakt abbrach, befand sich die Yacht etwa auf halbem Weg zwischen Cape Cod und den Azoren mitten auf dem Atlantik. Die US Coast Guard leitete eine Suchaktion ein, an der sich zwei Flugzeuge und in der Nähe der Unglücksstelle befindliche Frachtschiffe beteiligten. Die Mannschaft der "Maersk Kure" sichtete eine gekenterte Yacht, die Wetterbedingungen und die Ausrüstung des Frachters ließ aber keine nähere Untersuchung zu. Schon am Sonntag beendete die US Coast Guard die Suche, wie "The Guardian" berichtete.

Freunde und Verwandte der vermissten Segler wandten sich nun mit eindringlichen Appellen an die Behörde, die Suche wieder aufzunehmen. Auch der bekannte Extremsegler Pete Goss schloss sich dieser Forderung an und richtete eine Online-Petition zur Wiederaufnahme der Suche ein.

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  Ein Maersk-Frachtschiff sichtete diese gekenterte Yacht: Vielleicht die "Cheeki Rafiki"Foto: US Coast Guard Ein Maersk-Frachtschiff sichtete diese gekenterte Yacht: Vielleicht die "Cheeki Rafiki"

"Wie lange nach einem Unglück nach Überlebenden gesucht wird, muss immer im Einzelfall entschieden werden. Im Einsatzgebiet der DGzRS auf Nord- und Ostsee gilt aber, dass so lange gesucht wird, bis keine Chance mehr auf Rettung besteht. Die Dauer der Suchaktion ist unabhängig davon, wie viele Menschen in Seenot geraten sind", so die Sprecherin der DGzRS in Bremen Antke Reemts.

Am Freitag hatte die US Coast Guard zwei EPIRB-Signale der "Cheeki Rafiki" empfangen, konnte sie aber nicht orten. Die Hoffnung besteht weiterhin, dass die Crew die Yacht verlassen hat und in die Rettungsinsel gestiegen ist.

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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