Nur Sekunden entschieden über Leben und Tod: Als das deutsche Seglerpaar Kirsten und Detlef Kaack am Montagabend im Hafen von Korsør das nahende Frachtschiff bemerkten, sprangen sie geistesgegenwärtig von ihrer festgemachten Yacht. Kurz darauf rammte die "Olymp Trader" ihr Boot. Der Grund für die Kollision: Der 54-jährige russische Erste Offizier stand unter Alkoholeinfluss – sein Blutalkoholwert lag ein Promille über dem zulässigen Grenzwert. Für das Ehepaar aus Schleswig-Holstein, das seit zwölf Jahren in dänischen Gewässern segelt, war es die letzte Reise – allerdings ganz anders als geplant.
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Was als letzte große Segelreise geplant war, endete in einem Albtraum: Im Hafen von Korsør rammte am Montagabend, 8. Juni, ein Frachtschiff die festgemachte Segelyacht des deutschen Ehepaars Kirsten und Detlef Kaack aus Lankau in Schleswig-Holstein. Der russische Erste Offizier des Frachters stand dabei unter Alkoholeinfluss, wie der dänische Sender TV2 Øst berichtet.
Detlef Kaack schilderte dem dänischen Fernsehen die dramatischen Momente: „Ich hörte plötzlich etwas, schaute aus dem Fenster und sah das Frachtschiff, das ungewöhnlich nah an uns war." Als er an Deck ging, erkannte der 70-Jährige sofort die Gefahr. „Der Bug des Schiffes steuerte direkt auf uns zu. Es würde schiefgehen, und wir verließen sofort das Boot und gingen auf den Kai. Wenige Sekunden später rammte das Schiff unser Boot. Ich dachte, es würde sinken."
Das Paar hatte seine Elan 45 ordnungsgemäß mit vier Leinen festgemacht und sich nach einem langen Segeltag an Bord entspannt. Die rechtzeitige Reaktion rettete ihnen vermutlich das Leben. „Wir hätten schlafen können. Das ist zutiefst unverantwortlich", sagte Kaack gegenüber TV2 Øst. Besonders empört zeigte er sich darüber, dass das Schiff nicht einmal mit dem Horn gewarnt habe.
Laut den Berichten von TV2 Øst fuhr das schwere Frachtschiff Olymp Trader (Baujahr 2002), das in Antigua und Barbuda registriert ist und aus Wismar kam, zunächst drei Laternen am Kai um, bevor es die Segelyacht rammte. Anschließend kollidierte es auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens erneut mit dem Kai.
Detlef Kaack schätzt den Schaden an seiner Yacht auf über 100.000 Euro. Das Paar bangt nun, ob das Boot überhaupt noch gerettet werden kann.
Der 54-jährige russische Erste Offizier wurde noch am Montagabend von der Polizei festgenommen, berichtet TV2. „Wir haben den Mann festgenommen, weil sein Blutalkoholwert ein Promille über dem zulässigen Grenzwert lag", erklärte Kasper Skotte, diensthabender Beamter der Polizei von Südseeland und Lolland-Falster, dem Sender. Der Offizier wurde wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt.
Laut TV2 Øst war bei dem Manöver kein Lotsenboot zur Unterstützung vor Ort, obwohl dies bei schwierigen Hafenmanövern üblich ist.
Für das Ehepaar Kaack ist der Vorfall besonders bitter: Die drei- bis vierwöchige Tour rund um Seeland sollte ihre letzte große Segelreise werden. Seit 2013 verbrachten sie ihre Sommer in dänischen Gewässern – ohne jemals Probleme gehabt zu haben, wie Detlef Kaack betonte.
„Es ist ein Albtraum. Es ist furchtbar", sagte Kirsten Kaack zu TV2 Øst. Das Paar musste seine Reise abbrechen. Nach diesem Erlebnis wollen beide nicht mehr segeln.
TV2 Øst berichtete, dass die Versuche, einen Kommentar von der Reederei des Schiffes "Olymp Trader" zu erhalten, erfolglos blieben.
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