Rund 200 Kräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz probten vor Ribnitz-Damgarten die Rettung und Versorgung der Passagiere eines brennenden Fahrgastschiffs. Das Szenario spielte auf dem Wasser bei Pütnitz: Ein Brand an Bord, zahlreiche Verletzte und ein „Massenanfall von Verletzten“ verlangten nach einer abgestimmten Rettungskette vom Schiff über die Übergabepunkte bis zum Rettungsdienst an Land.
Neben den freiwilligen Feuerwehren waren der Katastrophenschutzzug des Landkreises Vorpommern-Rügen, Rettungswagenbesatzungen, Hubschraubercrews, Berufstaucher und weitere Spezialkräfte beteiligt. Ein Führungsstab koordinierte den Einsatz. Auch Drohnen kamen zum Einsatz. Die Übung sollte nicht nur die Rettung der Passagiere abbilden, sondern vor allem zeigen, ob Kommunikation, Material und Zuständigkeiten unter Zeitdruck funktionieren.
Dabei trat auch eine konkrete Lücke zutage: Für die Brandbekämpfung im Maschinenraum fehlten zunächst passende Schläuche, sie mussten nachgefordert werden. Nach Angaben des NDR wird die Lage in den nächsten Tagen ausgewertet. Gerade solche Erkenntnisse machen den praktischen Wert einer Großübung aus.
Zeitgleich hat vor Eckernförde die mehrtägige SAREx der DGzRS begonnen. SAREx steht für Search and Rescue Exercise. Neun Rettungseinheiten der Seenotretter, zwei Behördenschiffe sowie ein Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger und ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter wirken mit. Hinzu kommen Schiffe, die bei einzelnen Lagen Havaristen darstellen. Insgesamt sind rund 80 Personen beteiligt.
Im Mittelpunkt stehen typische, aber anspruchsvolle Einsätze auf See: vermisste Menschen suchen, Schiffbrüchige retten, Verletzte medizinisch erstversorgen und havarierte Schiffe sichern. Die Crews erhalten die Lage erst mit der simulierten Alarmierung. Damit müssen sie wie im Ernstfall zunächst die Informationen bewerten, Suchgebiete und Kräfte koordinieren und die medizinische Versorgung organisieren. Verletztendarsteller der Emergency Training Group von I.S.A.R. Germany sorgen dabei für realistische Verletzungsmuster und Einsatzlagen.
Die Kernübungen vor Eckernförde laufen von heute bis Samstag, 19. September. Geplant sind fünf Szenarien. Wassersportler sollten Abstand von den Übungsgebieten halten.
Auch im Hamburger Hafen wird der Ernstfall geprobt. Am 24. September startet dort die zivil-militärische Übung „Red Storm Charlie“.
Medizin auf See konzentriert sich auf die medizinische Seite von Notfällen an Bord. Der Band erläutert unter anderem die Erstversorgung bei Bewusstlosigkeit, Blutungen, Ertrinken und Verbrennungen sowie die Vorbereitung der Bordapotheke.
Die Profis üben Notfallszenarien regelmäßig. Sie auch? Zum Beispiel Person-über-Bord-Manöver, Bergung über Bord gefallener Mitsegler aus dem Wasser oder Versorgung verletzter oder unterkühlter Mitsegler. Schreiben Sie es uns in die Kommentare.

Textchef YACHT
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