SeenotrettungSignalrakete führt Retter zu sinkender Yacht

Lars Bolle

 · 16.10.2026

Die Retter erreichen die Havarierte Yacht.
Foto: RNLI
Bei einer Seenotrettung im Bristolkanal hat eine rote Signalrakete den Rettern den Weg zu einer sinkenden Yacht gewiesen. Der Einhandsegler konnte sein UKW-Funkgerät nicht nutzen. Dabei entstand ein Video, das kein Skipper von seiner Yacht sehen möchte.

Die Seenotrettung ereignete sich bereits am 28. August 2026. Die britische Rettungsorganisation RNLI veröffentlichte ihren Einsatzbericht aber erst am 15. Oktober, inklusive eines Videos des Einsatzes, an dessen Ende die Yacht sinkt . Demnach war die Yacht auf den Scarweather Sands auf Grund gelaufen und nahm Wasser.

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Yacht zunächst nicht zu finden

Der Skipper informierte die Retter via Handyruf 999. Aus Porthcawl lief das Rettungsboot der Klasse Atlantic 85 Namens “Rose Of The Shires” um 15.10 Uhr aus. Nach Angaben der RNLI wehte Südwestwind mit fünf bis sechs Beaufort. Die Besatzung suchte zunächst vergeblich: Weder mit bloßem Auge noch auf dem Radar war die Yacht auszumachen.

Der allein segelnde Skipper konnte sein UKW-Funkgerät nicht benutzen. Weshalb, geht aus dem Bericht nicht hervor. Erst eine auf Aufforderung der Retter, offenbar via Handy, ein rote Signalrakete abzufeuern machte seine Position für die Retter erkennbar.

Wassereinbruch nicht zu stoppen

Am Einsatzort führte die Besatzung des Atlantic 85-Rettungsboots eine erste Untersuchung durch und stellte fest, dass die Yacht eine erhebliche Menge Wasser aufgenommen hatte. Es wurde beschlossen, ein Rettungsbootbesatzungsmitglied an Bord der Yacht zu bringen, um die Lage weiter zu beurteilen. Es war sofort klar, dass die Besatzung den Skipper so schnell wie möglich bergen musste, da es unmöglich wäre, den Wasserfluss zu stoppen. Der Matrose wurde sicher auf das Küstenrettungsboot gebracht, bevor das Schiff sank.

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​Inzwischen war das Allwetter-Rettungsboot “Roy Barker IV” von Mumbles auf dem Weg zum Einsatzort. Nachdem die Besatzung eingetroffen war, wurde der Skipper an das Rettungsboot übergeben und sicher in Swansea an Land gebracht.

Der Rettungsdienst lobt in seinem Bericht den Skipper ausdrücklich für seine Vorbereitung. Der Bristol Channel habe die zweitgrößte Gezeitendifferenz der Welt und könne den Menschen schnell in schwierige Situationen bringen. Der Skipper habe mehrere Mittel an Bord gehabt, um Hilfe zu rufen, sowie geeignete Sicherheitsausrüstung.

Technische Daten und Ausstattung “Rose Of The Shires”

  • Typ: Festes Schlauchboot (RIB) der 3. Generation (B-class inshore lifeboat).
  • Länge: 8,5 Meter.
  • Antrieb: Zwei 115 PS starke 4-Takt-Außenbordmotoren (wassersdicht und umwurfsicher konzipiert).
  • Höchstgeschwindigkeit: Über 35 Knoten (ca. 65 km/h).
  • Besatzung: Standardmäßig 4 Personen.
  • Reichweite / Einsatzdauer: Ca. 2,5 Stunden.
  • Ausstattung: Ausgestattet mit SIMS (Seasall Information Management System mit Radar, Kartenplotter, UKW-Funk und AIS) sowie manueller Aufrichtvorrichtung nach dem Kentern.

​Hintergrund: Ein 999-Notruf ist die offizielle und älteste Notrufnummer im Vereinigten Königreich (Großbritannien und Nordirland) sowie in einigen anderen Ländern des ehemaligen britischen Commonwealth.

  • Sie wurde am 30. Juni 1937 in London als weltweit erster dedizierter Notruf eingeführt.
  • Über die kostenlose Nummer 999 erreichen Anrufer die Notrufzentrale (Police, Fire, Ambulance – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst).
  • In Großbritannien kann man alternativ auch die europaweite Notrufnummer 112 wählen.
  • In Deutschland kann Bremen Rescue auch direkt über 124 124 angerufen werden.

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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