Gegen 13.15 Uhr fiel der Besatzung des Bundespolizei-Einsatzschiffes „Bad Düben" rund zwanzig Seemeilen nordwestlich von Hooksiel in Höhe der Elbeansteuerung eine unkontrollierte Segelyacht auf. Das Boot bewegte sich auffällig ohne klaren Kurs und es reagierte niemand auf Funkrufe. Die Bundespolizisten entschieden daraufhin, das Geschehen genauer zu untersuchen.
Mit dem Beiboot der „Bad Düben" setzten zwei Bundespolizeibeamte auf die 14 Meter lange Segelyacht über. Was sie dort vorfanden, war dramatisch: Ein älterer Mann – allein an Bord mitten auf der Nordsee – war so schwer erkrankt, dass er dringend medizinische Behandlung brauchte. Sein Zustand galt nach Angaben der Seenotretter als lebensbedrohlich.
Die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See in Bremen wurde sofort alarmiert und koordinierte von diesem Moment an den gesamten Einsatz. Eine wichtige Frage die es dabei zu bedenken galt war: Was tun mit dem Schiff, wenn der Segler ausgeflogen wird?
Die Rettungsleitstelle See setzte alle verfügbaren Kräfte in Bewegung und startete eine für die bei Einsätzen im Nordseerevier typische Verbundoperation. Mit dem 46 Meter langen Seenotrettungskreuzer “Hermann Marwede” von der Station Deutsche Bucht/Helgoland kam dabei das größte Schiff der DGzRS-Flotte zum Einsatz und lief sofort aus. An Bord: ein Notarzt, der zugleich als freiwilliger Seenotretter aktiv ist.
Darüber hinaus wurde der Seenotrettungskreuzer “Bernhard Gruben” von der Station Hooksiel zur Unterstützung alarmiert. Außerdem startete der Hubschrauber „Northern Rescue 01" von NHC Northern Helicopter und traf kurz nach 14 Uhr – weniger als eine Stunde nach dem der Einhandsegler entdeckt worden war – am Einsatzort ein.
Der Hubschrauber übernahm die eigentliche Rettung: Der erkrankte Segler wurde direkt von der Yacht per Seilwinde aufgenommen und anschließend in ein Krankenhaus geflogen. Die genaue Diagnose und sein Verbleib wurden von den Behörden nicht öffentlich kommuniziert. Mit der Bergung des Mannes war der Einsatz für die Seenotretter jedoch noch nicht beendet.
Die nun herrenlose, 14 Meter lange Segelyacht auf der offenen Nordsee hätte eine Gefahr für die Schifffahrt dargestellt. Es zu bergen, gehörte daher ebenfalls zum Einsatz. So brachte das Tochterboot der “Hermann Marwede” zwei Seenotretter auf die Yacht, und die beiden brachten das Schiff, ausgerüstet mit Proviant und Sicherheitsausstattung, auf den knapp zwanzig Seemeilen langen Weg nach Hooksiel. Dort machten sie die Yacht schließlich unbeschädigt fest.
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