Heureux dénouement – glückliches Ende! Seit Sonntag, 24. Mai, war intensiv nach zwei vermissten Seglern vor der marokkanischen Küste gesucht worden. Die beiden Franzosen hatten sich auf ihrem ihren Katamaran in Seenot gefühlt und waren in ein Beiboot umgestiegen. Seither fehlte von ihnen jede Spur.
Gestern Abend (Donnerstag 28. Mai 2026) dann die erlösende Nachricht: Die beiden Franzosen wurden wohlbehalten gerettet. Da die Segler nicht über eine Notfunkbake (EPIRB) verfügten, hatte das marokkanische Seenotrettungszentrum (MRCC Morocco) ein MAYDAY RELAY an alle Schiffe im Suchgebiet gesendet. Ein Handelsschiff reagierte auf diesen Aufruf und entdeckte die beiden vor Asilah im Beiboot treibend. Nach der Bergung verifizierte das MRCC die Identität der Geretteten. Die beiden Franzosen sollen nun nach Cádiz im Süden Spaniens gebracht werden.
In der Nacht vom Samstag auf Sonntag, gegen zwei Uhr morgens, ging die erste Notfallmeldung beim MRCC Morocco ein. Die beiden Franzosen meldeten Wassereinbruch an Bord ihres Katamarans vor der marokkanischen Küste. Etwa 45 Minuten später folgte eine zweite Nachricht: Sie würden das Boot verlassen und in eines der Beiboote umsteigen – ein kleines Schlauchboot mit Außenbordmotor.
Die letzte bekannte Position der “Stella” lag etwa drei Seemeilen vor der Küste von Tanger. Bei dem Schiff handelt es sich um eine Lagoon 42 – mit über 1000 gebauten Exemplaren der erfolgreichste Fahrtenkatamaran weltweit. Die “Stella” befand ich mit einem Profiskipper an Bord auf einer Überführungsfahrt von der französischen Karibikinsel Martinique zu einem nicht näher benannten europäischen Hafen.
Als die Rettungskräfte den Katamaran etwa drei Seemeilen vor der Küste von Tanger fanden, trieb das Boot noch immer auf dem Wasser. Es wurde anschließend in den Hafen von Asilah geschleppt. Niemand war an Bord. Auch ein Rettungsfloss wurde in der Nähe gefunden – ebenfalls leer.
Warum die beiden Segler ihr offenbar noch schwimmfähiges Boot verlassen haben, bleibt unklar. Auch wie groß das Leck tatsächlich war, ob es gefunden wurde oder wie viel Wasser im Boot stand, ist derzeit nicht bekannt.
Zwei Flugzeuge, zwei Hubschrauber und drei Seeeinheiten aus Marokko nahmen die Suche auf, ebenso Rettungskräfte und Taucher des Zivilschutzes. Auch ein französisches Marineflugzeug beteiligte sich an der Suche.
Nachdem der Katamaran und die Rettungsinsel unbemannt vor der Küste von Tanger treibend gefunden worden waren, konzentrierte sich die Suche darauf, das Beiboot mit Außenbordmotor zu finden, in das sich die Crew gerettet hatte.
Vier Tage und Nächte verbrachten die beiden Segler im kleinen Beiboot auf offener See, bevor sie schließlich von dem Handelsschiff entdeckt wurden. Was den Wassereinbruch ausgelöst hat, bleibt weiterhin ungeklärt. Die Position liegt in einem Gebiet, das seit 2020 berüchtigt ist für eine Gruppe von Orcas, die Boote und insbesondere ihre Ruder in Gewässern vor der Iberischen Halbinsel angreift. Allerdings gibt es in keinem der französischen Medienberichte Hinweise darauf, dass Orcas den Wassereinbruch verursacht haben könnten.

Redakteurin Panorama und Reise