Ein 46-jähriger Hamburger Segler ist am Freitagnachmittag während des Wintersturms "Elli" auf der Elbe in eine äußerst unkommode Lage geraten. Der Skipper wollte ursprünglich mit seiner Ketch von Hamburg nach Finkenwerder übersetzen, wurde jedoch durch die starken Sturmböen von seiner geplanten Route abgetrieben. In der Nebenelbe bei der Elbinsel Lühesand ging er schließlich vor Anker. Bei Niedrigwasser fiel die Yacht dann trocken und geriet in Schräglage. Spaziergänger bemerkten die Notlage und alarmierten die Polizei. Es folgte ein umfangreicher Rettungseinsatz, über den die DLRG Horneburg/Altes Land auf ihrer Facebook-Seite berichtet.
Insgesamt 40 Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr versammelten sich am Deich bei Grünendeich im Landkreis Stade und berieten über das weitere Vorgehen. Die DLRG Ortsgruppe Horneburg/Altes Land rückte mit drei Fahrzeugen und elf Einsatzkräften aus. Auch die DLRG Ortsgruppe Buxtehude sowie die Feuerwehren Borstel und Grünendeich waren an dem Einsatz beteiligt. Bei der Erkundung stellte sich heraus, dass sich der Skipper noch an Bord des trockengefallenen Segelboots befand. Speziell ausgebildete Strömungsretter in Schutzanzügen bahnten sich daraufhin einen Weg durch den kalten Schlick zum havarierten Boot und nahmen Kontakt mit dem Segler auf.
Wenngleich das Trockenfallen keine unmittelbare Gefahr für Boot und Crew darstellt, hätte den Skipper bei Minusgraden und anhaltendem Starkwind aus Ost auf seiner Yacht in Schräglage eine sehr ungemütliche, wenn nicht gar gefährliche Nacht an Bord erwartet. So sicherte der Skipper sein Boot gegen Wegtreiben bei Hochwasser. Anschließend geleiteten die Strömungsretter den Mann über eine von der Feuerwehr bereitgestellte Leiterbrücke sicher an Land. „Sowas habe ich noch nie erlebt", kommentierte DLRG-Sprecher Rainer Bohmbach den dreistündigen Einsatz gegenüber dem NDR. Für die Nacht übernahm die Samtgemeinde Lühe die Unterbringung des Hamburgers. Er muss nun im Laufe des heutigen Tages selbst dafür sorgen, sein Schiff wieder flottzubekommen.
Der 46-jährige Eigner war nach Angaben der DLRG auf dem Weg von Hamburg nach Finkenwerder, als er durch den starken Sturm von seiner geplanten Route abkam. Die Windböen des Wintersturms "Elli" hatten Hamburg am Freitag fest im Griff und sorgten für zahlreiche Einsätze der Rettungskräfte. Auch den Segler trieb der Sturm in die Nebenelbe und auf die Schlickbank bei Grünendeich.
Der Einsatz ist bereits der zweite binnen weniger Tage, in denen der Wintersturm Segler in Bedrängnis brachte. Erst am vergangenen Mittwoch musste ein Segler auf der offenen Nordsee von seinem Boot per Helikopter abgeborgen werden.
Warum der Elbsegler sich allein auf den nicht ganz ungefährlichen Törn begab, ist bislang nicht bekannt; in den Kommentarspalten unter dem Facebook-Beitrag wird dennoch deutliche Kritik an seinem Verhalten geäußert. Die DLRG kommentiert diese Kritik: “Wir verstehen, dass manche die Situation spontan bewerten. Bitte bedenkt aber: Wir kennen nicht alle Hintergründe. Es gibt Situationen im Leben, die Menschen manchmal kaum eine Wahl lassen.”