SeenotSegelyacht sinkt in fünf Minuten - Crew per Heli geborgen

Lars Bolle

 · 16.02.2026

Seenot: Segelyacht sinkt in fünf Minuten - Crew per Heli geborgenFoto: Salvamento Marítimo
Ein Crewmitglied wird in den Heli gezogen.
Auf der Überfahrt von Teneriffa nach Gran Canaria ist die unter niederländischer Flagge fahrende Yacht „Vlie“ nach massivem Wassereinbruch gesunken. Skipper Kai Linnenbrügger spricht von einem plötzlichen Kontakt mit einem unbekannten Objekt. Die spanische Seenotrettung Salvamento Marítimo rettete fünf Menschen aus einem Rettungsfloß.

Die Segelyacht „Vlie“, vermutlich eine Bavaria 45, ist auf dem Weg von Teneriffa nach Gran Canaria vor der Küste Gran Canarias gesunken. Skipper Kai Linnenbrügger schilderte den Vorfall in einem Facebook-Post und betonte vor allem eines: „Aber das wichtigste, der Crew geht es gut!!!!“ Verletzt wurde nach seiner Darstellung niemand.

Zum Zeitpunkt des Unglücks seien die Bedingungen sportlich, aber beherrschbar gewesen. „Wir segelten stark gerefft auf einem Halbwindkurs bei etwa 30 Knoten Wind und langer Atlantikwelle“, schreibt Linnenbrügger. Bis zum Vorfall habe der Törn planmäßig und in guter Stimmung stattgefunden.

Kontakt mit einem unbekannten Objekt

Rund zwölf Seemeilen vor Gran Canaria habe es eine Kollision mit einem Unterwasserhindernis gegeben. „Wir hatten plötzlich einen spürbaren Kontakt mit einem unbekannten Objekt im Wasser. Wir konnten weder erkennen noch identifizieren, worum es sich handelte“, so der Skipper. Unmittelbar danach sei es zu einem starken Wassereinbruch gekommen. Trotz sofort eingeleiteter Gegenmaßnahmen sei das Wasser so schnell gestiegen, „dass das Boot innerhalb von etwa fünf Minuten sank“. Eine Stabilisierung oder Lenzung sei unter diesen Umständen nicht mehr möglich gewesen.

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Notruf, Rettungsinsel, Bergung

Die Crew setzte nach Linnenbrüggers Angaben sofort einen Notruf ab und bereitete die Rettungsinsel vor. „Das Verlassen des Schiffes verlief ruhig, geordnet und professionell.“ Alle Crewmitglieder konnten demnach sicher in die Rettungsinsel übersteigen. Linnenbrügger hebt hervor, die Alarmierungskette habe „einwandfrei“ funktioniert und bedankt sich ausdrücklich bei den Rettungskräften: „Die Seenotrettung auf Gran Canaria hat äußerst professionell und schnell reagiert.“

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Gleichzeitig warnt er vor voreiligen Schlussfolgerungen zur Ursache. „Weitere Spekulationen über die Ursache können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen“, schreibt Linnenbrügger. Fakt sei aus seiner Sicht: Nach dem Kontakt mit einem unbekannten Objekt habe massiver Wassereinbruch eingesetzt und das Boot sei sehr schnell gesunken.

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Schnelle Rettung

Auch die spanische Seenotrettung Salvamento Marítimo berichtete über den Einsatz: Fünf Besatzungsmitglieder eines Segelboots unter niederländischer Flagge seien gerettet worden, nachdem das Boot rund zehn Meilen vor der West-Südwest-Küste von Cabo Descojonado (Gran Canaria) gesunken sei. Das Koordinationszentrum in Las Palmas aktivierte demnach umgehend die Einheiten Salvamar Macondo sowie den Helimer-215-Hubschrauber. Der Hubschrauber habe das Rettungsfloß lokalisiert, die Schiffbrüchigen aufgenommen und ins Krankenhaus Dr. Negrín gebracht; sie seien „in scheinbar gutem Zustand“ gewesen. Die Wetterbedingungen beschreibt Salvamento Marítimo als kompliziert, mit Winden von 30 bis 35 Knoten.

Die Salvamar Macondo barg laut Mitteilung anschließend das Rettungsfloß und das Funkgerät. Schiffsreste oder Anzeichen einer Verschmutzung seien in der Gegend nicht festgestellt worden.

Kai Linnenbrügger und seine Unternehmungen

Kai Linnenbrügger tritt öffentlich als Skipper und Organisator von Segelprojekten auf. Linnenbrügger ist außerdem als Gründer und Betreiber von 45°Nord bekannt, einem Anbieter rund um Yachtcharter sowie praxisorientierte Segel- und Skippertrainings. Dort begleitet er Törns und Trainings als verantwortlicher Skipper und Ausbilder, unter anderem in Formaten, die den Fokus auf Sicherheit, Manöverabläufe und Handhabung von Yachten unter anspruchsvollen Bedingungen legen. Darüber hinaus taucht sein Name im Umfeld von Medienformaten rund ums Reisen und Segeln auf, unter anderem im Zusammenhang mit der WDR-Reihe „Lecker an Bord“, in der er als Skipper genannt wird.


Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und einer der Mitbegründer des Online-Auftrittes der YACHT. Viele Jahre war er als Redakteur in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat viele Segelsport-Veranstaltungen begleitet. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu Charter-Törns.

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