SeenotIn die Nordsee gestürzter Segler wieder gefunden und gerettet

Morten Strauch

 · 25.08.2025

Seenot: In die Nordsee gestürzter Segler wieder gefunden und gerettetFoto: Die Seenotretter - DGzRS
Dank seiner leuchtend hellen Rettungsweste konnten die freiwilligen Seenotretter der Station Horumersiel den Schiffbrüchigen im Wasser ausmachen.
​Die freiwilligen Seenotretter aus Horumersiel haben am Samstagnachmittag, 23. August 2025, einen Schiffbrüchigen vor Schillig aus Seenot befreit. Vermutlich hat ihm seine Rettungsweste das Leben gerettet.

​Gegen 13:30 Uhr erhielt die Rettungsleitstelle See der DGzRS, das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen, die Meldung über einen im Wasser treibenden Mann: Ungefähr zweieinhalb Seemeilen vor Horumersiel war eine Jolle mit zwei Seglern gekentert. Beim Versuch, das Boot wieder aufzurichten, stürzte einer der Segler in die Nordsee. Aufgrund des ablaufenden Wassers wurde er schnell von der Jolle abgetrieben.

​Unverzüglich wurden die freiwilligen Seenotretter der Stationen Hooksiel und Horumersiel alarmiert. Beide Besatzungen legten sofort ab. Bereits 20 Minuten später erreichten die Retter aus Horumersiel mit dem Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ den Einsatzort. Der auf der Jolle verbliebene Segler zeigte ihnen die Richtung, in die sein Mitsegler abgetrieben worden war. Bei etwa einem Meter Seegang war der Verunglückte zunächst schwer zu erkennen.

„Glücklicherweise trug der Mann eine Rettungsweste, deren leuchtende Farbe es uns ermöglichte, ihn schließlich zwischen den Wellenkämmen zu entdecken“, berichtet Vormann Carsten Ihnken.

​Die Seenotretter zogen den Segler über die Bergepforte an Bord des Seenotrettungsbootes und versorgten ihn medizinisch. Dank seiner Schutzkleidung hatte er die Zeit im Wasser gut überstanden und benötigte später an Land keine weitere medizinische Betreuung. Die Besatzung der „Wolfgang Paul Lorenz“ brachte den Geretteten sicher nach Horumersiel und eskortierte dabei auch die Jolle in den Hafen.

​Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im Seegebiet nordwestlicher Wind der Stärke 5 Beaufort.

Die Nordsee stellt vielfältige Herausforderungen dar, die sowohl von unerfahrenen als auch erfahrenen Seglern nicht unterschätzt werden sollten. Neben den sich schnell ändernden Wetterbedingungen, sind es vor allem die starken Gezeitenströme, die einkalkuliert werden müssen. Die niedrigen Wassertemperaturen erhöhen das Risiko für Unterkühlung im Fall eines Sturzes ins Wasser. Sandbänke, Windparks, Plattformen, Verkehrstrennungsgebiete und ein hoher Schiffsverkehr erfordern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit beim Navigieren. Daher ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein und stets geeignete Sicherheitsausrüstung, wie Rettungswesten und Kommunikationsmittel, mitzuführen.

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Morten Strauch

Morten Strauch

Redakteur News & Panorama

Morten Strauch entdeckte als Teenager seine Liebe zum Segeln. Angefangen mit der Jolle auf dem Steinhuder Meer, folgten Chartertörns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Bisheriger Höhepunkt war eine Zweihand-Atlantiküberquerung auf einem GFK-Klassiker von Miami nach Cuxhaven. Mit dem eigenen Boot zieht es ihn meist in die dänischen Gewässer. Seit 2022 ist er Redakteur bei der YACHT im Ressort Panorama mit einem Faible für historische Schiffe und Abenteurer.

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