SeenotGewitter und Föhnsturm bringen Oster-Segler in Schwierigkeiten

Pascal Schürmann

 · 02.04.2024

Seenot: Gewitter und Föhnsturm bringen Oster-Segler in SchwierigkeitenFoto: Die Seenotretter/DGzRS
Seenotrettungskreuzer “Eugen” der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Einsatz für ein im deutschen Watt havariertes Plattbodenschiff
Auf Nord- und Ostsee sowie auf dem Bodensee gab es über die Feiertage mehrere große Rettungseinsätze für Segler. Alle gingen für die betroffenen Crews zum Glück glimpflich aus

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Bereits am Gründonnerstag mussten die Seenotretter der vierköpfigen Crew eines Plattbodenschiffs zu Hilfe eilen. Es war im Wattenmeer zwischen den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney in Gefahr geraten.

Auf dem Weg von einer Werft in Ditzum zur Insel Spiekeroog lief das 11,5 Meter lange unter Vollzeug segelnde Schiff in eine sehr plötzlich heraufziehende Gewitterfront hinein. Beim Versuch aufzustoppen, verfing sich laut einem Report der Seenotretter die Fockschot im Propeller.

Schiff drohte Spielball der Wellen zu werden

Angesichts des mit etwa vier Knoten Strom ablaufenden Wassers und des bis zu einem Meter hohen Seegangs alarmierte die Crew daraufhin via UKW-Kanal 16 die Seenotrettung.

„Die Crew des Plattbodenschiffes hat sehr gute Seemannschaft bewiesen. Bei unserer Ankunft hatte sie den Anker ausgebracht, und es gelang ihr auch, ihn wieder zu bergen, nachdem wir eine Leinenverbindung hergestellt und das Schiff auf den Haken genommen hatten“, berichtet Vormann Gerd Schwips über die Situation am Einsatzort. Mit dem Seenotrettungskreuzer „Eugen“ wurde der zwölf Tonnen schwere, manövrierunfähige Havarist sicher nach Norderney geschleppt.

Batterie-Schwelbrand an Bord eines Fahrtenschiffs

An der Ostseeküste musste am Ostersamstag abends die Feuerwehr in den Yachthafen von Großenbrode ausrücken. An Bord einer am Steg festgemachten Fahrtenyacht hatte sich eine Batterie entzündet. Die Familiencrew bemerkte die Gefahr, als sich gegen 21 Uhr plötzlich übel riechende Dämpfe in der Kabine ausbreiteten. Sie verließ das Schiff umgehend und alarmierte die Feuerwehr.

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„Wir konnten die Segelyacht nur mit Schutzanzug und Atemschutz betreten, um unsere Einsatzkräfte vor giftigen Dämpfen zu schützen“, wird Einsatzleiter Florian-Michael Schubert von der Feuerwehr Großenbrode auf kreiszeitung.de zitiert. Weiter heißt es: „Die Einsatzkräfte hätten festgestellt, dass eine von drei Batterien heiß geworden war und Dämpfe austraten.“

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Den Feuerwehrleuten gelang es, alle Batterien auszubauen und an Land zu sichern. Der defekte Akku musste anschließend von einer Fachfirma entsorgt werden.

Föhnsturm überm Bodensee

Auf dem Bodensee bereitete am Osterwochenende ein Föhnsturm gleich mehreren Wassersportlern Probleme. So musste am Karfreitag die Wasserrettung in die Fußacher Bucht ausrücken. Die Crew eines Segelbootes hatte mittags einen Notruf abgesetzt und von technischen Problemen berichtet.

Später dann habe sich allerdings herausgestellt, dass das Boot keinen technischen Defekt hatte, wie die „Kronenzeitung“ schreibt. Für die Wind- und Wellenverhältnisse – im Einsatzgebiet waren die Wellen etwa 1,30 Meter hoch – sei vielmehr der Motor des Schiffs schlicht zu schwach gewesen, um das Boot in der Fußacher Fahrrinne noch manövrieren zu können.

Ähnlich gelagert der Fall einer Segelyachtcrew, die am Karfreitag auf dem Bodensee zwischen Nonnenhorn und Lindau einen Notruf absetzte. Der Schiffsmotor sei ausgefallen, und die Crew könne die Segel nicht setzen, habe der Skipper via Handy mitgeteilt.

Als die Wasserwacht beim Schiff eintraf, war es den Seglern dann aber doch gelungen, eine Sturmfock zu hissen. Die Retter eskortierten die Yacht zum nächsten Hafen.

Skipper schießt nach Maschinenausfall Rot

Am Ostersonntag schoss die Crew eines Segelbootes vor Langenargen sogar Rot und löste damit einen großen Rettungseinsatz aus. Wie der SWR berichtet, wollte der Schiffsführer laut Polizeiangaben gegen 15.40 Uhr in den Yachthafen von Langenargen einfahren, als der Motor nicht ansprang. Deshalb habe er sich entschieden, unter Segeln wieder in Richtung Seemitte abzudrehen. Dort zündete er eine Signalrakete und setzte einen Notruf ab.

Wegen der Signalrakete wurde ein Großaufgebot von Feuerwehr, DLRG und Deutschem Roten Kreuz alarmiert. Insgesamt waren rund 75 Kräfte im Einsatz, so die Polizei.

Das Segelschiff sei laut des SWR-Berichtes schließlich von einem DLRG-Boot in den Hafen geschleppt worden; alle vier Besatzungsmitglieder seien unversehrt geblieben.

Pascal Schürmann

Pascal Schürmann

Textchef YACHT

Pascal Schürmann hat 2001 bei der YACHT in Hamburg als Textchef angeheuert. Den Umgang mit Pinne und Schot lernte er als Jugendlicher in der Wanderjolle auf dem Sneeker Meer sowie auf dem Dickschiff auf dem IJsselmeer. Während und nach dem Studium folgten Törns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Als gelernter Wirtschaftsjournalist kümmert er sich zudem um Bootsfinanzierungs- und Yachtversicherungsberichte, hegt aber auch ein Faible für Blauwasserthemen.

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