Ursula Meer
· 08.01.2026
Ein norwegischer Segler geriet gestern in schwere Seenot, als seine neun Meter lange Yacht etwa drei Seemeilen westlich von Helgoland manövrierunfähig wurde. Gegen 13:45 Uhr meldete sich der Skipper bei der Rettungsleitstelle See (MRCC Bremen): Der Mast seines Schiffes war beschädigt und der Motor machte Probleme, sodass er dem Sturm mit Windstärken von neun Beaufort und bis zu fünf Meter hohen Wellen bei eisigen Temperaturen hilflos ausgeliefert war.
Die Einsatzleiter des MRCC Bremen alarmierten umgehend den auf Helgoland stationierten Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede", der sofort auslief. Zufällig befand sich zur selben Zeit auch ein Marinehubschrauber auf einem Übungsflug in dem Seegebiet. Er blieb vor Ort in Bereitschaft.
Zu diesem Zeitpunkt war die havarierte Yacht bereits weiter in Richtung Norden abgetrieben worden. Die Suche ähnelte der nach einer Nadel im Heuhaufen: Neben dem Seegang erschwerten auch Schnee- und Hagelschauer mit weniger als 150 Metern Sichtweite das Aufspüren des Havaristen. Nach etwa einer Stunde gelang es den Seenotrettern, das neun Meter lange Boot zu lokalisieren. Mehrfach versuchten sie, dem in Not geratenen Segler mit einem Leinenschussgerät eine Wurfleine an Bord zu schießen. Dem inzwischen sehr erschöpften Norweger gelang es jedoch nicht mehr, die daran befestigte Schleppleine einzuholen.
In dieser kritischen Situation übernahmen die Marineflieger die Rettung und holten den Skipper per Seilwinde an Bord des Hubschraubers. Die Seenotretter blieben auf Standby, bis die Rettungsaktion abgeschlossen war. Die manövrierunfähige Yacht musste aufgegeben werden. Der Marinehubschrauber brachte den geretteten Segler anschließend sicher an Land, wo er vom Rettungsdienst in Empfang genommen wurde. Eine erste medizinische Untersuchung ergab, dass der Mann die Notlage den Umständen entsprechend gut überstanden hatte.
Schon im vergangenen Jahr mussten auf der Nordsee einige Sportbootfahrer mit Hubschraubern abgeborgen werden. Zwei Männer konnten nur per SAR-Hubschrauber der Marine gerettet werden, nachdem im Oktober ihr Boot infolge eines Motorschadens auf eine Sandbank aufgelaufen war und zu sinken begann. Weder ein Fischkutter noch das Wangerooger Seenotrettungsboot konnten aufgrund der lebensgefährlichen Strömung zu dem Motorboot vordringen.
Ein zusammengebrochener und zeitweise bewusstloser Mann auf einem Segelboot im Spiekerooger Wattfahrwasser erforderte im Juli eine koordinierte Rettungsaktion. Das Boot war aus dem Fahrwasser getrieben und bei ablaufendem Wasser auf Grund gelaufen. Ein Notfallsanitäter wurde direkt per Hubschrauber auf dem Segelboot abgesetzt, während der Notarzt auf das Seenotrettungsboot "Fritz Thieme" gewinscht wurde. Die Ehefrau des Patienten hatte ihn bis zum Eintreffen der Retter unter telefonischer Anleitung versorgt. Der Mann wurde schließlich per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
Anfang Juni trieb eine neun Meter lange Segelyacht nach Ruderschaden manövrierunfähig zehn Seemeilen westlich von Westerheversand –an Bord vier Personen, drei davon stark seekrank.Bei Nordwestwind Stärke 6 bis 7 und zwei Meter Welle scheiterten mehrere Schleppversuche durch gleich zwei Seenotrettungskreuzer, diverse Klampen rissen heraus. Als sich der Zustand der Seekranken bedrohlich verschlechterte und eine Übernahme bei der aufgewühlten See unmöglich war, mussten alle vier per SAR-Hubschrauber der Marine gewinscht werden. Die Yacht konnte erst danach unter Land geschleppt werden, wo sie bei nachlassendem Seegang längsseits genommen und nach Strucklahnungshörn gebracht wurde.