Seit dem Sturmtief „Harry“ in der Nacht zum 19. Januar 2026 ist die „Acoa“ an der Nordostküste Mallorcas bei Capdepera gestrandet, dort, wo sonst Badegäste spazieren gehen. Fotos der mit Schräglage im Sand sitzenden Yacht verbreiteten sich schnell.
In der Sturmnacht war offenbar der deutsche Skipper allein an Bord gewesen. Er habe zwei Anker vorbereitet und die Maschine laufen lassen, doch es habe sich eine starke See aufgebaut. Eine Ankerkette sei gerissen und das Schiff sei quer in die Brandung gestellt worden. Beim Versuch, einen weiteren Anker zu setzen, sei er ohne Schwimmweste in eine lebensgefährliche Lage geraten und habe das Schiff verlassen müssen. Er sei in der Brandung über Bord gegangen, habe sich verletzt und unterkühlt an Land gerettet, wie das Mallorca Magazin berichtet.
Bei der “Acoa” handelt es sich um eine Langfahrtyacht aus Aluminium, rund 28 Meter lang, Mitte der 1980er-Jahre bei Dübbel & Jesse auf Norderney gebaut. Sie habe bereits acht Weltumsegelungen sowie Fahrten Richtung Antarktis hinter sich.
Seit der Strandung, die nun über einen Monat zurück liegt, streitet sich offenbar die Eigentümergemeinschaft über die Bergung. Ein Bergungsangebot für rund 300.000 Euro soll vorliegen, inklusive Schleppern und Umweltmaßnahmen wie einer Ölsperre.
Denn die Yacht birgt potenzielle Umweltgefahren. Das maximale Tankvolumenliege bei 5.000 Litern, immerhin rund 500 Liter Diesel sollen an Bord sein. Die Behörden drängten auf Tempo.
Die Schwierigkeit: Offenbar sind die Eigentumsverhältnisse unübersichtlich. Angeblich handele es sich um eine Eignergemeinschaft.
Nach Darstellung mehrerer Medien habe der Skipper nun signalisiert, er wolle seinen Anteil für einen symbolischen Betrag von einem Euro abgeben, sinngemäß: raus aus der Verantwortung, raus aus der Kostenfalle. Welches Miteigentum ein Interessent dafür erwerben würde und ob er damit automatisch in die Haftung einsteigen müsste, ist unklar. Ebenso wie der Marktwert der Yacht und ob sie versichert war.
Gegenüber dem Mallorca Magazin habe der Skipper über hohe Liegeplatzkosten gesprochen und über Schwierigkeiten rund um geplante Arbeiten und Rechnungen. Außerdem habe er Sicherheitsprobleme in Häfen erwähnt. In der Konsequenz habe er häufiger in Buchten gelegen, bis der Sturm „Harry“ diese Entscheidung brutal bestrafte.
Schnäppchenjäger sollten sich diesen vermeintlichen “Schnapper” also sehr genau ansehen.

Chefredakteur Digital