HavarieMysteriöser Unfall vor Kiel

Uwe Janßen

 · 04.11.2009

Unbemannte Yacht vor Holtenau entdeckt, 32-jähriger Segler treibt leblos in der Förde

In der Nacht zum Mittwoch sichtete die Besatzung des Schleppers „Holtenau“ die herrenlose Segelyacht „Den Bla“ und löste Alarm aus. Etwa drei Stunden später, gegen 4.30 Uhr, wurde der tote Skipper bei Friedrichsort geborgen.

Die im schwedischen Helsingborg registrierte Yacht lief unter Maschine und gesetztem Vorsegel, als sie mit beschädigter Reling entdeckt wurde. An der großangelegten Suche nach ihrer Crew beteiligten sich Marinesoldaten am Ufer, sechs Schiffe und ein Hubschrauber. Da zunächst unklar war, wann und wo sich das Unglück ereignet haben könnte, erstreckte sich die Aktion auf ein weiträumiges Gebiet. Die Besatzung des Lotsenboots „Schilksee“ entdeckte schließlich die Leiche in dem 8 Grad kalten Wasser in der Nähe der Entmagnetisierungsstelle der Bundeswehr.

Der 32-Jährige stammt nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ aus der Nähe von Wilhelmshaven. Er trug seine Rettungsweste, deren Automatik ausgelöst hatte.

Der Unfallhergang ist nach Aussage der Wasserschutzpolizei noch völlig rätselhaft, Frank Otte vom Kieler Revier geht „im Moment von einem tragischen Unfall aus“, es gibt nach seiner Aussage aber derzeit keine gesicherten Erkenntnisse. So ist etwa noch unklar, ob der Mann bereits tot oder bewusstlos war, als er über Bord ging, ob er ertrank oder erfror.

Ersten Einschätzungen zufolge könnte sich der Segler auf Überführungstörn von Helsingborg in die Nordsee befunden haben.

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