DGzRS-BilanzSegler gerieten häufiger in Notlagen

Pascal Schürmann

 · 08.02.2015

DGzRS-Bilanz: Segler gerieten häufiger in NotlagenFoto: DGzRS

Die Zahl der Einsätze, die die Seenotretter für Jollen- und Dickschiffcrews fahren, ist 2014 gegenüber 2013 um fast 25 Prozent gestiegen

Auch für den gesamten Wassersportbereich, der neben Seglern auch Motorbootfahrer, Kanuten, Surfer, Kiter, Schwimmer und andere Gruppen umfasst, gilt: Die Seenotretter hatten im zurückliegenden Jahr deutlich mehr zu tun als noch 2013.

Das geht aus einer Statistik über die konkreten Einsatzzahlen der DGzRS hervor, die die Organisation für YACHT online erstellt hat. Schon vor gut zwei Wochen hatten die Seenotretter ihre Gesamtbilanz der Öffentlichkeit präsentiert. Da darin jedoch keinerlei Differenzierungen nach Einsatzarten vorgenommen werden, besitzt sie für den Segelsport wenig Aussagekraft.

  DGzRS-Bilanz: Einsatzzahlen 2012 bis 2014Foto: YACHT; Quelle: DGzRSQuelle: DGzRS
DGzRS-Bilanz: Einsatzzahlen 2012 bis 2014

Im Detail besagen die nun YACHT online vorliegenden Zahlen: Für Wassersportler ist die DGzRS 2014 insgesamt 1191-mal ausgerückt. Im selben Zeitraum des Vorjahres lag diese Zahl "nur" bei 1023, 2012 bei 1173. Die Einsätze haben sich damit wieder in etwa auf dem Niveau von vor zwei Jahren eingependelt. Die niedrigeren Fallzahlen für 2013 hatte die DGzRS damals unter anderem mit einer ungewöhnlich kurzen, weil erst spät in Gang gekommenen Wassersportsaison erklärt. Insgesamt beläuft sich die Steigerung 2014 gegenüber 2013 auf rund 16 Prozent.

Ein Viertel mehr Einsätze für Segelboote

Sie fällt noch deutlich stärker aus, betrachtet man lediglich die Anzahl der Einsätze, die eindeutig mit Segelfahrzeugen zu tun hatten. Absolut sind diese Einsatzzahlen zwar geringer. Doch mit 796 Fällen 2014 gegenüber 640 im Jahr 2013 beläuft sich die Steigerung auf immerhin fast 25 Prozent. Selbst vor zwei Jahren waren die Seenotretter "nur" 685-mal speziell für Segler ausgerückt.

Warum in der vergangenen Saison plötzlich weit über 100 Einsätze mehr für Segler gefahren werden mussten, dafür hat auch die DGzRS keine Erklärung. Es habe weder Sturmtage mit besonders vielen Seenotfällen gegeben, noch hätten an einzelnen Seenotrettungsstationen die Einsätze überdurchschnittlich stark zugenommen.

  DGzRS-Bilanz: Einsatzursachen 2012 bis 2014Foto: YACHT; Quelle: DGzRSQuelle: DGzRS
DGzRS-Bilanz: Einsatzursachen 2012 bis 2014

Wenig verändert hat sich auch bei den konkreten Einsatzursachen, wiederum bezogen auf den gesamten Wassersport im Bereich der Nord- und Ostsee im deutschen SAR-Gebiet. Die "Schadens-Hitliste" wird wie schon in den Vorjahren erneut angeführt von Motorproblemen und Grundberührungen. Weit hinten rangieren mit glücklicherweise sehr geringen Fallzahlen einmal mehr die Fälle, in denen die Seenotretter wegen über Bord gegangener Personen alarmiert werden mussten.

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