Ein Brand in der Bootslagerhalle des Altländer Yachtzentrums im Johann-Ropers-Trift auf dem Gelände des ehemaligen Pionierübungsplatzes in Grünendeich hat am Montagnachmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Dank des beherzten Eingreifens aufmerksamer Passanten und der Mitarbeiter einer Yachtservice-Firma konnte ein Millionenschaden verhindert werden.
Gegen 14:10 Uhr bemerkten Passanten Rauch, der aus der Bootshalle aufstieg. Sie alarmierten sofort die Mitarbeiter der nahegelegenen Yachtservice-Firma und setzten parallel einen Notruf ab. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte daraufhin ein Großaufgebot von sieben Feuerwehren aus Grünendeich, Steinkirchen, Hollern-Twielenfleth, Borstel, Mittelnkirchen, Guderhandviertel und Stade.
Als die ersten Einsatzkräfte an der Einsatzstelle eintrafen, hatten die Mitarbeiter der Yachtservice-Firma bereits die Flammen auf dem betroffenen Boot mit einem Pulverlöscher erstickt. Glück im Unglück: eine Luke der Optima stand zufällig offen, sodass die Ersthelfer die Flammen direkt bekämpfen konnten. Die Feuerwehrleute rückten unter schwerem Atemschutz vor, löschten letzte Glutnester ab und kontrollierten das Boot mit einer Wärmebildkamera auf weitere Gefahrenquellen.
Die Mitarbeiter der Yachtservice-Firma, die als Ersthelfer tätig waren, wurden vor Ort von Notfallsanitätern der DRK-Rettungswache Guderhandviertel untersucht. Ein Transport ins Krankenhaus war nicht erforderlich.
Beamte der Polizeistation Horneburg haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Höhe des entstandenen Schadens ist noch nicht bekannt; dank des schnellen und umsichtigen Handelns der Passanten und insbesondere der Mitarbeiter der Yachtservice-Firma konnte aber ein wohl in die Millionen gehender Schaden verhindert werden.
Matthias Brandt ist Pressesprecher der Feuerwehr der Samtgemeinde Lühe. Zur Brandursache kann er sich auch aufgrund der noch laufenden Ermittlungen nicht äußern. “Es war zu dem Zeitpunkt keiner am Schiff tätig, es war unbeaufsichtigt”, erläutert er. Daher sei es großes Glück gewesen, dass der Brand entdeckt wurde: “Das war Zufall, dass es tagsüber war und dass der Brand so schnell entdeckt worden ist. Wäre es ein paar Stunden später, nach Feierabend, zu dem Brand gekommen, hätte es ganz anders ausgehen können.”
Die Bootshallenbetreiber lobt er dafür, dass ausreichend Feuerlöscher vorhanden waren. “Das hat sich hier als sehr, sehr wichtig erwiesen. Die Boote sind in den Hallen immer sehr eng auf eng gelagert, und die meisten Lagerhallen sind nicht mit einem automatischen Brandalarm überwacht.” Eignern empfiehlt er daher, das private Boot nicht nur mit Feuerlöschern, sondern auch mit einem Rauchmelder auszustatten, denn “so ein Feuer muss ja nicht unbedingt in der Bootslagerhalle auftreten, es kann auch entstehen, wenn die Eigner gerade an Bord schlafen”.
Der Brand in Grünendeich zeigt einmal mehr, wie schnell es in Bootslagerhallen zu brandgefährlich gefährlichen Situationen kommen kann. In diesem Fall konnte Schlimmeres verhindert werden. Doch immer wieder kommt es in Deutschland zu verheerenden Bränden in Winterlagern – mit Totalschäden, die in die Millionen gehen.
Die Ursachen reichen von Brandstiftung bis zu Eigenverschulden durch unsachgemäßes Verhalten. Zu den häufigsten Brandursachen gehören elektrische Geräte und überlastete Stromnetze. So sieht auch die Hallenordnung in Grünendeich explizit vor, dass Eigner ihre Boote in Abwesenheit von der Stromversorgung trennen.
Ebenfalls brandgefährlich können brennbare Flüssigkeiten wie Petroleum oder Spiritus, aber auch Chemikalienreste sein. Eine versteckte Gefahr, auf die auch Matthias Brandt hinweist, lauert in Putzlappen: “Manche Öle, mit denen Baumwolllappen getränkt werden, können sich irgendwann unbemerkt selbst entzünden. Sie sollten nie an Bord bleiben!”

Redakteurin Panorama und Reise