alle NewsTod nach Patenthalse auf der "Sinfonie Sylt"

Christoph Schumann

 · 09.05.2005

Die Yacht vom Typ Grand Soleil 70 war auf dem Weg nach Kiel, als der Baum überging und ein Crewmitglied tödlich verletzte

Trotz Einsatzes von Bundesgrenzschutz und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) kam jede Hilfe zu spät.

Die Grand Soleil 70 "Sinfonie Sylt" war am Himmelfahrtstag auf dem Weg vom dänischen Hafen Höruphav nach Kiel. An Bord befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks das Eigner-Ehepaar Riel aus Westerland und Erich Erichsen, ein langjähriger, erfahrener Mitsegler.

Der Wind wehte mit Stärke 5 Bft. (in Böen 7 Bft.) aus Nordwest. Auf Kurs 140° hatte Erichsen gerade die Steuerung von Handbetrieb auf Automatik umgestellt und war schon auf dem Weg nach vorn, als es zu einer Patenthalse kam. Ein Bullenstander war nicht geschoren, sodass der Baum mit dem Großsegel ungehindert von einer Seite auf die andere schlagen konnte. Eigner Reinhold Riel war unter Deck und bereitete das Frühstück zu.

Erich Erichsen wurde von der Großschot erwischt und ins Cockpit geschleudert. Er erlitt schwerste Kopfverletzungen. Die Yacht befand sich zu diesem Zeitpunkt zirka eine Seemeile östlich des Leuchtturms Kalkgrund. Eigner Riel stürzte an Deck, ging in den Wind. Das Ehepaar barg beide Segel. Danach wurde ein Notruf abgesetzt. "Der Schwerverletzte blutete aus allen Kopföffnungen", sagte Riel der YACHT. "Ich bin sicher, dass er sofort tot war."

Das Küstenschutzboot "Bad Düren" lief umgehend mit äußerster Kraft zu dem Havaristen und erreichte ihn vor der DGzRS, die mit ihren Booten "Nis Randers" (Maasholm) und "Jens Füerschipp" (Gelting) ausgelaufen war. Nach Maßnahmen zur Reanimation konnte der inzwischen eingetroffene Notarzt nur noch den Tod des Seglers feststellen. Wahrscheinlich starb der Verunfallte an den Folgen eines Schädelbruchs.

Die untersuchenden Stellen halten es für unwahrscheinlich, dass der Baum gegen den Kopf des Verunfallten geschlagen ist. Der Großbaum befindet sich in einer lichten Höhe von mehr als 2,10 Meter über Deck. Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass die Großschot oder der Travellerschlitten die Ursache dafür war, dass der Mitsegler bei der Patenthalse verletzt und ins Cockpit geschleudert wurde. Die Kriminalpolizei in Schleswig ermittelt weiterhin.

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