Vorträge von Claudia und Jürgen KirchbergerSegeln ans Ende der Welt

Kristina Müller

 · 09.01.2023

Kirchbergers knallrote Stahlyacht in einer einsamen Bucht
Foto: fortgeblasen.at
Bildergalerie: Mit der ”Belle Époque” loggten Kirchbergers Zehntausende Seemeilen in anspruchsvollen Revieren

Eine Woche Segelkurs in Los Angeles, Blitzheirat in Las Vegas, und schon kann es losgehen: das Leben unter Segeln. Claudia und Jürgen Kirchberger brechen 2010 zu einer zehnjährigen Weltreise auf: Sie segeln zum Nordkap, lassen sich in Grönland zum Überwintern im Eis einfrieren, durchqueren die Nordwestpassage und umrunden schließlich ganz Nord- und Südamerika auf ihrem alten Stahlschiff

Von einem Jahrzehnt auf Törn berichtet das Paar aus Österreich nun in einer neuen Vortragsreihe, die am Sonntag, dem 15. Januar, in Süddeutschland beginnt.

Ihre Segelkarriere beginnt mit einer Beinahe-Katastrophe: Im Alter von etwa 20 Jahren geraten Claudia und Jürgen Kirchberger vor der nordamerikanischen Küste in einen Sturm, verlieren ihr erstes Boot und kommen nur knapp mit dem Leben davon.

Doch sie fassen neuen Mut und setzen alles auf eine Karte: Sie bauen eine verwahrloste Stahlyacht zu ihrer persönlichen Expeditionsyacht um, vermieten ihr Haus und verschreiben sich ganz dem Leben auf See. Dass die Reise insgesamt zehn Jahre dauern würde, ahnen die beiden damals noch nicht.

Verlagssonderveröffentlichung

Eisberge statt Kokosnüssen

Statt entlang der Barfußroute zu tingeln und unter Palmen das süße Langfahrtleben zu genießen, verlieben sich Kirchbergers in die kalten Reviere in hohen nördlichen und später auch südlichen Breiten. Sie erleben den einsamsten Winter ihres Lebens in Grönland, eingefroren im Eis. Es folgt die Nordwestpassage auf dem Weg nach Alaska, wo sie einen weiteren Winter verbringen. Weiter geht es über den Pazifik und durch die Südsee. Doch Palmeninseln und Traumstrände reizen die beiden Extremsegler nach wie vor nicht so sehr wie die kalten, abgelegenen Reviere.

Nach einem Jahr in Neuseeland nehmen sie daher Kurs auf die Brüllenden Vierziger und den stürmischen Weg nach Südamerika in Angriff. Es wird eine der anspruchsvollsten, aber auch schönsten Ozeanüberquerungen ihrer gesamten Reise. Schließlich lassen sie Kap Hoorn im Kielwasser und segeln über die Drake-Passage in die Antarktis. Dort folgt, nach mittlerweile fast zehn Jahren, der Entschluss, wieder Kurs auf die Heimat zu nehmen.

Fernweh im Vortragssaal

Als sie den Atlantik auf dem Weg nach Europa von Süd nach Nord überqueren, schließt sich der Kreis: Sie haben den gesamten amerikanischen Kontinent umsegelt. Von dieser Reise ihres Lebens berichten Kirchbergers in ihrem Multimediavortrag „Bis ans Ende der Welt“. Die Veranstaltungen finden überwiegend in der Schweiz statt.

Einen Abend lang erzählen sie, wie sie von Anfängern zu Hochseeseglern wurden, wie sie sich trotz Seekrankheit, enormer körperlicher Anstrengungen und Angst vor Stürmen immer wieder auf See wagten und wie sie ihren Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und der großen Freiheit in die Tat umgesetzt haben.

Die Termine:

Großes Interview in der YACHT

Lange haben es die Abenteuer nach der Rückkehr in der Heimat nicht ausgehalten. Von ihrem jüngsten Törn nach Grönland, bei dem sogar zwei Geländemotorräder mit an Bord waren, und von ihren Erlebnissen auf zehn Jahren Langfahrt berichten Claudia und Jürgen Kirchberger im großen Interview, das in YACHT 3/2023 erscheint.

Meistgelesene Artikel