TraditionsschiffeNeuer Skipper mit SSS für die ”Elbe 3” gesucht

David Ingelfinger

 · 11.07.2026

Das 45,10 Meter lange Traditionsschiff hat einen Tiefgang von 3,95 Metern und liegt aktuell in Oevelgönne in Hamburg. | Christopher Tamcke
Foto: picture alliance / imageBROKER
​Segler können sich ab sofort als Schiffsführer des historischen Feuerschiffs „Elbe 3“ bewerben. Der Museumshafen Oevelgönne sucht neue ehrenamtliche Schiffsführer. Vorausgesetzt wird dabei nur der Besitz des Sportseeschifferschein (SSS) und ein Traditionsschiff-Eintrag. Wegen Personalmangels musste der Fahrbetrieb für 2026 ausgesetzt werden.

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Die ”Elbe 3” liegt derzeit fest an ihrem Pier im Museumshafen Oevelgönne in Hamburg, da der Betreiberverein für die restliche Saison 2026 zu wenig ehrenamtlichen Schiffsführer hat. Das Feuerschiff selbst ist voll einsatzbereit. Was fehlt ist eine Besatzung, die den gesetzlichen Sicherheitsrichtlinien entspricht. Während des Betriebs werden zwei qualifizierte Schiffsführer benötigt. Für engagierte Skipper bietet dieser Engpass die seltene Gelegenheit, ein lebendiges Stück Schifffahrtsgeschichte aktiv auf dem Wasser zu bewegen und an dessen Erhalt aktiv teilzuhaben.

Brückenpersonal für den Traditionsbetrieb gesucht

Damit das Feuerschiff nicht zum reinen Museumsstück am Kai wird, sucht der Verein nun gezielt nach Verstärkung. Voraussetzungen sind die Begeisterung für maritime Tradition und die notwendigen Qualifikationen. Konkret gefordert sind der Sportseeschifferschein (SSS) und ein obligatorischer Zusatzeintrag für Traditionsschiffe. Interessierte können direkt über vorstand@museumshafen-oevelgoenne.de Kontakt aufnehmen.

Vom unmotorisierten Seezeichen zum Oldtimer

Im Jahr 1888 lief die “Elbe 3” auf der Werft Johann Lange in Vegesack noch unter dem Namen „Weser“ und ohne eigenen Antrieb vom Stapel. Die Energie für das Leuchtfeuer stammte anfangs aus Petroleum, später aus Gas. Eine Hilfsbesegelung sorgte für die nötige Stabilität auf Station.

Ein umfassender Umbau folgte im Jahr 1936. Die Werft entfernte den mittleren Mast für den Einbau eines Schornsteins. Gleichzeitig erhielt das Schiff einen Sechszylinder-MWM-Dieselmotor mit 300 PS und wurde elektrifiziert. Nach Einsätzen in der Wesermündung sicherte der Oldtimer von 1966 bis Mai 1977 die Position „Elbe 3“ in der Elbmündung. Danach ersetzten moderne Leuchttonnen das schwimmende Seezeichen.

“Elbe 3”: Erhalt der Fahrfähigkeit in Hamburg

Nach der Außerdienststellung im Mai 1977 übernahm der Museumshafen Oevelgönne e.V. das Schiff zum Hafengeburtstag 1979. Seit 1980 liegt der Liegeplatz in Hamburg. Die “Elbe 3” gilt heute als das wahrscheinlich älteste fahrfähige Feuerschiff der Welt. Zu besonderen Anlässen unternimmt die Besatzung Traditionsfahrten mit bis zu 50 Gästen an Bord. Um diese Fahrten künftig wieder durchzuführen, sucht der Verein nun nach ehrenamtlichem Zuwachs für die Brücke.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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