Nicht nur Erdmann-Fans rätselten seit Jahren, ob es noch einmal etwas werden würde mit einem neuerlichen anspruchsvollen Törn auf der legendären "Kathena nui". Im vorigen Sommer war die Rekordyacht nach 14 Jahren auf dem Trockenen erstmals wieder eingewassert worden, und sie bekam eine Maschine eingebaut. "Eine große Reise mache ich noch", hatte Wilfried Erdmann, 76, angekündigt. Was genau er aber vorhatte, behielt er zunächst einmal für sich. Das Rätselraten ging weiter.
In YACHT 10/2016 wurde der wohl populärste deutsche Skipper dann konkret: Nach Schottland werde die Reise gehen, mit Stationen unter anderem auf den Hebriden, den Orkneys und den Färöer-Inseln. Auf das Einwassern Ende April folgten intensive Tage der Vorbereitung, die mit dem heutigen Morgen abgeschlossen sind. Astrid und Wilfried Erdmann haben die Leinen gelöst und die heimische Schlei zum großen Törn verlassen. Ihre Rückkehr ist erst für den Herbst geplant.
Vor der Ausreise hatte die YACHT noch die exklusive Möglichkeit, die berühmte Slup zu segeln. Wir werden Ihnen dieses außergewöhnliche Schiff in Heft 12 en détail vorstellen.
Die von Wilfried Erdmann 1984 selbst ausgebaute Konstruktion von Aluminium-Spezialist Uwe Dübbel hatte ihrem Eigner zu mehreren Erstleistungen verholfen. 1984/85 war Erdmann mit der 10,60-Meter-Yacht einhand und nonstop um die Welt gesegelt, 200/01 ebenfalls, damals sogar gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen. Das ist mit einem kleineren Schiff bis heute noch niemandem gelungen, zudem hat keine zweite Yacht die Welt in beiden Richtungen nonstop umsegelt.
Nach der zweiten großen Reise allerdings lag die "Kathena nui" aufgepallt auf dem Hof hinter Erdmanns Haus an der Schlei – erst ab heute ist sie wieder in ihrem Element.