Ich bin nicht mehr der Jüngste, doch körperlich und mental kann ich große Projekte angehen. Dennoch habe ich gelernt, die Hürden des Alters zu respektieren und zu akzeptieren.
Die Vorbereitungen unterscheiden sich deutlich von jüngeren Jahren. Früher habe ich Taekwondo im Leistungssport betrieben, da war ich topfit. Heute muss ich lernen, mit körperlichen Einschränkungen umzugehen. Ich merke, dass ich nicht mehr so gelenkig bin wie früher. Gezieltes Training ist da essenziell.
Cardiotraining, hauptsächlich Laufen, stärkt meine Ausdauer und trainiert mein Gleichgewicht. Beides ist entscheidend auf einem Schiff. Ein weiterer wichtiger Punkt: die Ernährung. Im Alter regeneriert der Körper langsamer, deshalb achte ich auf eine ausgewogene Ernährung. Ebenso essenziell ist gezielter Bauchmuskelaufbau, um Rückenproblemen vorzubeugen.
Die Vorbereitung auf medizinische Notfälle ist für mich extrem wichtig. Früher, als ich jünger war, machte ich mir über gesundheitliche Risiken kaum Gedanken. Heute ist das anders. Bevor ich in See gehe, teste ich alle notwendigen Medikamente auf Verträglichkeit.
Meine Schiffsapotheke habe ich entsprechend gut ausgestattet. Sie enthält alles für den Notfall – von einfachen Wehwehchen bis zu ernsteren Problemen wie Rückenbeschwerden. Dafür stehe ich in engem Austausch mit meinem Arzt. Wenn der Körper Signale sendet, dass etwas nicht stimmt, muss man flexibel reagieren. Nahrungsergänzungsmittel spielen hier eine große Rolle.
Es geht darum, den Körper – der mit der Zeit abnutzt – mit der richtigen Pflege, Wartung und den optimalen „Treibstoffen“ und „Schmiermitteln“ funktionsfähig zu halten. Man darf sich für nichts zu schade sein. Manche Leute im Alter glauben, wenn sie Arzt oder Medikamente verweigern, wären sie deswegen nicht krank – oder blieben ewig jung. Ich kann nur sagen: Hätte ich das gemacht, wäre ich wahrscheinlich schon seit mindestens vier Jahren tot.
Es klingt banal, aber die Sehstärke schwindet mit dem Alter. Deshalb habe ich nicht nur Schriftstücke in größerer Schrift, sondern auch überall Lesebrillen verteilt.
Absolut wichtig, und das nicht nur wegen der Segelreisen. Bereits bei meiner ersten Weltumsegelung erstellte ich ein Testament. Die letzten 20 Jahre mit Marion bestand kein Anlass dafür, wir hatten alles gemeinsam geplant. Nach unserer Trennung aktualisierte ich es wieder.
Angesichts der Risiken ist es klug, die Dinge in Ordnung zu halten. Wie ich mein Erbe regeln möchte, ist noch offen. Aber vor der Abreise setze ich definitiv ein neues Testament auf – so vermeide ich Stress und Unsicherheiten für die Menschen, die mir wichtig sind.
Für mich ist Selbstdisziplin der Schlüssel zu allem. Du musst am Ball bleiben, sonst reißt es wieder ein. Auch an Tagen, an denen du wenig Kraft verspürst, tu etwas – dann halt entsprechend weniger. Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu kennen und dennoch regelmäßig aktiv zu bleiben.
Ob durch Sport, gesunde Ernährung oder geistige Herausforderungen: all das hilft, fit und zufrieden zu bleiben.
Wenn du älter wirst, darfst du nicht aufhören, dich um Körper und Geist zu kümmern.
Du musst aufpassen, Anzeichen ernst nehmen und entsprechend handeln. Gerade im Alter geht es darum, das richtige Maß an Aktivität zu finden, ohne sich zu überfordern.
Ich plane, am 26. Juli 2026 abzulegen. Es steckt viel Vorbereitung in dieser Reise, und ich freue mich darauf, all die Herausforderungen anzugehen, die jetzt auf mich warten.
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Redakteur News & Panorama