Weil Segel immer weiß oder schwarz sind und ich persönlich das etwas trist finde. Warum können Segel nicht einfach bunt sein?
Die meisten Segel bestehen aus Polyestergewebe mit sehr glatten Fasern. Deshalb braucht es sorgfältige Vorbereitung des Materials, hochpigmentierte Acrylfarben und einen UV-Schutz.
Kunden, die Wert auf Ästhetik legen, auf Individualität, auf gutes Design. Das Boot soll ihren Charakter spiegeln.
Die meisten kommen mit einer Stilrichtung, gar nicht konkret mit einem Künstler, und wir entwickeln daraus eine Interpretation. Aber es eignet sich auch nicht jedes Motiv.
Je kleinteiliger, desto schwieriger kommt es auf dem Segeltuch rüber.
Geschmackssache. Wenn man die Farbwahl gut findet, wenn man die Motive gut findet, kümmern wir uns um die Lizenzen.
Das spiegelt jetzt meinen persönlichen Kunstgeschmack …
Ich fände einen Tom Sachs passend, plakativ und verspielt. Auch Shantell Martin mit einem One-Line-Design. Das könnte den Sweet Spot treffen zwischen Kunst und zeitloser Eleganz.
Habe ich ausprobiert. Ist sehr unruhig.
Haben viele Künstler interessanterweise. Wir waren auf Mallorca im Miró-Museum, und da hängen zwei große von ihm bemalte Segel.
Nein, nein. Jedes Projekt wird bei uns individuell entwickelt. Wir nehmen uns die Zeit, um mit den Kunden eine Vision zu entwickeln und zu produzieren. Es geht nicht um Massenware, sondern um ein Kunstwerk.
Rund 100 Prozent Aufpreis. Aber es gibt keine festen Preise.
Haben Sie die neueste Jacquemus Fashion Show vor Korsika gesehen? Auf jedem Optimist ein Buchstabe. Ich würde immer die Optimisten nehmen. Aber mit Matisse.
Yachtdesign widmet sich den großen Konstrukteuren klassischer Segelyachten und ihren Entwürfen. Der Bildband verbindet Porträts von Designern wie William Fife III., Charles Nicholson oder Henry Rasmussen mit historischen Yachtaufnahmen. Zum Blick auf die bemalten Segel liefert er den gestalterischen Hintergrund: Wie Linien, Proportionen, Material und Detailarbeit das Erscheinungsbild eines Bootes prägen – und weshalb Gestaltung auf dem Wasser stets auch Ausdruck einer eigenen Haltung ist.
Traumyachten stellt 18 klassische Segelyachten mit mehr als 350 Fotografien und ihren Geschichten vor. Im Mittelpunkt stehen berühmte Schiffe wie „Manitou“ und „Germania Nova“, ihre Eigner, ihre Regatten und ihre besondere Präsenz auf dem Wasser. Anders als der konstruktionsgeschichtliche Ansatz von „Yachtdesign“ zeigt dieser Bildband die Yacht als visuelles Gesamtkunstwerk – eine passende Ergänzung für Leser, die Segel und Rigg als Teil einer unverwechselbaren Bootsidentität betrachten.
Segel bemalen statt weiß oder schwarz: Finden Sie das eine sinnvolle Individualisierung oder eher Geschmackssache?

Freier Mitarbeiter, Südkorrespondent
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