Schülerreise„Segelndes Klassenzimmer“ kehrt zurück

Uwe Janßen

 · 29.04.2010

Schülerreise: „Segelndes Klassenzimmer“ kehrt zurückFoto: YACHT Archiv

Am Samstag wird die „Johann Smidt“ nach ihrem Atlantiktörn in Hamburg erwartet

Zum 17. Mal hat das Projekt „High Seas High School“ seinen Teilnehmern die Kombination von Lernen und Segeln ermöglicht. Nach sieben Monaten auf See machen Schüler und Crew am 1. Mai wieder in der Heimat fest.

Im Hamburger Sandtorhafen endet die Atlantikreise der 15- bis 18-jährigen Crew aus Kiel, Hamburg, Oldenburg, Köln, München und der Schweiz. Gegen 11 Uhr wird die „Johann Smidt“ im Traditionsschiffhafen festmachen, die Angehörigen planen einen stimmungsvollen Empfang. Auch Hartwig Henke, Projektleiter „High Seas High School“ der Hermann-Lietz-Schule, Spiekeroog, und Nikolaus Kern, Vorsitzender des Verein Clipper DJS e.V. werden die Schüler, Lehrer sowie die ehrenamtliche Stammcrew aus Kapitän, Steuerleuten und Maschinst begrüßen.

Die Schüler haben bereits begonnnen, ihre Seesäcke zu packen, bereiten sich auf die abschließende Etappe durch den Englischen Kanal vor und haben das Schiff für den Ankunftstag herausgeputzt. Gemeinsam haben die jungen Leute den Atlantik-Wellen getrotzt, stürmische Winde abgewettert, den sanften Passatwind genossen. Und sie haben Mathe gepaukt, Bio gebüffelt und sich durch spanische Vokabeln gekämpft. Nebenbei haben sie natürlich auch den Schiffsbetrieb kennen gelernt. Der ist ihnen mittlerweile so selbstverständlich geworden, das gegen Ende des Törns die Schiffsführung an die Schüler übergeben werden konnte — unter Aufsicht der ehrenamtlich tätigen Stammcrew.

Teneriffa, Barbados, Panama, Mexiko und Kuba lagen auf der Route des Seglers in den Süden. Mehrwöchige Landexkursionen brachten Abwechslung für die frisch gebackenen Seeleute und viele Eindrücke der unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Die Rückreise erfolgte über die Bahamas, Bermuda und die Azoren.

Die „Johann Smidt“ ist ein Toppsegelschoner, er wurde 1974 in Amsterdam gebaut. Das Schiff ist 36 Meter lang, 8 Meter breit und verfügt über 36 feste Kojen. Die Segelfläche beträgt 471 Quadratmeter.

Der Verein Clipper DJS wurde 1973 als Deutsches Jugendwerk zur See e.V. in Bremen als gemeinnütziger Verein gegründet. Jugendliche zwischen 15 und 26 Jahren, aber auch alle anderen Segelbegeisterten sollten die Möglichkeit bekommen, traditionelle Seemannschaft zu erlernen und erleben. Für einen reibungslosen Ablauf der Törns sorgen erfahrene Kapitäne, Steuerleute, Maschinisten und Köche, die in ihrer Freizeit oder ihrem Urlaub ehrenamtlich die Schiffe führen. Sie vermitteln vor allem auch jedem, der mitsegelt, was er über das Segeln, das Schiff und die Seefahrt wissen muss, denn niemand braucht seemännische Vorkenntnisse, um an Bord zu kommen.

Das „High Seas High School“-Projekt ist in anlehnung an Erich Kästner landläufig unter dem Rubrum „Das segelnde Klassenzimmer“ bekannt geworden.

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