InterviewVom HSV ins deutsche Foiling-Team des SailGP

Tatjana Pokorny

 · 22.07.2026

Interview: Vom HSV ins deutsche Foiling-Team des SailGPFoto: Jonathan Nackstrand for SailGP und Germany SailGP Team
Der Betriebswirt und Psychologe Frank Weiland, 42, ist Master der Sportpsychologie und klinischen Psychologie und promovierte an der Sport­hochschule Köln zum Thema Coaching im Leistungssport. Er ist der neue Sportpsychologe des deutschen SailGP-Teams.
Frank Weiland, der neue Sportpsychologe des deutschen SailGP-Teams, kommt aus Hamburg und war ein Jahrzehnt lang für den HSV tätig. Jetzt erfolgte der Wechsel vom Profi­fußball zum Segeln.

Herr Weiland, wie kommt man vom HSV zum SailGP?

​Vor rund zwei Jahren machte der Cousin von SailGP-Coach Lennart Briesenick ein Praktikum bei mir im HSV. Im Gespräch ergab sich, dass er zwar Fußballinteresse hatte, aber selbst kein Fußballer, sondern Segler ist. Wir haben den Kontakt gehalten. Irgendwann sagte er, ich müsse unbedingt mal seinen Cousin Lennart kennenlernen und mich mit ihm über Sportpsychologie austauschen. So begann es.


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Wussten Sie vorher, was der SailGP Ist?

Ich hatte das mal in der ZDF-Mediathek entdeckt und fand es sehr spannend, war sofort angefixt. Dann habe ich mir bei Youtube Clips angesehen. Da war für mich klar, dass ich Lennart Briesenick als spannenden Charakter in diesem Team gerne kennenlernen würde.

Jetzt sind Sie deren neuer Sportpsychologe.

Ja, und es reizt mich, nach zehn Jahren Spitzenfußball meine Erfahrungen in einem dynamischen Umfeld wie dem SailGP einzubringen. Das Team hat sportlich eine enorme Lernkurve hinter sich. Jetzt geht es darum, die mentale Stärke aufs Wasser zu bringen. Ich spüre im Team Hunger auf Erfolg. Den Prozess mitzugestalten ist eine fantastische Herausforderung.

Was reizt Sie noch?

Noch einmal ein ganz neues Feld kennenzulernen. Aktuell bin ich auch sehr gespannt auf Sassnitz, freue mich, nach den tollen Spielen im Volksparkstadion nun die Atmosphäre bei unserem Heimspiel aufzusaugen.

Was ist in einem SailGP-Team anders als bei einer Fußballmannschaft?

Es können sich beim Segeln nicht immer alle in jeder Situation gegenseitig den Allerwertesten retten. Im Fußball kann ein Außenstürmer in gewissen Situationen auch in der Verteidigung helfen. Ein Fahrer im SailGP kann nicht mal eben auch anderswo auf dem Boot sein.

Wie ist Ihr erster Eindruck vom deutschen Team und seinem Skipper Erik Kosegarten-Heil?

Das Team habe ich als sehr offen und fokussiert erlebt. Erik ist jemand, der weiß, was er kann. Und dass er gut ist in dem, was er tut. Ohne jeden Anflug von Arroganz oder Überheblichkeit. Du merkst, dass er nicht nur ein Mann von Welt, sondern auch ein sehr erfahrener Sportler mit eigener Vorstellung davon ist, wie Top-Leistung entstehen und funktionieren kann. Das ist das Schöne daran, wenn du es schon mal geschafft hast. Das macht was mit dir.

Was denn?

Du weißt, dass du es kannst. Es ist eine starke Basis, wenn man ganz weit oben in der Welt schon bestanden hat.

Was ließe sich gegen die schmerzende Achillesferse machen: die schwachen Starts?

(Lächelt) Da bitte ich um Nachsicht. Nehmen wir an, ich hätte dazu eine Idee, käme es doch ein wenig Industriespionage gleich, wenn ich jetzt schon davon erzählen würde.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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