Regatta-NewsVom Revoluzzer zum Maxi-Chef

Carsten Kemmling

 · 01.12.2005

Das Porträt von Thomas Jungblut beschreibt die ungewöhnlichen Karriere vom aufsässigen Jungstar zum Boss von North Sails Germany und Taktiker der Wally-Klasse "Y3K"

Mit dem diesjährigen Sieg beim Wallygator-Weltcup vor Porto Cervo als Taktiker der "Y3K" krönte der 57-jährige Hamburger Thomas Jungblut eine erfolgreiche Karriere, in deren Verlauf er zu einem der bekanntesten deutschen Segler wurde.

Die Geschichte von Jungblut macht auch die Entwicklung des deutschen Segelsports in den Nachkriegsjahren transparent. Der erzkonservative Seglerverband sah sich seinerzeit einer Horde langhaariger 68er Jung-Revoluzzer gegenüber, die unter anderem die Verbandsstatuten als verfassungsfeindlich brandmarkten, die Sowjetfahne auf dem Nato-Stützpunkt Olpenitz hissten und DKP-Wahlparties feierten.

Die OK-Jollen-Szene, aus der unter anderem Hanse-Chef Michael Schmidt und Alinghi-Konstrukteur Rolf Vrolijk hervorgingen, mischte die Szene ordentlich auf. Und Jungblut war ihr Star als Welt- und Vizeweltmeister der Klasse.

Heute verkauft er North-Segel, die schon mal den Wert eines Porsche-Carreras erreichen können. Er gehört zum ehemals verhassten Establishment. Aber damit kann er gut leben. Jetzt in der neuen YACHT, überall im Zeitschriftenhandel erhältlich.

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