Playmobil-AusstellungWenn Spielzeug maritime Geschichte greifbar macht

David Ingelfinger

 · 07.05.2026

Industrialisierung im Miniaturformat: Diese für die Ausstellung eigens umgebauten Kohleschuten veranschaulichen den Beginn der modernen Schifffahrt durch Dampfkraft.
Foto: David Ingelfinger
​Am 07.05.2026 startet im Internationalen Maritimen Museum Hamburg eine Playmobil-Ausstellung zur maritimen Geschichte der Welt. Der Künstler Oliver Schaffer nimmt Besucher auf eine besondere Zeitreise im Spielzeugmaßstab mit. Zu sehen sind sieben Miniaturwelten von der Nilschifffahrt des alten Ägyptens bis zum modernen asiatischen Containerhafen.

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Die Ausstellung ist im ersten Stock des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg. In den Dioramen sind sieben unterschiedliche Welten mit viel Liebe kuratiert. Alle verwendeten Ausstellungsstücke stammen von Playmobil, aus der persönlichen Sammlung von Playmobil-Künstler Oliver Schaffer. Das Ziel von Schaffer ist es, die unterschiedlichen Epochen möglichst authentisch darzustellen. Dafür werden zum Teil auch Playmobil-Spielzeuge aus den 70er-Jahren verwendet.

Zwölf Tage Aufbau

Auch wenn der Künstler Oliver Schaffer in Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Museums in der Hamburger Speicherstadt ein authentisches Bild der jeweiligen Zeit vermitteln möchte, sind einige Ausstellungsstücke sicherlich nicht exakt nach dem Original. Das liegt hauptsächlich an der Auswahl an Playmobil-Produkten. Auch wenn Schaffer Tausende Stücke besitzt, musste man beim Bau man immer wieder einen Kompromiss eingehen, um die zum großen Teil vorgefertigten Playmobil-Modelle vom römischen Legionär zum Drachenschiff der Wikinger in sieben unterschiedlichen Welten zu komprimieren.

​Einzigartige Playmobil-Welten

​Um einen möglichst authentischen Eindruck zu hinterlassen, musste auch die ein oder andere Originalfigur umgestaltet werden. So wurden Eier gelb lackiert, um eine Schale Zitronen auf einem kleinen Boot im alten Ägypten darzustellen. Einige wurden auch zweckentfremdet und nachträglich so umgestaltet, dass sie in die jeweilige Epoche passen.

Die Hansekogge entstand beispielsweise als aufwendiges Unikat aus zwei kombinierten Piratenschiffen, bei denen Schaffer den Mast mittschiffs setzte und das moderne Steuerrad gegen ein historisch korrektes Gangspill austauschte. Ein offizielles ägyptisches Nilschiff wandelte er durch das Weglassen bunter Dekorationen und eingerollte Segel in ein schlichtes Arbeitskahn um, das nun einen massiven Obelisken transportiert.

Für den Aufbau hat ein kleines Team um Oliver Schaffer insgesamt zwölf Tage gebraucht. Nicht nur die Playmobil Stücke sind sehenswert. Die Szenarie wurde aufwendig modelliert. Jede Welt hat beispielsweise eine andere Wasseroberfläche, die jeweils aufwendig mit Papier, Farbe, Kleister und Farben gestaltet wurden. Das verleiht den einzelnen Dioramen ein realistischeres Aussehen.

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Eine Zeitreise in das alte Ägypten

Das Programm in der Ausstellung begrenzt sich nicht allein auf die Playmobil-Ausstellungsstücke. Mit einem Kinderhörbuch, das man sich direkt an den Dioramen anhören kann, und kleinen Easter Eggs wird auch die Geschichte eines Zeitreisenden nacherzählt, der vom alten Ägypten bis in die Neuzeit mit einem Heißluftballon reist.

Die maritime Zeitreise wird durch interaktive Rallyes und Werkstätten lebendig, wobei an allen Ausstellungsstücken sowohl für Kinder als auch für Erwachsene Erklärtexte präsentiert werden. Die Ausstellung ist vom 8. Mai bis zum 8. November 2026 täglich zu sehen. Der Museumseintritt beträgt 18 Euro.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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