Leonie Meyer
· 27.02.2026
Host Timm Kruse eröffnet die Episode mit einer emotionalen Rückschau auf die Flagship Night der boot Düsseldorf. Dort wurde der Brite Craig Wood als Seamaster ausgezeichnet, der nach einem schweren Militärunfall mit enormer Entschlossenheit allein über den Pazifik segelte. Die Laudatio hielt Jens Kroker. Seine Worte machten deutlich, was Segeln leisten kann: Es konfrontiert Menschen mit Grenzen und zeigt ihnen zugleich, wie sie darüber hinauswachsen können.
Jens Kroker, der nun über 40 Jahre segelt, wurde mit nur einer Hand geboren. Schon früh spürte er, was es heißt, sich anders zu fühlen. Im Podcast spricht er offen über Zweifel, Ausgrenzung und den Druck, oft mehr leisten zu müssen als andere. Doch er widerspricht einer defizitären Sichtweise: Statt von Behinderung spricht er von „unterschiedlicher Befähigung“. Jeder Mensch bringe eigene Talente mit – entscheidend sei das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, wie Kroker im Podcast erklärt.
Das Segeln wurde für ihn zum Wendepunkt. Auf dem Wasser zählen Teamgeist, Technik, Taktik und mentale Stärke – nicht körperliche Normen. Der Sport gab ihm Selbstbewusstsein und das Gefühl von Teilhabe. Diese Erfahrung prägt ihn bis heute, worauf er in der 61. Episode des Segelpodcasts eingeht. 2008 trat er das erste Mal bei den paralympischen Spielen in Peking an. Der Segler teilt zudem seine Perspektive zum Ausschluss des Segelns aus dem paralympischen Programm.
Mit seiner Stiftung TURNING POINT möchte Jens Kroker genau das Gefühl des Selbstbewusstseins und der Teilhabe weitergeben. Segelprojekte eröffnen Kindern, Jugendlichen und sozial benachteiligten Menschen neue Perspektiven. Segeln beschreibt er als „Mini-Leben“. Was genau unser Experte damit meint und inwiefern der Paralympische Sportler heute noch segelt, erfahrt ihr direkt von ihm.
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Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion