NachrufZum Tod von Klaus Murmann

Tatjana Pokorny

 · 12.10.2014

Nachruf: Zum Tod von Klaus MurmannFoto: YACHT/M. Müller

Der frühere Arbeitgeber-Präsident Klaus Murmann ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Segelsport verliert einen großen Förderer

Der frühere Arbeitgeber-Präsident Klaus Murmann ist im Alter von 82 Jahren nach längerer Krankheit zu Hause in Kiel gestorben. Das teilte seine Privatsekretärin Brigitte Gartmann mit. Als Unternehmer hatte der gebürtige Dortmunder den Arbeitgeberverband von 1986 bis 1996 zehn Jahre lang geführt. Der passionierte Segler lebte seit 1953 an der Förde. Er hinterlässt seine Ehefrau Hannelore und fünf Kinder.

Murmann war ein großer Förderer des deutschen Segelsports – in vielen Bereichen. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer nannte ihn einen vorbildlichen Menschen und Unternehmer. So haben ihn auch Deutschlands Segler bei Regatten auf dem Wasser und an Land erlebt. Die Verantwortung, die er über Jahre als Vorsitzender eines großen Maschinenbau-Unternehmens mit Sitz in Neumünster trug, hat er auch im Segelsport übernommen. Ob es um die Förderung von Seeseglern oder die Beflügelung von Unternehmen in der Wassersportbranche ging – Murmann ließ seinen Worten stets Taten folgen.

  Maxi "Uca" beim DCNACFoto: HSH/Nico Krauss
Maxi "Uca" beim DCNAC

Intensiv hat er sich für den Segelstandort Kiel eingesetzt. Der Ehrendoktor der Christian-Albrechts-Universität war Mitglied im Kieler Yacht-Club und besaß mehrere Regattayachten, die er stets auf den Namen "Uca" taufte. Mit seinen Booten nahm Murmann an internationalen Regatten teil. Zu den Höhepunkten zählte die Rekordfahrt bei der Transatlantik-Regatta DaimlerChrysler North Atlantic Challenge (DCNAC), bei der sein Team das Ziel in knapp 13 Tagen als schnellste und erste Yacht erreichte.

Später schwärmte er von diesem Husarenritt: "Es war und bleibt ein Höhepunkt, dass wir an Bord keine einzige Minute Missstimmung zu verzeichnen hatten. Es gab keine Gruppenbildung, sondern nur Kameradschaft." Dass Murmann gleichzeitig ein großer Kämpfer für fairen Segelsport war, hat er mit einer weiteren Beobachtung gezeigt und auch zum Ausdruck gebracht: "Wir hatten viel Spaß an Bord, und deswegen bin ich glücklich. Ich habe allerdings schon heute festhalten lassen, dass jemand in meiner Grabrede erwähnt, dass ich den zweigeteilten Start und die Tatsache, dass wir erst eine Woche nach dem Hauptfeld lossegeln durften, als äußerst unfair und ungerecht empfunden habe." Auch das zeichnete Klaus Murmann aus: Er äußerte seine Meinung offen und gerade heraus.

Für sein gesellschaftliches Engagement war Murmann 1992 mit dem Großen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland mit Stern der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Viele Segler aber sahen in ihm nicht nur den vielfach ausgezeichneten Unternehmer, sondern den ehrgeizigen Sportler, den väterlichen Freund und engagierten Förderer. Murmann hatte stets ein offenes Ohr und ein Herz für neue Ideen. Er gab jungen wie erfahrenen Mitseglern das nötige Vertrauen zu wachsen.

  Murmann (l.) bei der Präsentation der ersten deutschen Cup-KampagneFoto: tati
Murmann (l.) bei der Präsentation der ersten deutschen Cup-Kampagne

2005 zählte Murmann neben Edzard Reuter und Hans-Olaf Henkel zu den ersten Aufsichtsratsvorsitzenden der jungen ersten deutschen America's-Cup-Kampagne. Damals hatte Murmann gesagt: "Es ist für Deutschland eine bedeutende Prestigefrage, dabei zu sein." Nun hat der leidenschaftliche Segler seine letzte Reise angetreten.

"Der Chef", wie ihn seine Mitarbeiter und Crewmitglieder stets respektvoll nannten, wird vermisst werden.

Meistgelesene Artikel