Jörgen Heinritz starb 73-jährig an einem Krebsleiden. Der ehemalige Lehrer aus der Seglervereinigung Heiligenhafen lebte ein Seglerleben, das so reich an Seemeilen, Erfahrungen und internationalen Regatten war wie kaum ein anderes in Deutschland. Vermutlich hat der Mann aus dem Heinritz-Clan die meisten Hochsee-Regattameilen in ganz Deutschland im persönlichen Logbuch. Die Laufbahn startete mit sechs Jahren im Optimisten, dann stieg er in den 420er um und war zunächst mit dem Doppelender „Birte” seiner Eltern unterwegs, auch auf Regatten.
1976 stieß er zur „Rubin"-Crew des Hochsee-Regatta-Pioniers Hans-Otto Schümann und war in verschiedenen Positionen vom Bootsmann bis hin zum Skipper auf elf verschiedenen Booten dieses Namens von 1976 bis 1997 sehr erfolgreich. In dieser Zeit konnte die Crew mit “Jörgi” zweimal den Admiral's Cup und den Sardinia Cup gewinnen. Die Verbundenheit zum Eigner Hans-Otto Schümann endete nicht einmal mit dessen Tod; danach betrieb Heinritz sein letztes Boot, eine Fahrtenyacht vom Typ Najad 400 (eines der ersten Fahrtenboote mit Carbonmast), gemeinsam mit seiner Frau Marion.
Rubin war nicht das einzige Projekt. Heinritz segelte auf dem Zweitonner „SiSiSi", projektierte einen Minimaxi gleichen Namens (später „Schlüssel von Bremen"), segelte mit US-Crews beim SORC und der Antigua Race Week, skipperte den deutschen Zwölfer „Blaupunkt", überführte Boote im Chinesischen Meer und nahm an Rennen wie Hongkong–Manila teil. Weitere Stationen waren Boote aus dem Who’s who der deutschen Hochseeszene wie „Loftfari", „BonBon", „Topaz", „Outsider", „Drumfire", „Elan" und zuletzt „Elida". Neben Positionen als Steuermann oder Taktiker übernahm Heinritz auch gerne das Crewmanagement und führte die Aufsicht über Neu- und Umbauten.
Außerdem betätigte sich Jörgen Heinritz als Konstrukteur mit dem eigenen IMS-Boot „Connection" und weiteren Regatta- und Fahrtenprojekten. Die dafür nötigen Fähigkeiten eignete er sich selbst an und erweiterte sein Wissen über einen Fernkurs an der Westlawn School of Yacht Design. Obendrein war Heinritz als Vermesser (IOR/IMS/ORC) im DSV tätig.
Jörgen Heinritz galt als loyal gegenüber seinen Mitseglern und Eignern, war als sehr guter Allroundsegler und Seemann bekannt und wurde für sein großes Herz und seinen ansteckenden Humor geschätzt. Aus Bierlaune heraus entstanden neue Projekte, Rekordausschreibungen (Fehmarn rund) und die Gründung der deutschen Profisegler-Vereinigung IBNA zur „Unterstützung nicht durch eigene Schuld heruntergekommener Segler". Die wenigen Feste des nicht eingetragenen Vereins sind legendär. Aber das ist eine andere Geschichte.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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