Mini Globe RaceChristian Sauer vollendet historische Solo-Weltumsegelung

Fabian Boerger

 · 10.03.2026

Das Ziel vor dem Bug: Christian Sauer erreicht am 9. März die Karibikinsel Antigua.
Quelle: Christian Sauer/Argoworldwide
Historischer Abschluss beim Mini Globe Race: Elf von 15 Startern haben die Weltumsegelung auf ihren 5,80 Meter langen Sperrholzbooten gemeistert. Es ist das erste Mal, dass Solo-Segler auf solch kleinen Booten die Welt im Regattamodus umrunden – eine segelhistorische Premiere. Mit dabei: der Deutsche Christian Sauer.

Das McIntyre Mini Globe Race schreibt Geschichte: Erstmals umrunden Einhandsegler die Welt in nur 5,80 Meter langen Booten. Viele Skipper haben ihre Yachten selbst gebaut – so wie der Deutsche Christian Sauer. 271 Tage war er beim Mini Globe Race auf See und absolvierte rund 24.000 Seemeilen. Am Montagabend (Ortszeit), 9. März, hat Sauer Antigua erreicht und seine Weltumseglung auf der “Argo” erfolgreich abgeschlossen.

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Viele Ungewissheiten auf dem Weg um die Welt

Eine Leistung, an die er selbst vor einem Jahr nicht geglaubt hat. Kurz vor seiner Ankunft in Antigua erzählte er der YACHT: “Ich habe in Lagos im Dezember 2024 definitiv noch nicht daran gedacht, wie es ist, um die Welt zu segeln.” Gerade noch rechtzeitig bekam er seine “Argo” vor dem Qualifikationsrennen von Lagos nach Lanzarote segelklar – einige Arbeiten musste er sogar später während der Zwischenstopps nachholen.

“Es waren so viele Ungewissheiten da, dass ich nicht wusste, ob ich damit klarkomme, ob ich mit dem Boot klarkomme.” Die Gewissheit kam erst nach der ersten Atlantiküberquerung: In Antigua angekommen, stand sein Entschluss fest: Er würde die Weltumsegelung wagen.

Von abgelegenen Inseln und lebhaften Metropolen​

Am 23. Februar 2025 startete die Flotte in Antigua, segelte durch den Panamakanal entlang der Barfuß-Route durch die Südsee, passierte die Nordküste Australiens, durchquerte den Indischen Ozean via Kapstadt und kehrte in die Karibik zurück. Die Route führte durch 15 Länder – von abgelegenen Inseln bis zu lebhaften Metropolen.

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Schweizer gewinnt das Mini Globe Race

Als Erster lief der Schweizer Renaud Stitelmann mit seiner “Capucinette “, Baunummer 28, am Sonntagmorgen, 8. März, in den Hafen von Falmouth im Süden Antiguas ein. Damit machte er seinen Gesamtsieg perfekt. Stitelmann dominierte das Rennen von Anfang an, gewann fast alle vier Etappen. Laut Veranstalter stellte er mit 180 Tagen, 11 Stunden und 25 Minuten einen neuen Rennrekord auf. An dieser Marke müssen sich künftige Teilnehmer messen - etwa bei der nächsten Ausgabe des Mini Globe Race 2029.

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Renaud Stitelmann gewann jede Etappe des Mini Globe Race.Foto: Rob Havill / McIntyre MGR2025-26Renaud Stitelmann gewann jede Etappe des Mini Globe Race.

Den zweiten Platz sicherte sich der Australier Daniel Turner mit der “Immortal Game”, Baunummer 5, nur wenige Stunden nach der Spanierin Pilar Pasanau (”Peter Punk”, Baunummer 98). Sie wurde Vierte. Turner schrieb dabei seine eigene Geschichte: Als erster Teilnehmer segelte er ein im eigenen Garten gebautes Boot erfolgreich um die Welt. Rang drei ging an den Briten Kerri Harris auf der “Origami” (Baunummer 47).

Sauer kämpft sich auf Platz sieben

Christian Sauer beendete das Rennen auf Platz sieben. Von Beginn an hielt er sich stabil im Mittelfeld – trotz massiver körperlicher Probleme. Schulterschmerzen plagten ihn, bedrohten mehrfach die Fortsetzung seiner Reise. Doch Sauer biss die Zähne zusammen und segelte weiter. Auf der letzten Etappe von Recife in Brasilien nach Antigua verschärfte sich die Lage: Eine Entzündung im linken Ohr kam hinzu, dazu fordernde Bedingungen an Bord. “Die Bewegungen in dem Boot bei hart am Wind Kursen ist einfach abartig”, sagte Sauer.

Doch nun hat er es geschafft. Am 9. März erreichte Sauer das Ziel vor Falmouth Harbour. Nun müsse er erstmal realisieren, was er da überhaupt gemacht und vielleicht auch geschafft habe, sagte er kurz vor dem Zieleinlauf. Am 20. März wird das Mini Globe Race mit einer Präsentation in der Antigua Sailing Academy gefeiert, die auch live übertragen wird.

Ein Rennen der Rekorde

Auch jenseits der Platzierungen schreibt das Mini Globe Race Rekorde: Jasmine Harrison segelt auf “Numbatou” (Baunummer 88) als erste Britin solo auf kleinstem Boot um die Welt. Die Spanierin Pilar Pasanau ist die erste Einhandseglerin ihres Landes, die diese Leistung auf einem Miniboot vollbringt. Josh Kali bricht den US-Rekord: Er steuert die kleinste amerikanische Yacht, die je den Globus umrundete.

Alle drei folgen einem Pionier. John Guzzwell segelte vor 70 Jahren, 1955, als Erster überhaupt solo um die Welt – auf “Trekka”, einem selbstgebauten Holzboot von 6 Metern Länge. Sein Schiff wurde Vorbild für die Einheitsklasse Alma Globe 580, in der die heutigen Rekordsegler unterwegs sind. Guzzwell starb 2024 mit 94 Jahren. Wenige Wochen zuvor hatte er die Schirmherrschaft für die Bootsklasse übernommen, die sein Erbe fortsetzt.


Mehr zum Mini Globe Race:

YACHT begleitete Christian Sauer auf seiner Weltumsegelung. Die wichtigsten Berichte von den einzelnen Etappen:

Auftakt: Globe 5.80 Transat

Etappe eins: Antigua nach Panama

Etappe zwei: Panama nach Fidschi

Etappe drei: Fidschi nach Kapstadt

Etappe vier: Kapstadt nach Antigua


Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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