Magnus Olsson PreisErst gemeinsam Sieger, nun geehrt

Lars Bolle

 · 30.04.2026

Paul Cayard.
Foto: The Ocean Race
Paul Cayard hat das Whitbread Round the World Race gewonnen, den America’s Cup geprägt und noch Jahrzehnte später Weltmeistertitel gesammelt. Nun erhält der Amerikaner den Magnus Olsson Preis 2026. Es ist eine Auszeichnung, die nicht nur Siege würdigt, sondern auch Haltung, Führungsstärke und den bleibenden Einfluss auf den Segelsport.

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Paul Cayard, einer der erfolgreichsten und angesehensten Segler seiner Generation, erhält den Magnus Olsson Preis 2026. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die den Segelsport auf höchstem Niveau geprägt und ihm über sportliche Erfolge hinaus etwas Bleibendes gegeben haben. Bei Cayard fällt diese Bilanz außergewöhnlich breit aus: Olympische Kampagnen, Weltmeistertitel, America’s Cup, Whitbread und Volvo Ocean Race, dazu Führungsrollen in Teams, Klassen und Verbänden.

Der Amerikaner steht wie kaum ein anderer für eine Karriere, die sich nicht auf eine Bootsklasse, eine Ära oder ein Revier reduzieren lässt. Über mehr als vier Jahrzehnte segelte Cayard auf höchstem Niveau. Er war zweimal Olympiateilnehmer, 1984 und 2004, wurde achtmal Weltmeister und gewann Titel in einigen der anspruchsvollsten Bereichen des Sports.

Ein Weltmeistertitel mit 37 Jahren Abstand

Besonders bemerkenswert ist Cayards Bilanz in der Starboot-Klasse. Dort holte er zwei Weltmeistertitel, zwischen denen 37 Jahre lagen. Eine solche Spanne ist im Spitzensport ungewöhnlich und zeigt, weshalb Cayard nicht nur als erfolgreicher Regattasegler, sondern als Ausnahmeerscheinung des internationalen Segelns gilt. Für diesen späten Triumph wurde er 2025 auch als Rolex Yachtsman of the Year vom Welt-Seglerverband ausgezeichnet.

Cayards jüngster Starboot-Erfolg hatte auch aus deutscher Sicht Gewicht: 2025 gewann er gemeinsam mit Frithjof Kleen die Starboot-Weltmeisterschaft in Split. Die YACHT berichtete damals über den Titelgewinn des Duos und Cayards lange Suche nach dem erneuten WM-Gold in der traditionsreichen Klasse.

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Der gemeinsame Triumph mit Magnus Olsson

Eine besondere Bedeutung bekommt die Auszeichnung wegen Cayards Verbindung zu Magnus "Mange" Olsson. Beide kannten sich aus der Welt der großen Hochseerennen. 1997/98 gewann Cayard als Skipper der "EF Language" das Whitbread Round the World Race. Er wurde damit der erste amerikanische Skipper, der das Rennen um die Welt gewinnen konnte. An Bord war damals auch Magnus Olsson.

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Für Olsson zählte dieser Triumph später zu den größten sportlichen Erfolgen seiner Laufbahn. Der Schwede nahm sechsmal am Whitbread beziehungsweise Volvo Ocean Race teil. Seine letzte Teilnahme war 2008/09 als Skipper von "Ericsson 3"; später engagierte er sich als Coach und Mentor des Frauenteams SCA.

Cayard erinnerte nun sehr persönlich an seinen früheren Weggefährten. Er habe Magnus in den Whitbread- und Volvo-Jahren der 1990er- und 2000er-Jahre kennengelernt, mit ihm und gegen ihn gesegelt. Olsson sei für ihn wie eine große Flasche "Positive Attitude" gewesen, mit der man alles zum Leuchten bringen konnte. Seine Persönlichkeit und sein Enthusiasmus seien magnetisch gewesen, sagte Cayard. Ob an Bord, in Meetings, bei Staatsoberhäuptern oder mit Kindern im Optimisten: Magnus sei der Mittelpunkt gewesen.

Erfolge im Offshore-Segeln und im America’s Cup

Cayards Karriere reicht weit über den Whitbread-Sieg hinaus. In der Ausgabe 2005/06 des Volvo Ocean Race belegte er Rang zwei. Dazu kommen zahlreiche Erfolge in der Maxi-Klasse, bei Superyachten und in Offshore-Klassikern.

Auch im America’s Cup hinterließ Cayard deutliche Spuren. Besonders bekannt wurde seine Rolle als Skipper des italienischen Herausforderers "Il Moro di Venezia", mit dem er 1992 den Louis Vuitton Cup gewann. Damit führte er das Team in das America’s-Cup-Match und prägte eine der markantesten Kampagnen jener Ära.

Mehr als ein erfolgreicher Regattasegler

Der Magnus Olsson Preis würdigt nicht allein sportliche Ergebnisse. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die den Geist, die Energie und die Begeisterung verkörpern, für die Magnus Olsson stand. Bei Cayard geht es daher auch um seinen Beitrag abseits des Cockpits.

Er übernahm Führungsrollen in Teams, Veranstaltungen und internationalen Klassenvereinigungen. Zudem leitete er das U.S. Olympic Sailing Team. Damit war Cayard nicht nur Athlet, sondern auch Mentor, Organisator und Entwickler des Sports. Seine Karriere auf und neben dem Wasser passt damit zu den Werten, die der Preis hervorheben will: Exzellenz, Führungsstärke und Sportsmanship.

Wer den Magnus Olsson Preis bisher erhalten hat

Der Magnus Olsson Preis gehört zu den persönlichsten Auszeichnungen im internationalen Segelsport. Die offizielle Preisträgerliste beginnt 2014 mit Torben Grael. Seitdem finden sich dort Olympiasieger, Ocean-Race-Gewinner, America’s-Cup-Prägungen, Navigatoren und Offshore-Größen. Cayard ist der Preisträger des Jahres 2026.

  • 2026: Paul Cayard
    Der Amerikaner gewann das Whitbread Round the World Race, prägte den America’s Cup und wurde in der Star-Klasse noch einmal Weltmeister.
  • 2025: Charlie Dalin
    Der französische IMOCA-Star wurde für seinen Einfluss auf das Offshore-Segeln geehrt, nachdem er unter anderem die Vendée Globe in Rekordzeit gewonnen hatte.
  • 2024: Franck Cammas
    Cammas steht für eine außergewöhnliche Breite: Offshore-Klassiker, The Ocean Race, Jules Verne Trophy, Match Racing und America’s Cup.
  • 2023: Simon "SiFi" Fisher
    Der Navigator gewann The Ocean Race zweimal und gilt als einer der prägenden Routingspezialisten seiner Generation.
  • 2022: Pelle Petterson
    Schwedische Segel- und Designikone, Olympiamedaillengewinner in der Star-Klasse und eine Schlüsselfigur in Olssons früher Profikarriere.
  • 2021: Martine Grael
    Doppel-Olympiasiegerin im 49erFX, Ocean-Race-Seglerin und inzwischen die erste Frau am Steuer eines SailGP-Teams.
  • 2020: Peter Burling
    Olympiasieger, America’s-Cup-Sieger und einer der erfolgreichsten neuseeländischen Segler der jüngeren Geschichte.
  • 2019: Carolijn Brouwer
    Gewinnerin The Ocean Race, dreimalige Olympiateilnehmerin und wichtige Figur für gemischte Crews im Hochseesegeln.
  • 2018: Grant Dalton
    Ocean-Race-Sieger, America’s-Cup-Macher und langjähriger Kopf von Emirates Team New Zealand.
  • 2017: Santiago Lange
    Der Argentinier gewann 2016 olympisches Gold im Nacra 17 und wurde für seine sportliche Klasse, Widerstandskraft und Vorbildrolle ausgezeichnet.
  • 2016: Stan Honey
    Einer der bedeutendsten Hochsee-Navigatoren, Volvo-Ocean-Race-Sieger und Rekordsegler.
  • 2015: Sir Ben Ainslie
    Viermaliger Olympiasieger, America’s-Cup-Sieger mit Oracle Team USA und später treibende Kraft hinter dem britischen Cup-Traum.
  • 2014: Torben Grael
    Fünf olympische Medaillen, Volvo-Ocean-Race-Sieg mit "Ericsson 4" und Louis-Vuitton-Cup-Erfolg mit Luna Rossa.

Ein Preis im Namen von "Mange" Olsson

Der Preis trägt den Namen von Magnus "Mange" Olsson, einem der prägenden schwedischen Hochseesegler. Olsson wurde 1949 geboren, lernte als Kind auf dem Mälaren segeln und entwickelte sich vom Jollen- und 505er-Segler zu einer zentralen Figur des internationalen Offshore-Sports. Pelle Petterson holte ihn Mitte der 1970er-Jahre in die America’s-Cup-Kampagne "Sverige". Damit begann Olssons Weg in den Profisegelsport.

Olsson starb am 20. April 2013 auf Lanzarote. Noch im Mai 2013 wurde der Gedenkfonds gegründet. Er soll junge schwedische Seglerinnen und Segler sowie Segelaktivitäten unterstützen, unter anderem durch Stipendien für Personen und Organisationen.

Die Stiftung beschreibt ihren Zweck als Förderung junger schwedischer Segler, die wie Magnus Olsson optimistisch an Erfolgen im Segelsport arbeiten. Mehr als 20 Nachwuchsseglerinnen und -segler haben nach Angaben der Stiftung bereits Stipendien erhalten.

Preisverleihung in Stockholm

Die Preisverleihung für Paul Cayard findet am 9. Juni 2026 um 17.30 Uhr im Nya Djurgårdsvarvet in Stockholm statt. Dort wird Cayard in eine Reihe von Preisträgern aufgenommen, die den internationalen Segelsport über Jahre und teils Jahrzehnte geprägt haben.


Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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