„Star" (2025) ist in der Mitte gebogen und für das „Um-die-Ecke-Segeln" konzipiert, um endlos im Kreis auf einem See zu fahren. Daneben schuf der Künstler weitere Bootsskulpturen, deren Bug sich scheinbar aufgeweicht nach unten biegt. Eine solche ist auf dem Dach des Hotel Daniel in Wien montiert, zwei weitere stehen dauerhaft in Frankreich. Im Interview erzählt er, warum er Boote verbiegt.
Das hat sich ergeben. Ich hatte eine Ausstellung in der Nähe von Bad Ischl. Das liegt am Traunsee, dort haben sie Starboote. So kam die Idee zu diesem Kunstwerk.
Ja, aber Holz so zu biegen, ist unmöglich. Und mir gefällt es so auch besser.
Boote! Bei Lkw kann man mit Metall arbeiten, das kann man schweißen. Bei Booten muss man mit Polyester oder Epoxy arbeiten, das ist viel komplizierter und unangenehmer, weil es staubt und riecht und man Atemschutz braucht.
Auch meine Autos sind ja von unten nach oben gebogen oder eben umgekehrt. Da geht es primär um das Prinzip des Zwei- und Dreidimensionalen. Beim Werk "Star" geht es um das Hamsterrad unseres Lebens, das ewige Im-Kreis-Laufen und Im-Kreis-Denken. Wir lernen aus der Geschichte wenig bis gar nichts. Das Prinzip des Im-Kreis-Fahrens hat mich interessiert.
Auch bei unseren Fat Cars und Fat Houses müssen wir auf die Größe achten, damit wir Transporte mit Blaulicht vermeiden. Das Starboot haben wir gekippt und in eine gebogene Kiste gepackt. Es braucht aber einen Tieflader, sonst wäre es zu hoch.
Nein, darum kümmere ich mich nicht, das erledigen meine Studis, die setzen sich mit diesen Herausforderungen auseinander.
Ja, wegen der Raumhöhe in Galerien. Ich würde damit im Sommer gerne ein Video auf einem See machen, dann wieder mit einem Kiel mit Blei. Und es im Kreis fahren lassen.
Jaja, (lacht), das Fußballspielen ja auch, zweiundzwanzig Leute rennen einem Ball nach. Das ist halt der Spieltrieb. Und mein Boot bedient ja auch den Spieltrieb. Es ist absurd und thematisiert verschiedene Elemente, aus der Psychologie und der Philosophie.
Ich wollte es einfach Star nennen, "Goggolori" hätte woanders hingeführt, das konnte ich nicht gebrauchen.
Nein, den hatte ich nicht. Aber wir haben ein Haus in Griechenland und da haben wir viel mit Bootsleuten und Speedbooten zu tun.
Ich stelle ausschließlich im Kunstkontext aus. Eine Ausnahme ist Kunst im öffentlichen Raum. Grundsätzlich möglich, wenn das richtige Prozedere stattfindetund eine Betreuung gewährleistet ist, warum nicht.
Ich möchte es nicht für Werbung zur Verfügung stellen, ich möchte mich von Werbung distanzieren. Ich arbeite mit Produkten unseres alltäglichen Lebens. Aber bei Werbung geht es um etwas anderes, ich möchte, dass es im Kunstkontext bleibt.
Stabilität muss man schon mit einberechnen, da mussten wir den Kiel weglassen, dafür war auch kein Platz. Trotzdem wird ein Bild suggeriert, Wien war ja früher im Urmeer, das war alles Wasser.
Nein. Aber es war nicht billig.