Jubiläum125 Jahre Akademischer Segler-Verein in München

YACHT

 · 27.06.2026

Ansegeln beim Akademischen Segler-Verein in München 2026 auf dem Ammersee in Bayern.
Foto: DSV/ASViM

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Die Mitglieder des Akademischen Segler-Vereins in München (ASViM) blicken in diesem Jahr auf 125 Jahre ihrer Geschichte zurück. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) würdigt das Jubiläum mit einem Porträt auf seiner Internetseite. Lesen Sie es im Folgenden auch hier auf YACHT online mit freundlicher Genehmigung des DSV:

​Segeln verbindet

​Seit 125 Jahren gibt es den Akademischen Segler-Verein in München. Sich beim Segeln, im Studium, im Beruf und im Leben zu unterstützen – das ist auch heute noch der Fokus der Gemeinschaft am bayerischen Ammersee. Der Deutsche Segler-Verband gratuliert zu diesem besonderen Jubiläum.

Wie alles begann...

Studentisches Segeln und verlässliches Miteinander fördern

Die Berliner machten mit ihrem Akademischen Segler-Verein 1886 den Anfang, die Münchner folgten 1901: Vor 125 Jahren, genauer gesagt am 23.10.1901, gründeten Studenten und Ingenieure der Technischen Hochschule den Akademischen Segler-Verein in München (ASViM). Die Förderung des studentischen Segelns und verlässlichen Miteinanders stand schon damals im Fokus der Verbindung. Bereits Ende März 1902 ließen die Mitglieder eine Vereinsyacht, die „Wiking“, am Werftgelände der Ammerseeschifffahrt zu Wasser, und die erste Segel-Saison des ASViM konnte starten. Die „Königlich Technische Hochschule“ bestätigte den Verein als eingetragen, und er wurde vom Deutschen Segler-Verband aufgenommen.

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​1903 segelten die ersten ASViM-Aktiven bei Wettfahrten, im Jahr darauf schenkte der Kunstmaler und leidenschaftlicher Segler Ludwig Scheuermann dem Verein ein Grundstück in Herrsching am Ostufer des Ammersees. Dort bauten die Mitglieder ein Bootshaus und die Hafenanlage, 1930 kam das Seglerhaus dazu.

​Wachsende Mitgliederzahlen und sich steigernde Regattatätigkeit kennzeichneten die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg. Die meisten Vereinsmitglieder mussten in den Krieg ziehen, und das Segelleben nicht nur in Herrsching kam zum Erliegen. Aber nur vorübergehend: Bereits 1919 erfreuten sich die Wettfahrten der Ammersee-Woche reger Beteiligung.

Auf eigenem Kiel Seereisen unternehmen – diesen langgehegten Wunsch erfüllten sich die Mitglieder des ASViM im Jahr 1921. In Hamburg erwarben sie den 10-Segellängen-Kreuzer „Monte-Christo“ und tauften ihn auf den Namen „Wiking II“. Die ersten Törns gingen nach Oslo und Stockholm, 1922 wurde die Yacht an den bayerischen Ammersee verlegt.

…und wie es weiterging

Blütezeit und ein Flaggschiff ohne Pantry und Motor

Die Zeit des Nationalsozialismus überstand der Verein mit vergleichsweise geringen Eingriffen. Nach längeren Verhandlungen erhielten die Akademischen Segler-Vereine eine Sonderstellung innerhalb des NS‑Studentenbundes, sodass der Verein weder aufgelöst wurde noch sein Bootsmaterial oder die Anlagen in Herrsching verlor. Die studentischen Mitglieder mussten zwar in eine „Kameradschaft“ des Studentenbundes übertreten, doch die seglerische Ausbildung konnte – wenn auch zeitlich eingeschränkt – weitergeführt werden. Mit dem Wiederaufleben des Hochschullebens in München gewann der ASViM nach dem Zweiten Weltkrieg auch wieder studentische Mitglieder. „Damit begann eine neue Blütezeit mit Ausbildung und Regattaaktivitäten am Ammersee sowie Segelreisen auf dem Mittelmeer und der Nord- und Ostsee“, sagt Philip Wenzel, der beim Akademischen Segler-Verein in München heute Wettfahrtleiter und Ausbilder ist. „Ein eigener Spitzgatter wurde dafür vom Ammersee in den Süden verlegt, im Norden charterte der Verein Yachten für seine Crews.“

1970 ersetzte eine bei Dübbel & Jesse in Norderney aus Stahl gebaute, 15,5 Meter lange Yawl namens „Wiking III“ das in die Jahre gekommene Flaggschiff „Wiking II“. Seitdem ist die Yacht im Einsatz – zur Ausbildung von Crew und Schiffsführung, aber auch bei vielen Regatten am Ammersee.

„Auf dem Wiking geht es ausschließlich ums Segeln“, sagt Philip Wenzel. „Es gibt keine Pantry, keine Toilette und keinen Motor.“ An- und abgelegt wird unter Segeln.

Der ASViM heute​

Ausbildung, Regatten, Seereisen und viel Teamgeist

Traditionell liegt der Schwerpunkt auch heute in der individuellen Ausbildung im Binnen-, Hochsee- und Regattasegeln von Studierenden der Münchner Universitäten. Zur vereinseigenen Flotte gehören unter anderem Laser, H-Jollen und Dyas und mit der Yawl „Wiking III“ das größte Segelschiff Bayerns. ASViM-Boote nehmen nicht nur an Regatten am Ammersee, sondern auch an der Nordseewoche, der Atlantic Rally for Cruisers und an der Midsummersail teil; der Verein richtet jedes Jahr eine Ranglistenregatta für Drachen und H-Boote sowie eine Yardstick-Regatta aus.

„Wir richten aber auch für die jüngsten Seglerinnen und Segler in der Region jedes Jahr zu Beginn der Schulferien eine Optiwoche aus“, sagt der ASViM-Wettfahrtleiter. Außerdem seien viele Vereinsmitglieder weltweit unterwegs: Mit gecharterten Yachten oder auf Booten von Vereinsmitgliedern geht’s zu den Lofoten, nach Griechenland oder rund um die Britischen Inseln und auch über den Atlantik.

Vor Semesterbeginn im Frühjahr und Herbst gibt es beim Akademischen Segler-Verein regelmäßig sogenannte Aktivwochen für die Studierenden. Die Boote müssen ins oder aus dem Wasser – die Gelegenheit, gemeinsam an Booten zu arbeiten und sich intensiv kennenzulernen. Reparieren, schleifen, lackieren – „an den Holzbooten gibt es immer etwas zu tun, die Älteren und unser Bootsmann leiten die Jüngeren an, alle bringen sich ein“, sagt Philip Wenzel.

Liebeserklärung

Segeln verbindet und macht vieles möglich

Der Akademische Segler-Verein in München startete mit Studenten der technischen Hochschule, doch er war von Anfang an offen für alle Fachrichtungen. Heute sind Studierende unterschiedlichster Fakultäten der LMU und der TUM wie z.B. Ingenieurwesen, Architektur, Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik, Medizin, Jura, Betriebswirtschaft, Geschichte, Politik dabei. „Früher war die Mitgliedschaft im Verein ausschließlich Männern vorbehalten, heute sind wir offen“, sagt der Vereinsvorstand Michael Schoenberg.

Geblieben ist die Tradition, dass alle „Neuen“ sich in einem Probejahr beweisen und Ämter übernehmen müssen, um dann lebenslang Mitglied zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen – beim Segeln, beim Studium, im Beruf „und allen Phasen der Entwicklung und Veränderung, die das Leben so mit sich bringt.“

Finanzielle, gesundheitliche oder familiäre Probleme – egal worum es geht, im ASViM sind sich alle einig: „Mit innovativen Ideen, gegenseitiger Toleranz, viel Erfahrung und Teamgeist können wir uns in vielen Situationen helfen.“

Segeln verbindet, davon sind sie überzeugt in Herrsching am Ammersee.

Das ist der Akademische Segler-Verein in München

Der Verein liegt in Herrsching am Ammersee und verfügt dort über eine Hafenanlage, ein Bootshaus, ein Vereinshaus mit Gastronomie, mehrere Wiesen und einen Strand. Den rund 110 aktiven Mitgliedern stehen 14 vereinseigene Boote sowie 33 Boote und elf Seeschiffe von Mitgliedern zur Verfügung. Adresse: Rieder Straße 7-9, 82211 Herrsching am Ammersee; Website: www.asvim.de


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