Jubiläim100 Jahre Segler-Verein Atlantic

YACHT

 · 20.06.2026

Die Besatzung der "Strolch" 1929 bei der Fuchsjagd in Borstel.
Foto: DSV/SVA

Themen in diesem Artikel

Die Mitglieder des Segler-Vereins Atlantic von 1926 (SVA) blicken in diesem Jahr auf 100 Jahre Clubgeschichte zurück. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) würdigt das Jubiläum mit einem Porträt auf seiner Internetseite. Lesen Sie es im Folgenden auch hier auf YACHT online mit freundlicher Genehmigung des DSV:

​Fahrtensegeln für immer

​Erst an der Hamburger Alster, jetzt an der Elbe in Wedel: Seit 100 Jahren gibt es den Seglerverein ATLANTIC, eine kleine Gemeinschaft mit großer Liebe zum Fahrtensegeln, intensivem Miteinander und vielen Ideen für die Zukunft. Der DSV gratuliert zu diesem besonderen Jubiläum und wünscht für die Zukunft alles Gute.

Wie alles begann...

Mast legen und dann von der Alster auf die Elbe

„Wir möchten das Fahrten- und Tourensegeln betreiben“ – mit dieser Idee begaben sich in den 1920er Jahren acht Segelnde auf die Suche nach einem Hafen oder einer Steganlage in der Hansestadt Hamburg. Am „Pantelmann-Steg“ an der Außenalster wurden sie fündig, direkt vor dem Hotel „ATLANTIC“. Der Name des neuen Vereins lautete folgerichtig: Seglerverein ATLANTIC.

Der SVA-Schwerpunkt lag bei Ausfahrten auf die Elbe und Richtung Nordsee, donnerstags oder freitags wurden die Masten gelegt und die Boote über die Binnenalster bis zur Reesendamm-Schleuse gewriggt oder gepullt. Sonntags ging’s retour.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

4

5

1932 schlossen sich die mehr als 60 Vereinsmitglieder der Wassersportabteilung der Deutschen Turnerschaft an. Doch diese wurde mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgelöst und die zugeordneten Wassersportvereine der Marine-SA angeschlossen. Drei Jahre später kam die Aufforderung, den Vereinsnamen zu ändern: Dieser sei nicht bodenständig. Kurzerhand entschieden sich die Mitglieder für den Namen Segler-Verein ALSTER – so mussten zumindest die Mützenschilder und das Vereinskürzel an den Hecks nicht geändert werden. Die Vereinsflotte wuchs auf 38 Einheiten an, der Pantelmann-Steg wurde zu klein, und immer mehr Mitglieder verlegten ihre Boote nach Schulau an die Elbe.

​… und wie es weiterging

ein Kutter für den Nachwuchs und viel Engagement im neuen Heimathafen

Mit der Einnahme Hamburgs durch die Engländer 1945 gab es zunächst ein Segelverbot, ein Jahr später durften Boote unter 30 Fuß wieder aufs Wasser. „Das bewog manche Mitglieder, durch bauliche Maßnahmen ihre Boote zu verkürzen“, sagt Uwe Junge, der heutige 1. Vorsitzende der Gemeinschaft. „Wir haben uns schon immer bemüht, Probleme ganz pragmatisch zu lösen.“

So auch die Herausforderung „Nachwuchsarbeit nach dem Krieg“: Nahe der Alster-Badeanstalt „Alsterlust“ lag ein Kutter der Hitler-Marinejugend auf Grund – den hoben einige SVA-Mitglieder, schleppten ihn in die Bille und versahen ihn mit neuen Masten und Segeln. Bis 1953 segelte der Nachwuchs diesen Jugendkutter intensiv auf der Elbe zwischen Hamburg und Cuxhaven.

Anfang der 1960er Jahre zogen die SVA-Seglerinnen und Segler mit ihren größer werdenden Yachten um in ihren neuen Heimathafen, den Yachthafen in Wedel. Dort engagierten sich die Hamburger von Beginn an, beim Aufbau, bei der Verwaltung, im Vorstand und mit kreativen Ideen. Allen voran Adolf „Adje“ Stahmer, der zum Beispiel in einem Eiswinter seinen stäbigen Motorsegler als Eisbrecher einsetzte oder einen hydraulischen Slipwagen entwarf.

Der SVA heute

Fahrtensegeln, Fahrtensegeln und noch einmal Fahrtensegeln

​„Schon zu Zeiten der Vereinsgründung ging es bei uns um die Fahrtensegelei“, sagt Uwe Junge. „Und das ist heute noch so – das Fahrtensegeln ist auch in der aktuell gültigen Satzung verankert.“ Und so stehen die Nord- und Ostsee im SVA ganz oben auf der Liste der Törnziele, auch wenn das eine oder andere Vereinsmitglied schon mal das Mittelmeer und den Atlantik erkundet oder die Welt auf seinem Boot umrundet hat.

Einige SVA-Seglerinnen und -Segler sind regelmäßig bei Regatten wie zum Beispiel der Nordseewoche unterwegs, doch im Prinzip sind sie sich einig im Seglerverein ATLANTIC: „Wir alle wollen in erster Linie das eine: Fahrtensegeln.“

„Bei uns gibt es ein intensives Miteinander“ – eine Liebeserklärung

„Wir haben uns bewusst entschieden, ein kleiner Verein mit rund 60 Mitgliedern zu bleiben“, erklärt der 1. Vorsitzende stellvertretend für die Vereinsmitglieder. „Wir schätzen und nutzen das – die meisten Mitglieder kennen sich persönlich, es gibt echte Freundschaften, und alle sind Neuem und neuen Mitgliedern gegenüber aufgeschlossen“.

Für eine eigene Jugendabteilung oder andere Segelsparten sei der Verein zu klein – doch die gemeinsame Liebe zum Fahrtensegeln „sorgt für ein intensives Miteinander“, sagt Uwe Junge weiter. An- und Absegeln, Grillen, Feiern, den Törnberichten anderer lauschen oder von eigenen Reisen erzählen, sich in der kalten Jahreszeit regelmäßig zum „Winterlagertreffen“ im Yachthafen zusammenfinden – das alles gehört dazu.

Der Blick nach vorn

Im Seglerverein ATLANTIC gibt es viele Ideen und Pläne für die Zukunft. Da geht es zum einen um die älteren Mitglieder, die weiter eingebunden sein sollen – zum Beispiel durch mehr landbasierte Angebote beim An- und Absegeln. Zum anderen aber auch um mehr Fortbildungs- und Informationsseminare für die Mitglieder und den Wunsch, mehr Jugendliche an den Segelsport heranzuführen. „Das alles können wir als kleiner Verein nur mit Kooperationspartnern, anderen Vereinen oder durch unser Engagement in sozialen Projekten schaffen“, sagt Uwe Junge.

Einen ganz besonderen Wunsch haben die Seglerinnen und Segler des SVA, die wie viele Hamburger Vereine mit der zunehmenden Verschlickung der Elbe zu kämpfen haben, für die Zukunft: Wieder in den Nebenelben segeln zu können, im Dwarsloch zu ankern, mehr Häfen elbabwärts neben Cuxhaven, Glückstadt und Stade zur Auswahl zu haben. „Die Ostsee ist schön“, sagt der 1. Vorsitzende, „aber eigentlich ist es hier an der Elbe schöner.“

Das ist der Seglerverein ATLANTIC

Der „Heimathafen“ des SVA ist der Hamburger Yachthafen in Wedel, hier liegt die Mehrheit der Schiffe an verschiedenen Stegen. Zum Verein gehören aktuell 52 Mitglieder sowie 36 Boote und Yachten. Website: www.https://sv-atlantic.de; Tel. 0176 279 66 287; Mail: seglerverein_atlantic@gmx.net

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Special