Ab August 2027 soll die „Johann Smidt“ mit 27 Jugendlichen für ein Jahr um die Welt segeln. Ocean-College-Geschäftsführer Johan Kegler spricht über den Reisepreis von 64.500 Euro, Stipendien, niedrige Lehrergehälter und ein strenges Handyregime an Bord.
Im nächsten Sommer geht es mit dem Sail-Training-Schiff „Johann Smidt“ für ein Jahr um die Welt. Die geplante Route führt über den Atlantik und den Panamakanal in den Pazifik, weiter nach Australien, über den Indischen Ozean nach Südafrika und anschließend zurück nach Europa. Jugendliche ab 15 Jahren können sich noch bis zum 10. Januar 2027 um einen der 27 Plätze bewerben.
Weil das noch kein deutsches Schulschiff gemacht hat. Und weil das normale Schulsystem nicht mehr ansatzweise auf die zukünftige Lebens- und Arbeitsrealität der Schülerinnen und Schüler vorbereitet. Wir wollten eine neue Herausforderung haben und einen neuen Standard setzen. Nach neun Jahren Atlantikroute wird es zwar nicht langweilig, aber eingefahren.
Auf jeden Fall, schon in der Biskaya. In diesem Jahr war es ganz brutal. Aber nach dem Losfahren ist die Seekrankheit irgendwann passé.
Wie bei den Winterreisen ist das meist privat finanziert. Wobei ich stolz sage, dass wir auf jeder der bisher neun Reisen einen Vollstipendiaten mitgenommen haben. Das waren jeweils Wohngeld- oder Bürgergeldempfänger. Der Preis ist für das, was wir bieten, eigentlich noch viel zu niedrig, aber es ist natürlich viel Geld. Mindestens zwei Drittel der Eltern haben Mühen, die Reisen zu finanzieren. Aber der Kosten-Nutzen-Effekt des normalen Schulsystems ist viel schlechter, Note vier minus.
Wir haben ein hohes Preisrisiko bei Posten wie Lebensmitteln, Hafengebühren oder Diesel und müssen das puffern.
Ich würde am liebsten der halben Crew eins geben. Aber was nichts kostet, ist auch nichts wert, diese Erfahrung habe ich auch gemacht.
Wir haben jedes Jahr 160 Bewerbungen auf 8 Plätze. Unser Beuteschema ist 28 bis 32, abgeschlossenes Referendariat, erste Lehrerfahrung.
Wir haben richtige Arbeitsverträge mit Sozialversicherung, wir sind ja eine GmbH. Aber die Höhe entspricht nur einem Viertel des normalen Gehalts, wir bezahlen mit dem einmaligen Erlebnis. Und mit freier Kost und Logis.
Guter Punkt, das wird ein Ritt. Wir haben extra Australien eingebaut, die Schüler reisen von Sydney im Osten über Land nach Westen. Währenddessen fährt das Schiff mit Schülern der deutschen Schule in Australien außenrum.
Nein, das Reinzwingen ins Detox ist das größte Geschenk an die Schüler. Auf der Halbjahresreise bekommen sie ihr Handy nur fünfmal.
Das ist ein Grund, rausgeworfen zu werden.

Freier Mitarbeiter, Südkorrespondent
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