Ich gucke schon seit ein paar Jahren nach einem geeigneten Schiff und hatte auch selbst eine Kleinanzeige aufgegeben, in der ich nach einem Stahlboot gesucht habe, das zu verschenken ist. Ich möchte in vier Jahren zu einer Weltumsegelung starten. Bis dahin will ich mein handwerkliches Geschick als Kfz-Mechatroniker nutzen, um das Schiff dafür tauglich zu machen. Als ich dann auf die Anzeige der ehemaligen Eignergemeinschaft der „Raido“ stieß, habe ich Kontakt aufgenommen und mir das Boot angeschaut.
Es war alles verschlammt, in der Bilge stand noch viel Wasser, und der Motor lief nicht.
Nein. Ich habe mir gedacht, dass sowieso alles rauskommt. Ich will das Schiff von Grund auf nach meinen Vorstellungen umbauen. Auch die große Pfütze im Deckssalon hat mich nicht gestört. Meine einzige Bedingung war, dass der Motor läuft. Am Tag nach der Besichtigung wurde ich dann angerufen, und mir wurde gesagt, dass die Maschine konserviert wurde und intakt ist. Daraufhin habe ich die „Raido“ für einen symbolischen Euro gekauft.
Ich suche viel auf Online-Plattformen nach gebrauchtem Material. Das mache ich zum einen, weil ich mein Projekt ziemlich Low-Budget-mäßig und auch nachhaltig angehen möchte. Zum anderen sind alte Teile qualitativ oft besser als neuere. Letzte Woche erst ist mir wieder Holz für die Verkleidung des Innenraums in die Hände gefallen: Ich war auf dem Recyclinghof, und das Holz lag da gestapelt. Es war vorher nur einmal verwendet worden. Ich werde es lackieren und verbauen.
2028 möchte ich für zwei Jahre im Mittelmeerraum segeln, danach soll es fünf Jahre lang auf Weltumsegelung gehen. Unterwegs will ich schauen, wo es mir am besten gefällt und ich künftig leben möchte.
Ich glaube, dass es für 20.000 bis 30.000 Euro möglich sein sollte, die „Raido“ seetauglich zu machen, sodass alles Hand und Fuß hat. Beim Grundaufbau bestreite ich ja alles relativ günstig – bis jetzt. Klar, die Instrumente und die Technik werden teuer, dennoch glaube ich, dass ich infolge meiner sparsamen Herangehensweise das Ganze gut werde umsetzen können. Während der Reise möchte ich außerdem aktiv einen Youtube-Kanal betreiben. Auf diese Weise bekomme ich nicht nur eine schöne Dokumentation für mich und meinen Sohn. Ich möchte darüber auch die Möglichkeit nutzen, während meiner Reise Geld zu verdienen.
Wenn das Boot fertig ist, möchte ich die ersten Schläge auf Nord- und Ostsee mit erfahrenen Seglern als Hand-gegen-Koje-Gästen bestreiten. Wenn das gut klappt, traue ich mir auch längere Schläge allein zu. Grundsätzlich habe ich aber vor, immer wieder Menschen mitzunehmen, die mich begleiten möchten.